Tierischer Liebesrausch erhöht Unfallgefahr

blattzeit400Ende Juli erreicht die Paarungszeit des Rehwildes ihren Höhepunkt. „Blind vor Liebe" überqueren die Tiere Straßen und Wege. Es besteht akute Unfallgefahr durch Wildunfälle. Das Liebesspiel der Rehe fordert jetzt erhöhte Achtsamkeit von Verkehrsteilnehmern. Denn während der sogenannten Blattzeit – der jagdliche Ausdruck für die Paarungszeit des Rehwildes – durchstreifen die Rehböcke ihr Revier auf der Suche nach paarungswilligen Ricken und unwillkommenen Konkurrenten. Häufig verliert das Rehwild dabei den
Blick für die ihm drohenden Gefahren und rennt mitunter scheinbar kopflos über Straßen.

Die Gefahr für Wildunfälle steigt. In Rheinland-Pfalz kam es im Jahr 2013 zu 20.365 Wildunfällen mit Wildtieren. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl von Wildunfällen um rund 2.000 Kollisionen (22.280 Wildunfälle in 2012). In der Regel sind die Morgen- und Abendstunden besonders gefährlich. Während der Blattzeit muss aber auch zur Tageszeit mit Wildtieren auf der Straße gerechnet werden. Lässt sich eine Kollision trotz aller Vorsicht nicht vermeiden, sollten Fahrzeugführer das Lenkrad gerade halten und nicht versuchen auszuweichen – die Folgen eines solchen Manövers könnten noch verheerender sein. Ist es zum Crash mit einem Wildtier gekommen, muss der Fahrzeugführer die Unfallstelle absichern und umgehend die Polizei und gegebenenfalls den zuständigen Jäger informieren.

Wer nicht gerade ein Fahrzeug lenken muss, hat jetzt gute Chancen, Rehe beim Liebesspiel zu beobachten. Dabei hinterlassen verliebte Rehe auf Wiesen und Feldern sogenannte Hexenringe, die durch das kreisförmige Treiben entstehen. Der jagdliche Ausdruck „Blattzeit" leitet sich aus der Tradition ab, mit Hilfe eines Buchenblattes die Fieplaute eines weiblichen Rehes zu imitieren und somit brunftige Böcke anzulocken.

Termine

Keine Termine

Besucher

Heute11
Gestern47
Woche415
Monat1544
Gesamt94481

Sonntag, 24. Juni 2018 05:00