Die Kreisgruppe Altenkirchen stellt sich vor

Das Zuständigkeitsgebiet der Kreisgruppe Altenkirchen im Landesjagdverband Rheinland Pfalz e.V. entspricht dem des gleichnamigen Landkreises. Die Fläche des Landkreises beträgt 64200 ha, davon sind 32000 ha bewaldet. Die jagdlichen Möglichkeiten sind in diesem waldreichen Kreisgebiet vielfältig. Es gibt aktuell 167 Jagdbezirke im Kreis.

Schwarzwild und Rehwild kommen in allen Revieren vor. In einigen Bereichen ist auch Rotwild heimisch. (Bis vor ca. 15 Jahren gab es im Wildenburger Land gute Muffel- und Damwild Vorkommen, die jedoch heute nicht mehr existieren). Lesen Sie hier weiter!

Fragen an 2000 Wildschweine

Helmut Hilpisch liefert Daten aus der Sammelstelle – Chance für Wildbiologie vertan?

Kreisgebiet. Wer in den vergangenen drei Jahren im Kreis Altenkirchen ein Wildschwein erlegte, musste es wegen der hier festgestellten Schweinepest (KSP) zunächst in einer der beiden Wildsammelstellen abliefern. Wildmeister Helmut Hilpisch betreute die Sammelstelle in Kirchen-Junkernthal. Er sah in der kompletten Übersicht der Strecke dreier Jahre die einmalige Gelegenheit, wertvolle Daten zu sammeln, die sogar von wissenschaftlicher Bedeutung sein könnten und nutzte die Chance.

Seit 27 Jahren betreut Berufsjäger Hilpisch einen 1100 Hektar großen Eigenjagdbezirk des Freiherrn Friedrich von Hövel, der die Einrichtung der Wildsammelstelle in Junkernthal begrüßte. Sie besteht aus einem unterteilten Hochsee-Container, in dem der Edelstahl glänzt. Wildmeister Hilpisch ging mit dem ihm eigenen Elan zur Sache und bemerkte schnell, dass hier eine Fülle von Material geliefert wurde, das nicht nur aus Wildpret bestand, sondern auch einen statistischen Schatz darstellte, der danach verlangte, gehoben zu werden.

Hilpisch fasste seine Fragen an die rund 2000 Junkernthaler Wildschweine in einem Katalog von zehn Punkten zusammen. Was wurde zum Beispiel unter welchen Umständen erlegt? 54 Prozent der Sauen starben überwiegend nachts an Kirrungen. Hier sieht Hilpisch ein Argument für diese Jagdmethode. Wie war der Erfolg am Tag auf Wildschadensflächen? Welchen Einfluss hatte das Wetter? Gut geschossen wurde offenbar, denn die Trefferlage erntete von Hilpisch allgemein sehr positive Kritik. Ein Viertel kam im Frühjahr zur Strecke und von Oktober bis Dezember war Hauptsaison. Nicht selten hingen 50 Sauen im Sammel-Container.

Eher in einem Trauerspiel fühlte sich Hilpisch dagegen bei der Ermittlung des Alters der erlegten Schweine. Im Schnitt wurden die Tiere (Frischlinge und Überläufer ausgenommen) 2,1 Jahre alt. Ganz erwachsen, so Hilpisch, wären sie erst mit fünf Jahren gewesen. Für den Wildmeister hat eine jugendliche Schweine-Population allerdings weit reichende Folgen. Zunächst sieht er hier eine direkte Ursache der starken Vermehrung des Schwarzwildes, weil sich ein junger Bestand schon aus biologischen Gründen schneller reproduziere. Weitere Gründe sieht Hilpisch in der sozialen Struktur des Schwarzwilds, wo sich überwiegend ältere Keiler und Bachen die Paarung vorbehielten. Diese Ordnung gerate beim Fehlen älterer Stücke durcheinander mit der Folge massiver und unzeitgemäßer Vermehrung.

Mit Bedauern vermisst Hilpisch eine wissenschaftliche Begleitung der Wildsammelstellen seitens des Ministeriums schon seit deren zahlreicher Einrichtung vor rund 15 Jahren auf linksrheinischem Gebiet. Hier sei eine einmalige Chance vertan worden, wildbiologisch und jagdwissenschaftlich relevante Erkenntnisse zu gewinnen, denn „damals war die Struktur der Bestände noch in Ordnung". Heute dagegen seien überall ähnliche Ergebnisse wie in Junkernthal zu erwarten.

In seinem Jägerleben hat Hilpisch nur drei über fünf Jahre alte Keiler gesehen. „Alte Keiler laufen lassen" empfiehlt er seinen Waidgenossen. Mit Erstaunen registriert er, dass Keiler bei Gesellschaftsjagden im November/Dezember freigegeben werden, obwohl sie dann ungenießbar sind. Er plädiert sogar für eine Schonzeit von Anfang Februar bis Mitte Juni für Schwarzwild außer Frischlingen und Überläufern. Sein Argument: Seit Aufhebung dieser Schonzeit 1998 haben sich die Abschusszahlen beim Schwarzwild in Rheinland-Pfalz um 63 Prozent erhöht.

Im Kampf gegen die Schweinepest bescheinigte Hilpisch der heimischen Jägerschaft eine Fleißarbeit und „gnadenlose Befolgung" des Tierseuchengesetzes. Man habe die Restriktionen respektiert und in guter Zusammenarbeit mit der Veterinärbehörde der Seuche Einhalt geboten.

Klaus Holl

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Sonntag, 17. November 2019 15:46