Die Kreisgruppe Altenkirchen stellt sich vor

Das Zuständigkeitsgebiet der Kreisgruppe Altenkirchen im Landesjagdverband Rheinland Pfalz e.V. entspricht dem des gleichnamigen Landkreises. Die Fläche des Landkreises beträgt 64200 ha, davon sind 32000 ha bewaldet. Die jagdlichen Möglichkeiten sind in diesem waldreichen Kreisgebiet vielfältig. Es gibt aktuell 167 Jagdbezirke im Kreis.

Schwarzwild und Rehwild kommen in allen Revieren vor. In einigen Bereichen ist auch Rotwild heimisch. (Bis vor ca. 15 Jahren gab es im Wildenburger Land gute Muffel- und Damwild Vorkommen, die jedoch heute nicht mehr existieren). Lesen Sie hier weiter!

Viel Ermutigung für heimische Jäger

Landwirte, Waldbauern, Politik und Verband setzen auf gute Zusammenarbeit

Daaden. Viel Zuspruch und Ermutigung bekam die Kreisgruppe Altenkirchen im Landesjagdverband (LJV) während ihrer Jahrestagung im Daadener Bürgerhaus. Landrat Michael Lieber brachte die positive Stimmung mit einem „großen Dankeschön" für den vielfältigen Einsatz der Jäger auf den Punkt. Leider sei die gesellschaftlich wichtige Jagd aber auch Vorurteilen ausgesetzt, was sie in ein falsches Licht bringe.

Nach der musikalischen Begrüßung durch die Bläsergruppe Daaden/Herdorf unter Walter Strunk dankte Kreisgruppen-Vorsitzender Alois Trapp dem ausrichtenden Hegering mit seinem Leiter Rolf Göbel für den herzlichen Empfang im eindrucksvollen Bürgerhaus und begrüßte die zahlreichen Gäste. Unter ihnen Erhard Bäder, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes.

Friedrich Baron von Hövel sprach sich als Vorsitzender des Waldbauvereins Kreis Altenkirchen für einen angepassten Wildbestand aus. Damit sieht er sich beim Aufbau stabiler Mischwälder – tunlichst durch Naturverjüngung – an der Seite der unterstützenden Jäger.

In einer Gesellschaft im Wandel forderte Georg Groß, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes den Zusammenhalt aller Naturnutzer. Er warb für ein starkes Bekenntnis zur Jagd, die Jahrtausende überdauert habe und weiter bestehen werde. Beim Thema Wildschaden setzt Groß auf Miteinander. Mit einer Anbaufläche von 700 Hektar im Kreis sieht er hier keine Mais-Problematik. Die als alternative Energie benötigte Pflanze sei auch, anders als ökologischer Waldbau, nicht für die Vermehrung des Schwarzwildes verantwortlich.

Kurt Schüler, Vorsitzender der Regionalgruppe Nord im LJV, sieht in der Jägerschaft gelebte Nachhaltigkeit. Hier seien Freunde und Kenner der Natur am Werk, für die Naturschutz nicht Selbstzweck sei. Ihr Einsatz für Tier- und Umweltschutz werde von Respekt getragen und diene den Lebensgrundlagen. Auch angesichts der Ansätze für ein ökologisches Jagdgesetz denkt Schüler nicht an eine eigene Partei. Man werde aber mit gemäßigten politischen Kräften im Gespräch bleiben.

Eine breite Palette von Terminen, Diensten, Hilfen und Aktivitäten wurde von Erhard Bäder als Leistungen des LJV für die Jägerschaft in Rheinland-Pfalz präsentiert. Bei allem Engagement sei aber Zurücklehnen alles andere als angebracht. Die Angriffe gegen Jäger und Jagd gingen weiter – in Richtung Enteignung der Grundbesitzer und Degradierung der Jäger zu Schädlingsbekämpfern. Bäder forderte angesichts gefährdeter Niederwildbesätze, etwa beim Bio-Indikator Rebhuhn, bei Wachtel, Feldlerche, Hamster oder Wiesenweihe, effektive Predatorenbekämpfung. Dazu gehöre unbedingt auch weiterhin die Fallenjagd. Mit einem „entsetzten Seitenblick nach Nordrhein-Westfalen" registrierte Bäder die Änderungsvorhaben im dortigen Landesjagdgesetz.

Mit hoffnungsvollem Blick auf das Ende der Schweinepest-Restriktionen noch im Mai dankte Alois Trapp schon jetzt der Jägerschaft für ihren jahrelangen unermüdlichen Einsatz bei der Impfung, den Betreuern der Wildsammelstellen und für gute Zusammenarbeit mit Veterinäramt und unterer Jagdbehörde. Als einen Höhepunkt des Jahres nannte er den gelungenen Auftritt beim Kreisheimattag in Betzdorf, wesentlich ermöglicht durch den Hegering Betzdorf-Kirchen/Oberes Siegtal. Von Juli bis November wurde der Schießstand im Altenkirchener Johannistal auf den neuesten Stand gebracht.

Hundeobmann Achim Schneider berichtete von den 21 Wochen Vorbereitung auf die Brauchbarkeitsprüfung für Jagdhunde. Sein Dank galt seiner Stellvertreterin Bianca Fries, allen Mitstreitern und den Pächtern, die ihre Reviere großzügig zur Verfügung stellten. Auf eine entsprechende Frage antwortete Alois Trapp, dass im neuen Schöneberger Übungsweiher zwar Fische ausgesetzt wurden, das Gewässer aber erstrangig der Hunde-Ausbildung diene. Trotz umfangreicher Renovierung am Schießstand verbuchte Schießobmann Stephan Schnura 62 Termine im Johannistal. Peter Halbe, für jagdliches Brauchtum zuständig, zählte 100 Einsätze der Bläsergruppen, verwies auf erfreuliche Zugänge und den zehnten Landestitel für Alsdorf/Hachenburg während der BUGA in Koblenz mit 583 von 585 möglichen Punkten. Am 13. Mai feiert die Bläsergruppe Hamm ihren 50. Geburtstag. Jan Lock verwies auf Tontaubentraining der jungen Jäger in Polch und ihr Vorhaben, Jugendliche im Wald zu begleiten. Ordnungsgemäße Kassenführung durch Dietmar Haberkamp führte zur Entlastung des Vorstands.

Sabine Hochhäuser hat schon 80 Stunden als „Kellerkind am PC" im Dienst der Öffentlichkeitsarbeit an der neuen Homepage gearbeitet. 100 Besuche täglich empfindet sie durchaus als Lohn der Mühe. Kreisjagdmeister Josef Weitershagen hob bei seiner Streckenmeldung hervor, dass 280 im Straßenverkehr getötete Rehe einen neuen Tiefstand seit 2001/2 bedeuten. Nur zehn seien von der Straßenmeisterei entsorgt und dem Kreis in Rechnung gestellt worden. Die Zahlen führten in der Versammlung zur Frage, ob die Weigerung der Jäger, Straßen-Fallwild zu entsorgen, überhaupt die gewünschte Druckwirkung erziele. Die Jagdzeit auf Tauben vom 1. November bis 20. Februar nannte Weitershaben abartig. In zwei Revieren mit enormen Wildschäden wurden Genehmigungen der Jagd ab 1. August erreicht – mit gutem Erfolg. Die stark schwankende Wildschwein-Strecke bleibt für den Kreisjagdmeister letztlich ein Rätsel. 528 erlegte Sauen bedeuten gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 62 Prozent.

Mit sichtlicher Freude ehrte Alois Trapp nicht weniger als 21 Waidmänner mit Urkunden und Nadeln. 40 Jahre Mitglied im Deutschen Jagdverband (DJV) sind Rolf Birkenbeul, Karl-Heinz Heinrichs, Baron Friedrich von Hövel, Artur Leber, Kunibert Link, Franz Kick, Eckehard Müller, Harald Müller, Jürgen Seifen und Peter Schäfer. 50 Jahre dabei sind Alfred Fischbach, Horst Lehnert, Sylvester Schmidt und Gerhard Wagner. Für 60-jährige Treue geehrt wurden Erwin Helsper, Erwin Jung und Herbert Weber. 70 Jahre im Verband sind Reinhold Fehlenberg und Hans Koch. Unübertroffen natürlich Hans Enders, der seit 80 Jahren Mitglied im DJV ist und just am Tag der Ehrung seinen 99. Geburtstag feierte. Daniel Seibert wurde mit der Verdienstnadel des DJV in Bronze ausgezeichnet und Günther Roth erhielt die Verdienstnadel in Silber des LJV.

 

 

 

 

 

Die Bühne des vortrefflichen Daadener Bürgerhauses war gerade breit genug für die stattliche Zahl geehrter Waidmänner.

Von links: Peter Schäfer (40 Jahre Mitglied), Alois Trapp, Alfred Fischbach (50), Baron Friedrich von Hövel (40), Artur Leber (40), Franz Kick (40), Erwin Jung (60), Eckehard Müller (40), Rolf Birkenbeul (40), Harald Müller (40), Daniel Seibert (DJV-Verdienstnadel Bronze) und Günther Roth (LJV-Verdienstnadel Silber).

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Donnerstag, 14. November 2019 06:21