Proben von Wildschweinen im Rahmen des Zoonosen-Monitoring

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bittet die Jägerschaft die jeweils zustänigen Landesbehörden beim Zoonosen-Stichprobenplan zu unterstützen. In diesem Plan ist vorgesehen auch Proben von Wildschweinen zu entnehmen. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Schreiben vom BfR.

Jagdgenossenschaften können künftig der Umsatzsteuerpflicht unterliegen

Eine Anpassung an europäisches Recht führt dazu, dass die Verpachtung eines gemeinschaftlichen Jagdbezirks unter Umständen umsatzsteuerpflichtig sein kann. Die Jagdgenossenschaften sind weitgehend informiert. Auch in der Jagdpresse wurden vereinzelt schon entsprechende Hinweise veröffentlicht. Um was geht es konkret?

Durch eine Änderung des Umsatzsteuerrechts müssen Körperschaften des öffentlichen Rechts – zu denen auch Jagdgenossenschaften zählen – ab dem 1. Januar 2017 für viele Geschäfte Umsatzsteuer abführen. Dies hat auch Auswirkungen auf die Jagdverpachtung, da es sich dabei unter Umständen um ein umsatzsteuerpflichtiges Geschäft handelt. Viele Fragen aus der Praxis sind juristisch noch ungeklärt oder lassen sich nicht pauschal beantworten, da es z. B. auch auf den Pachtvertrag ankommt.

Im Grundsatz ist die Jagdgenossenschaft umsatzsteuerpflichtig, das heißt, sie kann die anfallende Umsatzsteuer nicht ohne weiteres auf den Pachtpreis aufschlagen. Je nach Gestaltung des Pachtvertrages (und ggf. auch abhängig von anderen Faktoren) kann der Jagdpächter zur Zahlung der Umsatzsteuer verpflichtet sein. Wichtig ist, folgendes zu beachten:

-Die Jagdgenossenschaft kann bis zum 31. Dezember 2016 durch formlose – möglichst schriftliche – Mitteilung an das Finanzamt eine Option ausüben, so dass die Neuregelung erst ab dem 1. Januar 2021 gilt. Die Jagdgenossenschaften können hierzu bei den Verbänden der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer Näheres erfahren. Pächter von gemeinschaftlichen Jagdbezirken sollten den Vorstand „Ihrer“ Jagdgenossenschaft auf diese Möglichkeit hinweisen. Dies gilt vor allem, wenn der Jagdpächter laut Pachtvertrag verpflichtet ist, anfallende Umsatzsteuer zu zahlen!

-In vielen Fällen dürfte eine Befreiung für Kleinunternehmer (§ 19 UStG) greifen, wonach keine Umsatzsteuer anfällt, wenn der Jahresumsatz (der Jagdgenossenschaft) unter 17.500 Euro liegt. Allerdings: wenn eine Jagdgenossenschaft mehr als 17.500 Euro Umsatz (z. B. Jagdpacht) hat, wird es spätestens ab 1. Januar 2021 „ernst“!

-Bei neu abzuschließenden Pachtverträgen sollte deshalb darauf geachtet werden, dass der Brutto-Pachtpreis ausgewiesen wird, damit eine spätere Auseinandersetzung über die Frage, wer die Umsatzsteuer bezahlt, vermieden werden kann.

Bei gepachteten Eigenjagdbezirken dürften sich keine Änderungen ergeben, weil die Verpächter von Eigenjagdbezirken im Regelfall bereits der Umsatzbesteuerung unterliegen.
Weitergehende Informationen sind dem ausführlichen Schreiben des Gemeinde- und Städtebundes RLP vom 9. Juni 2016 zu entnehmen.

Erhard BÄDER, LJV-Geschäftsführer

Landesjägertag: Resolution zu Wildtierkorridoren und Fortschritte beim „Wildschutzprogramm Feld und Wiese“

Pressemeldung LJV-RLP 29.04.2016

Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) verabschiedet auf seiner Jahreshauptversammlung in Worms eine Resolution zu Wildtierkorridoren und Querungshilfen. Zudem nimmt der Verband mit der Implementierung eines Beratungssystems für Landwirte und Jäger den Kampf gegen den drohenden Artenschwund im Offenland auf.

„Angesichts der fortschreitenden Verinselung von Lebensräumen und einer zunehmender Zerschneidung der Landschaft durch Verkehrswege und Siedlungen ist es höchste Zeit, die Wiedervernetzung von Lebensräumen zu forcieren“, betont LJV-Präsident Kurt Alexander Michael. Der genetische Austausch von Wildtierpopulationen ist eine der Grundvoraussetzungen für gesunde, überlebensfähige Bestände nahezu aller Arten. „Ob Rotwild, Wildkatze, Luchs oder Wolf: Sie alle brauchen sichere Querungshilfen wie Wildbrücken und Wild-Unterführungen“, so Michael.

Eine höhere Anzahl an Querungshilfen würde zudem die Wildunfallsituation im Land entschärfen. Im Jahr 2015 kam es in Rheinland-Pfalz zu knapp 23.000 Wildunfällen. Im Vergleich zum Vorjahr (20.021 Wildunfälle) bedeutet das einen Anstieg um mehr als 12 Prozent. Um Unfälle mit dramatischen Folgen für Mensch und Tier zu minimieren und Tierpopulationen zu vernetzen, fordert der LJV in seiner Resolution unter anderem die nachträgliche Realisierung von Querungshilfen an vielbefahrenen. In einem weiteren Schritt müssten dann auch die in Rheinland-Pfalz behördlich verordneten insgesamt 31 Wildbewirtschaftungsbezirke für Rot-, Dam- und Muffelwild aufgelöst und geöffnet werden, damit sich die genannten Wildarten die für sie geeigneten Lebensräume erschließen können.

Weiterhin blicken die rheinland-pfälzischen Jägerinnen und Jäger mit Sorge auf die Entwicklung der Artenvielfalt im Offenland. Daher arbeitet der LJV mit Hochdruck an der Umsetzung seines Aktionsprogramms „Wildschutzprogramm Feld und Wiese“ (WFW), das sich insbesondere an Landwirte und Jäger vor Ort richtet. „Dabei treffen wir sowohl bei den obersten Behörden in Mainz als auch bei den Landwirtschaftsverbänden auf große Bereitschaft zur Unterstützung“, sagt Jägerpräsident Michael.

Der Weg des beabsichtigten Wildschutzprogrammes führt primär über den Aufbau eines speziellen Beratungssystems unter Einbeziehung der jeweils gültigen Agrarumweltprogramme, die im Rahmen der europäischen „Gemeinsamen Agrarpolitik“ (GAP) beschlossen und bei Bedarf angepasst werden. Vor allem bei den Förderprogrammen, die eine nachhaltige und umweltschonende Bewirtschaftung und die ländliche Entwicklung im Blick haben, setzt das LJV-Programm an.

Der Jagdverband strebt eine Kooperation mit den „Dienstleistungszentren Ländlicher Raum“ (DLR) an. „Die DLR verfügen über einen breiten Sachverstand, über Fachpersonal und Strukturen, die geeignet sind, Beratungen so zu gestalten, dass mögliche Agrarumweltmaßnahmen ökologisch sinnvoll umgesetzt werden“, erklärt Michael. In der Praxis soll eine integrierte Wildlebensraum- und Wildhegeberatung im Rahmen der landwirtschaftlichen Beratung aufgebaut werden. „Wir sehen hierin einen wichtigen Beitrag, der gesetzlichen Verpflichtung der Grundeigentümer zur Wildhege näherzukommen“, stellt der LJV-Präsident fest.

Das Programm soll zudem über die landwirtschaftliche Beratung hinaus auch Hinweise für das jagdfachlich richtige Vorgehen im Rahmen der Bodenordnung und im Ausgleichsflächenmanagement (Windkraft, Straßenbau, Siedlungsentwicklung etc.) liefern. „Die Umsetzung des Wildschutzprogrammes ist ein wichtiger Schritt hin zur Bekämpfung des Artenschwundes im Offenland. Denn nur wenn Jägerschaft, Landwirtschaft und Politik gemeinsam an einem Strick ziehen, ist Artenvielfalt in der heutigen Kulturlandschaft möglich.“

Landwirte und Jäger helfen gemeinsam den Rehkitzen

kitzKoblenz/Rhens. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau, der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz und die Interessengemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (IGJG) präsentierten auf dem Betrieb Mallmann in Rhens gemeinsam den Einsatz technischer Wildretter. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Michael Horper erklärte, dass ein Landwirt mit Unterstützung der Jägerschaft und technischen Hilfsmitteln in der Lage sei, während der Mahd die Rehkitze in den Wiesen frühzeitig zu erkennen. Rehkitze würden sich bei Gefahr instinktiv ins hohe Gras ducken und fühlten sich dadurch geschützt. Er begrüßte die Zusammenarbeit mit den Jägern vor Ort, die in der Regel bereit seien, mit ihren Jagdhunden die Wiesen vor der Mahd zu durchsuchen. Darüber hinaus wüssten die Landwirte, dass die Wiesen von innen nach außen zu mähen seien, damit die Tiere reale Fluchtmöglichkeiten hätten. Die auf der einen Seite immer leistungsstärkeren landwirtschaftlichen Maschinen führten auf der anderen Seite zur Erhöhung der Sorgfalt und verbesserten vorbereitenden Maßnahmen vor der Mahd, um unsere Wildtiere zu schützen.

Der Präsident des Landjagdverbandes Kurt Alexander Michael zeigte sich erfreut über die Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft und Landwirtschaft. Die Jäger und Bauern müssten sich gegenseitig über ihre Kitzschutzmaßnahmen informieren. Die Wiesen müssten abgesucht und die Kitze versetzt und somit geschützt werden. Entscheidend aber sei, so Michael, dass der Landwirt seine Flächen von innen nach außen mähe. Damit werde bereits der weitaus größte Teil der Kitze geschützt. Darüber hinaus würden akustische Sensoren, die entweder am Tag vor der Mahd auf die Wiesen gestellt oder während der Mahd am Schlepper angebracht werden könnten, die genannte Mähtechnik zusätzlich unterstützen. „Alle Maßnahmen, die herkömmlichen und die modernen technischen Methoden, greifen ineinander und unterstützen sich gegenseitig“, betont LJV-Präsident Michael. „Die gemeinsame Anwendung erhöht die Überlebenschancen der Rehkinder.“

IGJG-Vorsitzender Heribert Metternich setzte sich für eine höhere Anerkennung der Jagd durch die Gesellschaft ein. Die Leistungen der Jäger und Bauern für den Kitzschutz seien enorm und zeugten vom Verantwortungsbewusstsein beider Gruppen. Die gemeinsame Arbeit für das heimische Wild, unterstützt von den technischen Möglichkeiten, falle auf fruchtbaren Boden und schütze die Wildtiere deutlich.

Dr. Jörg Ruppe, der Geschäftsführer der Rucon GmbH und seine Mitarbeiter, stellten einen Quadrocopter mit Wärmebildkamera vor. Diese Technik registriere die Tiere auch bei höherem Bewuchs und verorte sie direkt in einer Karte, sodass der Landwirt die Tiere umgehend entnehmen und somit schützen könne. Er könne pro Stunde ca. zehn Hektar Wiese zuverlässig absuchen. Der Quadrocopter und die dazugehörige Software habe zwar seinen Preis, da ein Landwirt aber alleine ein solches Gerät in kleinstrukturierten Gebieten nicht auslasten könne, wäre eine Anschaffung über Gruppen, wie beispielsweise Jagdgenossenschaften, zu überlegen.

Anschließend informierte der Leiter der Landesjagdschule Rheinland-Pfalz, Christoph Hildebrandt, weiter Schutzmaßnahmen, die die Rehe auf der Basis hochfrequenter Töne schließlich zum Entfernen der Kitze veranlasse.

Die Vertreter der Landwirte und der Jäger zeigten sich erfreut über die technischen Entwicklungen und hoffen, dass damit der Kitzschutz weiterhin deutlich verbessert werden könne.

Gemeinsame Pressemeldung:
Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V.

Wildretter Pressekonferenz.pdf

Empfehlungen zur Rotwildbewirtschaftung neu aufgelegt

Broschüre RotwildbewirtschaftungGemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen Umweltministerium brachte der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) die aktualisierte Broschüre „Verantwortungsvolle Bewirtschaftung des Rotwildes in Rheinland-Pfalz“ heraus.

Die erstmals 2008 veröffentlichten Empfehlungen zur Hege und Bejagung der größten heimischen Wildart ist nach der umfassenden Novellierung der jagdgesetzlichen Vorgaben nun aktualisiert. Die tierschutz- und artgerechte Behandlung des Rotwildes stehen im Focus der Broschüre. Zur aktualisierten Version gehören Informationen zur Alttierbejagung und zur wichtigen Rolle der Rotwildhegegemeinschaften als Körperschaft des öffentlichen Rechts.

Mit der neuen Broschüre streben Umweltministerium und LJV eine grundsätzliche Akzeptanz des Rotwildes und seiner Bejagung in der rheinland-pfälzischen Kulturlandschaft sowie gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme auf die Interessen von Jagd, Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft an. „Die Broschüre ist das Resultat einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen LJV und dem rheinland-pfälzischen Umweltministerium“, sagt LJV-Präsident Kurt Alexander Michael. „Im Hinblick auf die oft zutage tretenden Spannungen zwischen anderen „grün-geführten“ Umweltministerien und Landesjagdverbänden sind diese gemeinsamen Bejagungsempfehlungen ein Beleg für unsere erfolgreichen, diplomatischen Bemühungen, stets konstruktive Lösungen – auch und vor allem für konfliktbeladene Themen – zu finden.“

Hier kann die Broschüre „Verantwortungsvolle Bewirtschaftung des Rotwildes in Rheinland-Pfalz“ heruntergeladen werden.

Auf Wunsch senden wir Ihnen ein Exemplar kostenfrei zu.

Pressemeldung LJV-RLP 23.03.2016

Ehrenpreis 2016 für Natur- und Umweltschutz

Pressemeldung LJV-RLP 29.04.2016

Ehrenpreis 2016 für Natur- und Umweltschutz

Das ehrenamtliche Engagement von Jägern, Naturschützern und Förstern im BUND- Projekt „Wildkatzensprung“ erhält anlässlich der Jahreshauptversammlung des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) den Ehrenpreis 2016 für Natur- und Umweltschutz.

Im Herbst 2012 startete im Meulenwald bei Trier das BUND-Naturschutz- kooperationsprojekt „Wildkatzensprung. In dessen Mittelpunkt stand die Erhebung von Daten zum Vorkommen der Wildkatze und ihrer genetischen Varianz in Rheinland-Pfalz. Dieses jetzt mehr als drei Jahre laufende Projekt ist Teil des bundesweiten Programms „Biologische Vielfalt“ des Bundesamtes für Naturschutz.

Um im 225 Quadratkilometer großen Projektgebiet besonders effizient Daten zur Wildkatze zu sammeln, hat sich eine bisher einmalige Allianz aus 25 Jägern, Naturschützern und Förstern kreisübergreifend gebildet. Im Laufe des Projekts wurden seit 2012 bei insgesamt 1.480 Kontrollen an sogenannten Lockstöcken 417 Proben genommen und 339 sichere Wildkatzennachweise erfasst. Diese 339 Nachweise konnten 69 verschiedenen Wildkatzenindividuen zugeordnet werden. Mithilfe von Statistikprogrammen konnte so errechnet werden, dass in der Region Meulenwald-Eifel insgesamt 94 Wildkatzen leben.

Im Projekt wirkten unter anderem die LJV-Kreisgruppen Trier-Saarburg, Bernkastel- Wittlich und Bitburg-Prüm mit ihren Hegeringen zusammen. Die Koordination lag bei Markus Bauer vom Forstamt Trier.

Gute Feldhasenbesätze in Rheinland-Pfalz


hasen16Im Herbst 2015 lebten in rheinland-pfälzischen Feldern und Wiesen durchschnittlich 20 Hasen pro Quadratkilometer. Im Vergleich zu 2014 haben sich die Feldhasenbestände nahezu verdoppelt.

Ein warmes und trockenes Frühjahr 2015 bescherte „Meister Lampe“ – wie der Hase in Märchen genannt wird – gute Bedingungen für die Bestandsentwicklung. „Das Klima hat einen großen Einfluss auf die Feldhasenbesätze“, erklärt Kurt Alexander Michael, Präsident des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. (LJV). Der positive Trend zeigt sich auch in der Großlandschaft Westdeutsches Mittelgebirge, zu der auch der größte Teil von Rheinland-Pfalz gehört. Hier verzeichnete das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) Zuwächse um rund 15 Prozent. „Hierzulande fühlen sich Feldhasen vor allem in Rheinhessen und der Vorderpfalz am wohlsten.“

Seit Beginn der Erfassung im Rahmen von WILD im Jahr 2002 sind die Feldhasenbesätze in Rheinland-Pfalz – abgesehen von klimatischbedingten Schwankungen – stabil geblieben. Neben dem Wetter spielt auch eine abwechslungsreiche Vegetation eine entscheidende Rolle für Feldhasen. Hasenmütter brauchen vielfältige Kräuter, um eine fetthaltige Hasenmilch zu produzieren. Diese Hasenmilch ist so nahrhaft, dass sie den Nachwuchs, der mit rund 120 Gramm auf die Welt kommt, innerhalb eines Monats auf ein Kilogramm Lebendgewicht bringt. „Haben die Hasenkinder eine gute Konstitution, verkraften sie besser widrige Witterungsbedingungen“, so LJV-Präsident Michael.

Für die Anlage von biotopverbessernden Flächen ist es wichtig, dass sie mosaikartig auf der Fläche verteilt werden. Nur vernetzte Lebensräume bieten höhere Sicherheit vor Fressfeinden. „Ein Insel-Biotop, also ein Lebensraum ohne Anschluss an andere Lebensräume, ist eine ökologische Falle“, betont Michael. Beutegreifer hätten so leichtes Spiel, denn sie wüssten aus Erfahrung, dass sie in solch einem Insel-Biotop am wahrscheinlichsten Beute machen können. „Viele Prädatoren gehören zu den Gewinnern der ausgeräumten Kulturlandschaft“, sagt der Jäger-Präsident. „Sie haben sich am besten an die vom Menschen geschaffene Umwelt angepasst und haben in deckungsarmen Landstrichen leichtes Spiel mit ihrer Beute.“

Pressemeldung LJV-RLP 16.03.2016

 

Rheinland-Pfalz hat eine neue Jagdkönigin

Pressemeldung LJV-RLP 2016

Sarah Wirtz aus Trier ist neue rheinland-pfälzische Jagdkönigin. Anlässlich des Landesjägertages in Worms tritt sie ihre zweijährige Amtszeit an. Für die 28-jährige Doktorandin im Fach Biogeographie ist die Jagd ein Zurück zur Natur – verbunden mit einer sinnvollen Aufgabe.

Sarah Wirtz ist in Ruwer, einem kleinen Vorort von Trier, geboren und aufgewachsen. Ihre Eltern sind sehr naturverbunden, aber keine Jäger. Mit der Jagd ist Wirtz erst im Rahmen ihrer Forschungsarbeit zur Rotwildgenotypisierung in Rheinland-Pfalz in Kontakt gekommen. „Durch die Forschung erhielt ich Einblicke in das Handeln der Jägerschaft“, erklärt Wirtz. „Von da an interessierte mich die Jagd immer mehr, ich begleitete Jäger auf der Ansitzjagd und nahm als Treiberin bei Bewegungsjagden teil. Dann kam der Tag, an dem ich mir sagte, dass es Zeit ist, selbst den Jagdschein zu machen.“

In der Jagdausübung findet die neue Jagdkönigin nicht nur einen Ausgleich zum Alltag, sondern auch die Herausforderung, sinnvoll in der Natur tätig zu sein. „Die Jagd bietet mir ein Ort der Ideenfindung und des Schaffens“, beschreibt sie ihr Empfinden. „Ich brauche die Herausforderung, den Lebensraum, für den ich als Jägerin die Verantwortung übernommen habe, für die darin lebenden Wildtiere optimal zu gestalten. Hege und Pflege bilden für mich die Grundpfeiler der Jagd.“

Für die Biogeographin Wirtz spielt die Jagd auch bei der Ernährung eine große Rolle. „Jagd zur Nahrungsbeschaffung ist in unserer Zeit zwar nicht mehr für das Überleben notwendig, doch für mich als bewusste Verbraucherin eine ethisch besonders verantwortbare Form der Fleischbeschaffung“, betont sie. Für Sarah Wirtz war es sogar einer der Hauptgründe, den Jagdschein zu machen, selbst Verantwortung für ihren eigenen Fleischkonsum übernehmen zu können.

Während ihrer Amtszeit ist es Wirtz wichtig, über die waidgerechte Jagd zu informieren. Für sie bedeutet Waidgerechtigkeit, im Einklang mit der Natur zu jagen und Respekt vor den Wildtieren zu zeigen. Sarah Wirtz ist bereits die 5. rheinland-pfälzische Jagdkönigin. Neben Bayern ist Rheinland-Pfalz das einzige Bundeland, in dem das Amt der Jagdkönigin existiert.

Wildunfallzahlen gestiegen

umstellung22.922 Wildunfälle ereigneten sich 2015 in Rheinland-Pfalz. Im Vergleich zum Vorjahr (20.021 Wildunfälle) bedeutet das einen Anstieg von 12,66 Prozent. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) warnt zudem vor erhöhter Wildunfallgefahr nach der Zeitumstellung Ende März.

Die sinkenden Wildunfallzahlen in den Jahren 2012, 2013 und 2014 gaben Grund zur Hoffnung. Doch in 2015 stieg die Zahl von Verkehrsunfällen mit Wildtieren um 2.901 Kollisionen an. „Dieser enormer Anstieg ist besorgniserregend“, sagt LJV-Präsident Kurt Alexander Michael. Mit knapp 2.200 Wildunfällen gab es im Monat Mai die meisten Crashs mit Wildtieren. „Im Mai zeigt das Rehwild erhöhte Wanderbewegungen. Denn in diesem Monat vertreiben Rehmütter ihre einjährigen Sprösslinge, um sich voll und ganz den neugeborenen Kitzen zu widmen. Die verstoßenen Jährlinge streifen nun auf der Suche nach einem eigenen Revier umher“, erklärt der LJV-Präsident. Rehwild ist der traurige Spitzenreiter in der Wildunfallstatistik. Keine andere Wildart kommt so häufig unter die Räder. Im Jagdjahr 2014/2015 starben mehr als 9.000 Rehe im Straßenverkehr.

Wenn am 27. März die Uhren auf Sommerzeit umgestellt werden, steigt in der Dämmerung die Wildunfallgefahr. Der LJV ruft Autofahrer auf, in den Wochen nach der Zeitumstellung besonders vorausschauend zu fahren. Denn wenn der Berufsverkehr mit den Nahrungsgewohnheiten der Wildtiere kollidiert, steigt die Gefahr von Wildunfällen. In den Dämmerungsstunden machen sich die Tiere auf Nahrungssuche oder kehren in ihre Tageseinstände zurück. Nicht selten versuchen „Reh und Co.“ Straßen zu überqueren, um an das satte Grün zu kommen, das sie insbesondere in den kommenden Wochen für den Haarwechsel und die anstehenden Geburten brauchen.

Mit dem richtigen Verhalten können Autofahrer selbst Wildunfälle vermeiden. Die wichtigste Regel ist, die Geschwindigkeit den Gegebenheiten anzupassen. Denn wer mit 80 statt mit 100 Stundenkilometern unterwegs ist, hat bereits einen 25 Meter kürzeren Bremsweg. Wechseln Wildtiere über die Straße, sollte der Fahrzeugführer das Licht abblenden, hupen und bremsen – unter keinen Umständen versuchen, auszuweichen.

Ist es trotz aller Vorsicht zu einem Wildunfall gekommen, sollte der Autofahrer die Unfallstelle sichern und umgehend die Polizei verständigen. Ist das Wildtier noch am Leben, so verständigen die Ordnungshüter den zuständigen Jäger, damit dieser das Tier von seinen Leiden erlöst. Keinesfalls darf ein verendetes Tier in das eigene Auto „eingepackt“ werden, denn das wäre Jagdwilderei.

Um die Zahl der Wildunfälle zu reduzieren, montieren Jägerinnen und Jäger in Rheinland-Pfalz Wildwarnreflektoren an den Straßenbegrenzungspfosten. In Rheinland-Pfalz gibt es rund 18.000 Straßenkilometer, etwa 1.810 km stattete die Jägerschaft mit ca. 46.000 Wildwarnreflektoren aus und konnten damit lokal die Zahl der Wildunfälle um 70% bis 80% reduzieren. Nahezu 250.000 Euro sind in diese Maßnahme zur Erhöhung der Verkehrssicherheit geflossen – mehr als die Hälfte bezahlten die Jägerinnen und Jäger aus der eigenen Tasche, der Rest wurde von verschiedenen Sponsoren gespendet. „Inzwischen sind etwa 494 Jagdreviere in Rheinland-Pfalz mit Wildwarnreflektoren ausgestattet“, sagt LJV-Präsident Kurt Alexander Michael.

„Landesregierung und Kommunen müssen sich bei der Ausstattung der Straßen mit Wildwarnreflektoren finanziell einbringen“, fordert Michael. „Die Kosten für die Erhöhung der Verkehrssicherheit dürfen nicht auf Privatpersonen abgewälzt werden.“

So funktionieren Wildwarnreflektoren:
Durch eine spezielle blaue Reflektorfolie wird das Scheinwerferlicht nahender Fahrzeuge Richtung Wald und Feld abgelenkt. Die meisten Wildtiere nehmen die Farbe Blau als Signalfarbe wahr. Durch das reflektierende Licht sollen die Wildtiere vor heranfahrenden Fahrzeugen gewarnt und vom Überqueren der Straße abgehalten werden.

Pressemeldung LJV-RLP  vom 22.03.2016

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