Die Kreisgruppe Altenkirchen stellt sich vor

Das Zuständigkeitsgebiet der Kreisgruppe Altenkirchen im Landesjagdverband Rheinland Pfalz e.V. entspricht dem des gleichnamigen Landkreises. Die Fläche des Landkreises beträgt 64200 ha, davon sind 32000 ha bewaldet. Die jagdlichen Möglichkeiten sind in diesem waldreichen Kreisgebiet vielfältig. Es gibt aktuell 167 Jagdbezirke im Kreis.

Schwarzwild und Rehwild kommen in allen Revieren vor. In einigen Bereichen ist auch Rotwild heimisch. (Bis vor ca. 15 Jahren gab es im Wildenburger Land gute Muffel- und Damwild Vorkommen, die jedoch heute nicht mehr existieren). Lesen Sie hier weiter!

offener Brief - Gedanken zu Wald, Wild und Jagd

Gedanken zu Wald, Wild und Jagd, ein offener Brief von Rainer Schneider, Hegeringleiter  Weyerbusch vom 20. August 2013

Sehr geehrte Damen und Herren,

Zur Einleitung :

Immer häufiger wird die Öffentlichkeit mit Kommentaren, Sendungen und Berichten zur Sache Jagd, Wild und Natur konfrontiert. Logik und Verstand würden gebieten, dass der Personenkreis, der mit entsprechend ausreichendem Sachverstand, allein durch Schulung und ständige Fortbildung ausgestattet ist, nämlich die Jäger, ebenfalls gehört werden. Aber meist bleiben deren Ansichten ungehört.

Dies hat nach meiner persönlichen Ansicht mehrere Gründe:

Zum einen ist es nicht möglich sich zu jeglicher sachlichen Unkenntnis oder in einigen Fällen auch Dummheit zu äußern.

Hierzu zählen die Äußerungen des Herrn Klaus Kaiser im Beitrag des SWR vom.... Zur Unfallhäufigkeit während der Blattzeit. Schon allein durch nachweisbare Fakten, wie jährlich höhere Verkehrsdichte, Verringerung der natürlichen Freiflächen (Wald und Wiesen), höhere Nutzung der Agrarflächen führt dies zu mehr Wildunfällen im gesamten Jahr. Natürlich ist die Unfallhäufigkeit in der Blattzeit (Begattungszeit) des Rehwildes erhöht.

Jedoch durch die starke Beunruhigung der Wildeinstände, die durch die Freizeitgestaltung (Spaziergänger mit und ohne Hunde, Reiter Radfahrer, Jogger, Geocacher usw.) hervorgerufen wird, ist der Lebensraum des Wildes in den letzten 15-20 Jahren im mehr eingeengt worden.

Zu einem Kommentar „ Verkürzung der Schonzeit" möchte ich nur eine Frage stellen, Wenn wir, Jäger in den Landesjagdverbänden, dafür sind die jetzigen Schonzeiten aufrecht zu halten und nicht zu verkürzen, dann sind wir doch nach aller Logik auch nicht die, die übermäßig schießen wollen!

Danach steht uns auch die, in einiger Munde liegende Betitelung „Tier-Mörder" nicht zu!

Gleichzeitig streite ich nicht ab, dass die Jagd mir tiefe Freude bereitet und Wildfleisch zu den höchsten und saubersten Nahrungsprodukten gehört.

Hiermit komme ich nun zu einem Artikel einer Tierärztin (Dr. Jutta Etscheidt, Neuwied) in der Rheinzeitung. In diesem besagten Artikel werden einige Behauptungen aufgestellt, die nur durch Unwissenheit zustande gekommen sind und durch keine wissenschaftliche Abhandlung unterstützt werden.

Vorab: Ob der Klimawandel allein hausgemacht ist oder ob es ein natürlicher Ablauf ist, ist noch nicht wissenschaftlich belegt. Natürlich hat auch die 8-10fache Überbevölkerung der Erde ihren Anteil.

Mastjahre der nahrungstragenden Bäume wechseln sich nach wie vor mit „mageren" Jahren ab.

Allein der Faktor Nahrungsangebot der landwirtschaftlichen Produkte lässt die Bestände steigen.

Richtig im Artikel ist, dass der Abschuss von führenden Bachen, insbesondere Leitbachen (Bachen, die Rotten leiten) kontraproduktiv ist (siehe Abhandlungen Meynhardt, Happ usw.).

Alle Wildschweine, ob männlich oder weiblich nach Ende des ersten Lebensjahres bis Ende des Zweiten gehören zur Kategorie der Überlaufenden (nämlich ins dritte Lebensjahr).

Das sich in unsere viel zu dicht besiedelte Kulturlandschaft (nicht nur Rheinland-Pfalz, noch weniger Westerwald) auf die Dauer der Zeit weder Wolf, noch Luchs, geschweige denn Bär, hält, dürfe eigentlich bei entsprechender Folgerung aus deren Population klar sein.

Ob die angebliche Rückkehr von Luchs und Wolf in unserer immer stärker zersiedelten, mit Straßen zerschnittenen Landschaft natürlichen Ursprungs ist, muss noch bewiesen werden. Im Internet und auf dem Schwarzmarkt sind Luchs und Wolf zu enormen Preisen als Haustiere zu erhalten. Das Aussetzen und Ausbüchsen von, als Haustiere gehaltenen Exoten hat drastisch zugenommen, (siehe Pressemitteilung vom 15.8.2013 in der RZ)

Nun zu den Fakten des tierschutzgerechten Tötens, ohne auf Stress des Schlachthofes und der Zuchtanlagen einzugehen.

Alle, zur Nahrungsaufnahme jagende Caniden (Hundeartige) (Europa, Afrika, Amerika) fallen ihre Beute von hinten an. Diese, die Beute, wird meist so niedergezogen und noch lebend ihre Eingeweide beraubt. Erst dabei und durch den Blutverlust (Hauptschlagader im Beckenbereich) stirbt die Beute. Lediglich Beutetiere, kleiner als das jagende Tier, werden durch den Drosselbiss „erdrosselt". Auch hier dauert dieser Vorgang mehrere Minuten.

Im Eigentlichen ist der Drosselbiss aber den katzenartigen Jägern vorbehalten, und dieser Biss nur bei nicht wehrhaftem Wild (Afrika>Garzellen). Das Töten eines Büffels durch mehrere Löwen ist wohl eins der grausamsten Kapitel und unlängst im TV zu verfolgen. Schlüsselszenen werden allein wegen Grausamkeit ausgeklammert. Auch verletzte Tiere sind in der freien Natur häufig an der Tagesordnung. In diesem Bericht erlag ein Nilpferd erst am nächsten Tag den gut zu sehenden Wunden durch Löwenangriffen aus der Nacht.

In diesem Sinne ist der Schuss des Jägers auf ein Tier mit maximaler Totfluchtdistanz von 40-80 m in 4-5 Sekunde beendet (ca. bis 30 %). Der Normalfall, der Schuss vom Ansitz ist der Schocktot (ca.55 %).

Lediglich 10% der auf der Ansitzjagd abgegebenen Schüsse bedürfen einer Nachsuche. Davon sind ca. 50% Totsuchen, also es wird verendetes Wild gefunden. 30-40% werden nach ca. 12 Stunden noch lebend angetroffen und dann erlegt.

Um nun klarzustellen:

Nur unter 10% des be- oder angeschossenen Wildes wird nicht gefunden oder kann auf Grund der geringen Verletzung nicht gefunden werden (Fehlsuche oder Kontrollsuche). Die bedeutet, dass lediglich unter 1% des durch Schuss verletzten Wilds nicht gefunden wird. Der Anteil von verletztem Wild durch Straßenverkehr oder Landmaschinen ist wesentlich höher.

Dies ist bei einer Drückjagd, bei der auf beunruhigtes Wild geschossen wird anders.

Hier werden geübte Schützen (Nachweis Schiesskino) auf flüchtiges Wild (nicht Hochflüchtig> rennend) jedoch auf kurze Distanzen im Regelfall 20-60 m, gefordert.

Dort wird jeder Schuss kontrolliert.

40% des Wildes mit Körpertreffer liegt auf der Stelle. 40% des getroffenen Wildes nach 40-80 m. Nachgesucht werden müssen lediglich 20%. Hier werden 10% innerhalb von 12 Std. gefunden. 5-8% sind danach Schüsse die ausgeheilt werden, dementsprechend geringfügige Verletzung. Die prozentualen Angaben beruhen unter anderem auf Erkenntnissen namhafter Schweißhundeführer in Rheinland-Pfalz.

Nun gehe ich dann doch noch, selbst wider besseren Wissens, auf die absolut unfachlichen, polemischen Gedanken eines Forstbeamten ein, der da behauptet, die zu hohe Population der Paarhufer im Wald sei mit Schuld an der Zeckenplage.

Sei es drum: Die weibliche Zecke legt ca. 3000 Eier im grünen Umfeld. Aus den Eiern entwickeln sich Larven. Deren Wirt sind Mäuse, Igel und ähnliche. Es erfolgt die erste Blutmahlzeit und daran anschließend die erste Häutung. Die daraus entstehenden Nymphen legen sich Kleinsäuger wie Fuchs Igel, Eichhörnchen zu. Auch Kleinvögel bleiben als Wirt nicht unberücksichtigt.

Nach zweiter Blutmahlzeit erfolgt die zweite Häutung und der Entwicklungstand Zecke ist erreicht.

Erst jetzt ist sie in der Lage von niedrigen Gewächsen, auch aus dem Gras, sich an vorbeistreifenden Säuger (auch Mensch) anzubinden. Daraus geht ganz klar und logisch hervor, der Entwicklungsprozess ist nur einzudämmen, wenn

1. alle Grünflächen gespritzt würden

2. alle Kleinsäuger dezimiert oder vernichtet würden

Wollen wir das? Ich hoffe Nein.

Last but not least komme ich, leider zu kurz, zu dem ideologisch politischen Aspekt.

Es ist wichtig zu erkennen, dass es in bestimmten politischen Bereichen Bestrebungen gibt, aus Unkenntnis gepaart mit „Bambidenken", Dummheit, Neid und aufgezwungenen vegetarischen Gedanken, die Jagd abzuschaffen. Die aber daraus erfolgende Überpopulation würde mit Krankheiten und Seuchen bis zum elenden Tot dahin vegetieren, da es in den meisten Flächen unseres Landes nicht die notwendigen Prädatoren geben kann.

Vielen Dank für Ihr geduldiges Lesen oder die Mühe um die Lesezeit

Mit Waidmannheil und Gruß

- Rainer Schneider -

Termine

Keine Termine

Besucher

Heute56
Gestern236
Woche1713
Monat3647
Gesamt135137

Sonntag, 17. November 2019 15:22