Die Kreisgruppe Altenkirchen stellt sich vor

Das Zuständigkeitsgebiet der Kreisgruppe Altenkirchen im Landesjagdverband Rheinland Pfalz e.V. entspricht dem des gleichnamigen Landkreises. Die Fläche des Landkreises beträgt 64200 ha, davon sind 32000 ha bewaldet. Die jagdlichen Möglichkeiten sind in diesem waldreichen Kreisgebiet vielfältig. Es gibt aktuell 167 Jagdbezirke im Kreis.

Schwarzwild und Rehwild kommen in allen Revieren vor. In einigen Bereichen ist auch Rotwild heimisch. (Bis vor ca. 15 Jahren gab es im Wildenburger Land gute Muffel- und Damwild Vorkommen, die jedoch heute nicht mehr existieren). Lesen Sie hier weiter!

Afrikanische Schweinepest (ASP) - Handlungsprogramm

Anfang dieses Jahres wurden in Litauen und Polen die ersten Fälle von afrikanischer Schweinepest beim Schwarzwild festgestellt.


Sollte der Afrikanische Schweinepest (ASP) auf die deutschen Haus- und Wildschweinbestände übergreifen, hätte das fatale Auswirkungen auf die deutschen Schweinebestände bzw. Halter. Die Seuche, für die keinen Impfstoff gibt, hat immer einen tödlichen Verlauf für die Schweine. Menschen und andere Tiere sind von der Seuche nicht betroffen.


Vorbeugend dazu hat das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten, der Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V., die Interessengemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V., die Fachgruppe Jagdgenossenschaften im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz-Süd e.V. und der Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz e.V.
eine gemeinsame Bejagungsempfehlungen und Maßnahmen zur Reduzierung überhöhter Schwarzwildbestände verabschiedet.

 Handlungsprogramm

zur Reduzierung überhöhter Schwarzwildbestände und zur Absenkung des Risikos einer Ausbreitung von Tierseuchen für das Jagdjahr 2014/2015

Gemeinsame Bejagungsempfehlungen und Maßnahmen des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten, des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V., der Interessengemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V., der Fachgruppe Jagdgenossenschaften im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz-Süd e.V. und des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz e.V.
 
Die Schwarzwildbestände sind auf eine den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepasste Bestandsdichte zu bringen, um insbesondere
  • Schwarzwildschäden in der Landwirtschaft und im Weinbau zu verringern,
  • das Risiko einer möglichen Ausbreitung von infektiösen Tierseuchen abzusenken sowie
  • Gefahren durch Verkehrsunfälle mit Schwarzwildbeteiligung zu mindern.
 
Daher fordern die Unterzeichner alle Verantwortlichen vor Ort auf, die nachfolgenden, gemeinsam erarbeiteten Bejagungsempfehlungen und Maßnahmen umzusetzen:
  1. Der Schwarzwildbestand ist in allen Landesteilen von Rheinland-Pfalz deutlich zu verringern. Die zuständigen Behörden werden die jagd- sowie die tierseuchenrechtlichen Vorschriften konsequent anwenden und deren Einhaltung kontrollieren.
  2. Das Schwarzwild muss weiterhin ganzjährig intensiv bejagt werden. Hierzu sind die Jagdausübungsberechtigten, die Jagdrechtsinhaber und die zuständigen Jagdbehörden aufgefordert, alle jagdpraktischen und rechtlichen Möglichkeiten zur Optimierung der Schwarzwildbejagung auszuschöpfen. Die Jagdausübungsberechtigten in den staatlichen Regiejagden nehmen ihre Vorbildfunktion wahr.
  3. Neben eventuellen jagdbezirksspezifischen Vorgaben sollen die abzuschließenden Abschussvereinbarungen/Abschusszielsetzungen für Schwarzwild diese Bejagungsempfehlungen zum Inhalt haben.
  4. Frischlinge sind umfassend und unabhängig von ihrer Verwertbarkeit zu bejagen.
  5. Der Abschuss der Zuwachsträger (weibliche Stücke) ist deutlich zu steigern. Bachen, die noch erkennbar abhängige Frischlinge führen, sind zu schonen. Bei sich bietender Auswahlmöglichkeit gilt jedoch weiterhin die Regel „jung vor alt“.
  6. Jegliche Beschränkungen der Jagdausübung auf Schwarzwild durch Gewichts-oder Altersvorgaben erschweren den erforderlichen Reduktionsabschuss und sind zu unterlassen.
  7. Großräumige, revierübergreifende Bewegungsjagden gelten als besonders effektive Form der Schwarzwildbejagung und sind vermehrt durchzuführen.
  8. In den Mondphasen und bei Schneelage sollen Gemeinschaftsansitzjagden auf Schwarzwild durchgeführt werden, nach Möglichkeit revierübergreifend.
  9. Der künstliche Futtereintrag ist zu minimieren.Jäger, Grundeigentümer, Landnutzer und Jagdbehörden sollen Verstößen gegen die Fütterungs- und Kirrungsbestimmungen entschieden entgegen treten. Im Rahmen ihrer dienstlichen Verpflichtung sind Forstbeamte verpflichtet, ordnungswidrigesVerhalten anzuzeigen.
  10. Die Jagdausübungsberechtigten sollen revierlose Jäger und Jägerinnen am Abschuss von Schwarzwild beteiligen. Der Landesjagdverband fordert seine Mitglieder hierzu nochmals auf.
  11. Für die Erlegung von Schwarzwild werden in der staatlichen Regiejagd keine Jagdbetriebskostenbeiträge erhoben.
  12. Die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe unterstützen die Jagdausübungsberechtigten bei der Bejagung durch Verbesserung der jagdlichen Infrastruktur, insbesondere durch Anlegen von Schussschneisen -soweit hierdurch keine wirtschaftlichen Einbußen durch Wegfall von Fördermitteln zu besorgen sind. Sie fördern zudem die Bejagung durch sofortige Verständigung der Jagdausübungsberechtigten bei Einwechseln von Schwarzwild in gefährdete Kulturen. Die Bauern- und Winzerverbände fordern ihre Mitglieder auf, aktiv das Gespräch zur Verbesserung der jagdlichen Infrastruktur mit den Jagdausübungsberechtigten zu suchen.
  13. Die Unterzeichner appellieren an die Kreisverwaltungen und Verwaltungen kreisfreier Städte, ihre Möglichkeiten der Gebührenreduzierung für die Trichinenbeschau beim Schwarzwild, insbesondere bei Frischlingen, voll auszuschöpfen und die regionale Schwarzwildproblematik anlässlich der üblichen Jagdbeiratssitzungen mit allen Beteiligten zu diskutieren, um evtl. als untere Jagdbehörde in einzelnen Jagdbezirken steuernd eingreifen zu können.

Dr. Birgit Straubinger
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten
– Oberste Veterinärbehörde –

Kurt Alexander Michael
Präsident des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V.

Uwe Bißbort
Vorsitzender der Fachgruppe Jagdgenossenschaften im Bauern- und Winzerverband
Rheinland-Pfalz-Süd e.V.

Dr. Jens Jacob
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten
– Oberste Jagdbehörde –

Heribert Metternich
Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer im Bauern- und Winzerverband
Rheinland-Nassau e.V.

Winfried Manns
Verbandsdirektor und geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Gemeinde- und Städtebundes
Rheinland-Pfalz
 
 
Weitere Informationen unter:
 
 

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Samstag, 23. November 2019 01:33