Liebestolle Rehe gefährden Straßenverkehr

blattzeit400Liebe macht bekanntlich blind – das trifft auch auf Rehe zu. Von Ende Juli bis Mitte August erreicht die Paarungszeit des Rehwildes ihren Zenit. Das Liebesspiel der Wildtiere fordert jetzt erhöhte Achtsamkeit im Straßenverkehr, denn es besteht akute Gefahr durch Wildunfälle.

Während der sogenannten Blattzeit – der jagdliche Ausdruck für die Paarungszeit des Rehwildes – verlieren Rehe häufig den Blick für die ihnen drohenden Gefahren. Auf der Suche nach paarungswilligen Weibchen durchstreifen Rehböcke ihr Revier und überqueren dabei scheinbar achtlos Straßen. Daher gilt erhöhte Vorsicht im Straßenverkehr.

In Rheinland-Pfalz kam es im Jahr 2014 zu 20.021 Verkehrsunfällen mit Wildtieren. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl von Wildunfällen um 345 Kollisionen (20.366 Wildunfälle in 2013). Am häufigsten kommt Rehwild unter die Räder.

Die Morgen- und Abendstunden sind in der Regel besonders gefährlich. Während der Blattzeit muss aber auch tagsüber mit Wildtieren auf der Straße gerechnet werden. Wildunfälle werden oft unterschätzt. So erreicht ein nur 20 Kilogramm schweres Reh bei einer Kollision mit einem 70 km/h schnellen Pkw ein Aufprallgewicht von fast einer Tonne.

Ist eine Kollision nicht mehr zu vermeiden, sollten Autofahrer das Lenkrad gerade halten und nicht versuchen auszuweichen. Ist es zum Crash gekommen, muss der Fahrzeugführer die Unfallstelle absichern und umgehend die Polizei oder gegebenenfalls den zuständigen Jäger informieren.

Der jagdliche Ausdruck „Blattzeit" leitet sich aus der Tradition ab, mit Hilfe eines Buchenblattes die Fieplaute eines weiblichen Rehs, Ricke genannt, zu imitieren und so brunftige Rehböcke anzulocken.

Pressemeldung LJV-RLP  17.07.2015

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