Wildunfälle in der dunklen Jahreszeit

In den Dämmerungsstunden machen sich viele Wildtiere auf die Nahrungssuche. Wenn aufgrund der Zeitumstellung am 27. Oktober Wildschwein und Co. auf den Berufsverkehr treffen, erhöht sich die Wildunfall-Gefahr.

Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) ruft Autofahrer auf, besonders zu dieser Jahreszeit sehr vorausschauend zu fahren. Der gefährliche Mix aus Dunkelheit und nassen Straßen kann zu gravierenden Unfällen mit Wildtieren führen. Grundsätzlich gilt es, die Warnzeichen „Achtung Wildwechsel" ernst zu nehmen. Angepasste Geschwindigkeit kann vor Wildunfällen schützen.

In Rheinland-Pfalz kam es im Jahr 2012 zu 22.280 Unfällen mit Wildtieren. Dabei wurden 224 Menschen verletzt und zwei getötet. Im Bemühen, Wildunfälle zu verhindern und die Sicherheit von Mensch und Tier zu steigern, startete der LJV im Februar 2013 ein Feldversuch in seinem Lehrrevier bei Bad Kreuznach. Auf einer Gesamtstrecke von rund fünf Kilometern installierte der LJV in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Mobilität sogenannte Wildwarnreflektoren.

Durch eine spezielle, blaue Reflektorfolie wird das Scheinwerferlicht nahender Fahrzeuge Richtung Wald und Feld abgelenkt. Die meisten Wildtiere nehmen die Farbe Blau als Signalfarbe wahr. Durch das reflektierende Licht sollen die Wildtiere vor heranfahrenden Fahrzeugen gewarnt und vom Überqueren der Straße abgehalten werden. Die Zahl der Wildunfälle in dem Versuchsgebiet belief sich im Jahr 2012 auf zehn gemeldete Kollisionen mit freilebenden Tieren – die Dunkelziffer der nichtgemeldeten Unfälle könnte durchaus höher sein.

Auch der Deutsche Jagdverband (DJV) führt mit dem ADAC in einem Gemeinschaftsprojekt Untersuchungen zur Wildunfallverhütung durch. Wie die Zwischenbilanz des vierjährigen Forschungsprojekts zeigt, konnte durch den Einsatz von Duftzäunen und blauen Reflektoren die Zahl der Wildunfälle örtlich um bis zu 80 Prozent reduziert werden. Erprobt werden die Präventionsmaßnahmen an 25 Versuchsstrecken in Schleswig-Holstein, an denen besonders oft Wildunfälle passieren.

Pressemeldung LJV-RLP 17.10.2013

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