Hegeringe der Kreisgruppe Altenkirchen

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Die Hegeringe liegen im nördlichsten Landkreis von Rheinland-Pfalz und zugleich auch im nördlichsten Teil des Westerwaldes. In der Region finden sich Spuren des Sozialreformers Friedrich-Wilhelm Raiffeisen, der hier gelebt und gewirkt hat, sowie wunderbare und vielfältige Naturräume mit hohem Waldanteil und spannende Naturdenkmäler wie zum Beispiel der sagenumwobene Druidenstein, eine Basaltpyramide bei Kirchen-Herkersdorf, die "Glockenbuche" in Dickendorf sowie Sehenswürdigkeiten wie das Wasserschloss Crottorf, die reetgedeckte 400 Jahre alte " Steinches Mühle" in Daaden oder das Wallfahrtskloster Marienthal. Viele weitere kulturhistorische Bauwerke runden das interessante Bild der Region ab.

Das Mittelgebirge Westerwald zeichnet sich durch einen hohen Baumbestand, weitläufige Wiesen und Felder und urige Streuobstwiesen aus. Aber auch Höhenlagen zwischen 300 bis 600 m bieten ideale Lebensräume für alle heimischen Wildarten. Das Waldkleid ist gekennzeichnet durch Mischwälder aus Eiche, Buche, Fichte, Ahorn, Esche, Birke, Lärche, Tanne und Douglasie. Vormals geprägt vom Erzbergbau und Basalt- Schiefersteinbrüchen haben sich in den stillgelegten Gruben und Steinbrüchen zahlreiche Naturschutzgebiete mit seltenen Pflanzen und Tieren etabliert. So kann man in den einzelnen Revieren durch aus auf wilde Orchideen treffen sowie Eisvögel und Schwarzstörche beobachten.

Neben Reh- und Schwarzwild werden Fuchs, Dachs, Hase, Wildtaube, Wildente sowie vereinzelt auch Dam- und Rotwild registriert. Als regionale Besonderheit kann man das Vorkommen von Haselhühnern in einem der Hegeringe hervorheben.

 

Jäger haben Hausaufgaben gemacht"

DJV veröffentlicht Jagdstatistik / Umdenken in der Energiepolitik gefordert

(Berlin, 15. Januar 2014). Im Jagdjahr 2012/13 haben die Jäger in Deutschland 644.233 Wildschweine erlegt. Das ist die zweithöchste, jemals erzielte Strecke. Dies geht aus der aktuellen Jagdstatistik des Deutschen Jagdverbands (DJV) hervor, die der Verband jetzt für Paarhufer veröffentlicht hat. Verglichen mit dem Mittelwert der vorangegangenen fünf Jahre sind dies 26 Prozent mehr Wildschweine. Im laufenden Jagdjahr sind laut Verband die Jagdergebnisse regional stark rückläufig. „Die Jäger haben ihre Hausaufgaben gemacht“, sagte Dr. Wolfgang Bethe, Wildschwein-Experte im DJV-Präsidium. Die Schwarzkittel müssten aber weiterhin intensiv bejagt werden, so Bethe. Schließlich könnten die anpassungsfähigen Allesfresser ihren Bestand pro Jahr nahezu verdreifachen. Im Vergleich mit dem 5-Jahres-Mittel ebenfalls positiv sind die Jagdergebnisse 2012/13 für Rehe mit plus 7 Prozent, Rothirsche (plus 16 Prozent) und Damhirsche (plus17 Prozent).

Europaweiter Trend festgestellt

Die Jagdstatistik für die genannten Paarhufer hat sich unabhängig von der Jagdpolitik in ganz Europa positiv entwickelt. Ein Hinweis darauf, dass die Lebensbedingungen sich verbessert haben: Warme Winter im Zuge des Klimawandels und ein Überangebot an Nahrung sind die Hauptfaktoren. Besonders profitiert das Wildschwein: Seit 1975 hat sich die Zahl der erlegten Tiere in Deutschland verfünffacht, in Österreich sogar verzehnfacht. In Polen und im fernen Japan hat sich die Zahl der erlegten Schweine vervierfacht. Und der anpassungsfähige Allesfresser erobert immer neue Areale. In Mitteleuropa kommen Schwarzkittel mittlerweile über 1.000 Höhenmetern vor. Norwegen und Dänemark – bis in die 1990er Jahre wildschweinfrei – sind längst besiedelt.

Vor allem vom Wandel der Agrarlandschaft profitieren die Wildschweine laut DJV. Raps und Mais sind begehrte nahwachsende Rohstoffe, die inzwischen auf elf Prozent der Bundesfläche angebaut werden. Die Wegzüchtung der Bitterstoffe machte Raps ab den 1990er Jahren besonders attraktiv für die Landwirtschaft. Mais ist seit etwa 15 Jahren begehrter Rohstoff für die Biogasproduktion. Seit 1960 ist die Anbaufläche von Raps und Mais um das 26-fache angestiegen. Insgesamt 3,8 Millionen Hektar zusätzliche Nahrung und Lebensraum stehen somit Wildtieren zur Verfügung.

Politische Weichenstellung in der Energiepolitik gefordert

„Wir fordern eine politische Weichenstellung in der Energiepolitik. Es darf nicht sein, dass wir weiterhin auf Kosten der Artenvielfalt vermeintlich saubere Energie auf unseren Feldern produzieren“, sagte Dr. Bethe. Während das Wildschwein sich ausbreite, seien Wiesenbrüter, Feldhamster oder Feldhase auf dem Rückzug. Der DJV schlägt vor, Raum zu schaffen für intelligente Naturschutzansätze im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik und des Greenings. Diese müssen für Landwirte finanziell attraktiv sein und in die Produktion integriert werden können. Dazu müssten bürokratische Hürden abgebaut werden. Im Idealfall kann ein Landwirt künftig ökologische Vorrangflächen bewirtschaften, indem er darauf beispielsweise Wildpflanzen ohne Einsatz von Pflanzenschutzmitteln für Biogas anbaut. Die blühenden heimischen Wildpflanzen wirken für Schmetterlinge, Eidechsen und Bodenbrüter wie Trittsteine und begünstigen somit die Artenvielfalt. Im Idealfall lassen sich die abgeernteten Flächen ab August als Jagdschneisen im Maisfeld für die Bejagung von Wildschweinen nutzen, die von der Ausweitung des Maisanbaus stark profitieren. Ein gemeinsames Projekt von Bundeslandwirtschaftsministerium, Bauernverband und Jägern habe die Wirksamkeit von Bejagungsschneisen belegt, sagte Dr. Bethe. Es kämen mehr Schweine zur Strecke und Bodenbrüter profitierten von den Wildkräutern.

Keine Jagd ist keine Lösung

Eine klare Absage erteilt der DJV der Forderung von Tierschützern, die Jagd auf Wildschweine ganz einzustellen. „Wo heute 100 Wildschweine leben, sind es im nächsten Jahr 330“, sagte Dr. Bethe. „Ausgehend vom derzeitigen Frühjahrsbestand hätten wir innerhalb von zwei Jahren über drei Millionen Wildschweine.“ Dann setze eine Bestandsregulierung auf natürlichem Wege ein: „Parasiten und Krankheiten befallen die Tiere, Seuchen entstehen“, sagte der Veterinär Dr. Bethe. Besonders gefürchtet ist die Schweinepest, da sie auf Hausschweine übertragen werden kann. Massenkeulungen und ein Export-Verbot für Schweinefleisch wären die verheerenden Folgen. „Das würde es bedeuten, wenn man die Natur sich selbst überlässt“, so Dr. Bethe. „Wollen wir das wirklich?“

Auf der Grünen Woche vom 17. bis 26. Januar präsentiert der DJV in einem naturnahen Biotop Wildpflanzen für die Biogasproduktion. Gemeinsam mit Partnern des Netzwerkes Lebensraum Feldflur beantwortet der Verband Fragen rund um das Thema.

Die Veröffentlichung von aktuellen Jagd-Daten zu eingeschleppten Arten wie Marderhund und Waschbär sind zur Messe Jagd und Hund geplant, Europas größter Fachmesse für Jagd. Diese findet vom 4. bis 9. Februar 2014 in Dortmund statt.

 

 



Jäger in der Falle?

Vorurteile statt Fakten: ZDF schlägt DJV-Interview aus

(Berlin, 14. Januar 2014). Die Vorankündigung der Dokumentation „Jäger in der Falle" (http://www.bit.ly/KUeYUS) in der ZDF-Sendung planet e (Erstausstrahlung 19. Januar 2014, 14.40 Uhr) bedient bekannte Vorurteile gegen die Jagd. Der Text lässt vermuten, dass keine ausgewogene Berichterstattung zu erwarten ist. Der Deutsche Jagdverband (DJV), als Interessenvertretung der Jäger in Deutschland, hat dem Autor Bernd Welz umfangreiches Recherchematerial zur Verfügung gestellt und auf Anfrage ein Interview zugesagt. „Da die Ausstrahlung zum Jahresende vom ZDF von März auf Januar 2014 vorverlegt wurde, konnten wir kurzfristig keinen Dreh in der vom Autor geforderten ‚adäquaten waidmännischen Situation' bei einer Drückjagd realisieren. Wir haben selbstverständlich Alternativen angeboten", so DJV-Pressesprecher Torsten Reinwald.

Weil Büro-Szenen laut Autor aber nicht ins Konzept passten, hat das ZDF ein Interview gänzlich ausgeschlagen. Gegen dieses Vorgehen protestiert der DJV. Es lasse darauf schließen, dass es Bernd Welz nicht, wie in seiner ursprünglichen Interview-Anfrage formuliert, darum ging, die „offizielle Jägersicht" im Beitrag abzubilden, sagt Reinwald.

Dafür kommen fragwürdige Experten zu Wort. Bereits Anfang November 2013 veröffentlichte die Mainpost einen Artikel zum ZDF-Dreh mit Jagdgegnern. Autor Bernd Welz ließ sich hierfür unter anderem zusammen mit „Bürgeranwalt" Dominik Storr ablichten. Dieser vertritt Jagdgegner, die eine Pflichtmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften ablehnen. Er taucht im Umfeld der totalitären Sekte Universelles Leben auf und ist Gründer der Initiative „Sauberer Himmel". Storrs Verschwörungsthese dahinter: Kondensstreifen von Flugzeugen sind in Wirklichkeit "Chemtrails", die versprüht werden um Menschen zu vergiften oder zu manipulieren.

Der DJV ruft Jäger und Naturinteressierte dazu auf, gegen „Jäger in der Falle" sachlich, mit Hilfe von Fakten zu protestieren und den Redaktionsleiter Volker Angres anzuschreiben.

Kontakt:

ZDF Mainz
planet e
Volker Angres
Redaktion Umwelt

55100 Mainz

E-Mail: planet-e@zdf.de und angres.v@zdf.de

In einem Frage-Antwort-Papier entkräftet der DJV die wichtigsten Vorurteile aus der Vorankündigung. Etwa, dass Genf ein jagdfreier Kanton sei, oder dass Jäger schuld seien am Boom der Paarhufer Wildschwein, Reh und Hirsch.

Faktensammlung

ZDF-Sendung „Jäger in der Falle"

Fragen und Antworten zu Jagd und Jägern in Deutschland

Regelt sich die Natur selbst, wenn die Jagd eingestellt wird?

Für jede Art von Wildtier gibt es in seinem Lebensraum eine bestimmte Kapazitätsgrenze, die durch Faktoren wie Witterung, Nahrung, Fressfeinde und Krankheiten beeinflusst wird. Je dichter Tiere einer Art zusammenleben, desto einfacher haben es Parasiten und Krankheitserreger: Sie breiten sich schnell aus und es kommt zu Epidemien.

Für optimale Wildschweingebiete in Deutschland liegt die Kapazitätsgrenze bei über einer Million Tiere. Ohne Jagd wäre diese Grenze innerhalb weniger Jahre überschritten, da die jährliche Reproduktionsrate bei 230 Prozent liegt: Wo heute 100 Schweine leben wären es folglich in einem Jahr 330 Tiere. Ein konkretes Rechenbeispiel: Anhand der Zahl der erlegten Tiere für das Jagdjahr 2012/13 (ca. 644.000 Tiere) lässt sich ein fiktiver Frühjahrsbestand im Jahr 2012 von 300.000 Tieren festlegen. Ohne Jagd hätte der Frühjahrsbestand 2013 bei 990.000 Tieren gelegen, im Frühjahr 2014 dann bei 3,3 Millionen.

Ohne Jagd stiege das Schweinepest-Risiko innerhalb weniger Jahre so stark an, dass es unweigerlich zu einer Epidemie käme – die Natur regelt sich dann tatsächlich selbst. Doch sind die Folgen ethisch und ökonomisch vertretbar? Der Krankheitsverlauf ist für das einzelne Schwein qualvoll und meist tödlich. Beim Auftreten der Schweinepest in Wildtierbeständen gilt ein regionales Export-Verbot für jegliches Schweinefleisch aus Deutschland. Der volkswirtschaftliche Schaden durch sich unkontrolliert vermehrende Wildschweine wäre nicht absehbar. Bereits heute verursachen Wildschweine in einer Nacht Schäden, die pro Feld bereits mittlere 4-stellige Euro-Werte erreichen.

Wie wurde die Kapazitätsgrenze von über einer Million Schweine festgelegt? Experimente zeigen: In naturnahen Gattern ohne Zufütterung können bis zu 10 Wildschweine pro 100 Hektar problemlos leben, die Werte in der Literatur sind teilweise noch deutlich höher. Der derzeitige Frühjahrsbestand in freier Natur liegt für Deutschland bei etwa 0,5 Sauen pro 100 Hektar. In optimalen Habitaten (Wald und angrenzende Bereiche) erreichen Schweine in Deutschland Dichten von etwa 1,5 Individuen pro 100 Hektar. Anhand der Gatterzahlen bedeutet dies für etwa 11 Millionen Hektar Waldfläche: Die Kapazitätsgrenze liegt bei über einer Million Schweine. Da Feldflächen ebenfalls besiedelt werden, liegt die eigentliche Grenze etwas höher.

Quellen: Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover; Richard B. Primack, Essentials of Conservation Biology; Lutz Briedermann, Schwarzwild; Deutscher Jagdverband, WILD-Bericht 2010

Sind Fütterungen durch Jäger Schuld am Boom der Paarhufer in Deutschland?

Fütterungen von Wildtieren durch Jäger sind in den meisten Bundesländern gänzlich verboten. In Notzeiten – etwa bei hohen Schneelagen oder Überschwemmungen – können Behörden für Pflanzenfresser wie Hirsche eine Fütterung, beispielsweise mit Heu, verfügen.

In unserer Kulturlandschaft bereitet der Mensch für Wildtiere ein regelrechtes Schlaraffenland und füttert so ganz nebenbei das ganze Jahr über. Futterquelle Nummer eins: Die künstlich erzeugte Klimaerwärmung sorgt im Wald für steigende Samenproduktion bei Eichen und Buchen. So genannte Mastjahre gibt es in neuester Zeit alle zwei Jahre. Dann produzieren Eichen und Buchen bis zu 11 Tonnen Samen pro Hektar. Noch vor 50 Jahren gab es Mastjahre etwa alle 7 Jahre. Futterquelle Nummer 2 und Extra-Lebensraum: Raps- und Maisfelder, sie bedecken zwischenzeitlich 11 Prozent der Fläche Deutschlands. Seit 1960 hat sich deren Fläche in Deutschland um den Faktor 26 vergrößert. Der Getreide-Ertrag pro Hektar stieg im selben Zeitraum von 2,5 Tonnen pro Hektar auf 7. Besonders attraktiv für Landwirte ist Raps seit den 1990er Jahren, weil Bitterstoffe herausgezüchtet wurden. Das schmeckt auch Reh und Wildschwein. Mais hat in den 2000er Jahren einen Boom erlebt für die Biogas-Produktion. Insbesondere Wildschweine profitieren. Sie werden aufgrund der guten Nahrungslage bereits ab 5 Monaten geschlechtsreif, weil sie dann bereits 30 Kilogramm wiegen können. In milden Wintern erreichen dann von den bis zu 8 Jungen, die eine Bache großziehen kann, besonders viele die Geschlechtsreife.

Quellen: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft; Thünen-Institut für Waldökologie Eberswalde; www.wirtschaftundgesellschaft.de

Wie entwickeln sich die Bestände der Paarhufer außerhalb Deutschlands und was sind die Ursachen?

Der Siegeszug von Wildschwein, Reh und Hirsch ist nicht nur in Deutschland zu beobachten. Ein Vergleich der Jagdstatistik von 1970 und 2009 in europäischen Nachbarländern zeigt deutliche Zuwachsraten: Schweiz plus 81 Prozent, Österreich plus 87 Prozent, Tschechien sogar plus 310 Prozent. Deutschland liegt mit plus 133 Prozent im Mittelfeld.

Besonders erfolgreich ist das Wildschwein – weltweit und unabhängig von Jagdgesetzgebung. Es hat in Europa mittlerweile Regionen über 1000 Höhenmetern erobert. Schweden gehört mittlerweile zum festen Lebensraum der Schwarzkittel, ebenso wie Norwegen und Dänemark, die bis vor Kurzem als wildschweinfrei galten. Folgerichtig steigt weltweit die Zahl der erlegten Wildschweine an. In Österreich seit 1975 um den Faktor 10, in Polen und Japan um den Faktor 4.

Als Hauptursachen für die Ausbreitung des Wildschweins sehen Experten verbesserte Lebensgrundlagen und fehlende Witterungsextreme dank Klimawandel. Bitterstofffreie Nahrung wie Raps und Mais wird europaweit großflächig angebaut. Hinzu kommen der Stickstoffeintrag durch die Luft und höhere Kohlendioxidwerte: Eichen und Buchen produzieren weit mehr schmackhafte Samen als vor einigen Jahrzehnten.

Quellen: Thünen-Institut für Waldökologie Eberswalde; Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung; Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Ist Genf wirklich ein jagdfreier Kanton und lassen sich die Verhältnisse auf Deutschland übertragen?

Jagdgegner behaupten immer wieder, dass Wildtiere in Genf durch eine "professionelle Umweltpolizei" betreut werden – und dies sogar extrem preisgünstig. Es koste den Steuerzahler weniger als eine Tasse Kaffee pro Jahr und sei ein Modell für andere Regionen. Der DJV kritisiert diese in mehrerlei Hinsicht sachlich falsche Meldung. Das Schweizer "Betreuungsmodell" heißt nichts anderes, als dass die Jagd durch Berufsjäger ausgeübt wird. Im Kanton Genf erlegen etwa ein Dutzend Umwelthüter pro Jahr rund 500 Wildschweine, vornehmlich zur Vermeidung von Wildschäden. Für die überwiegend nächtlichen Jagdeinsätze kommen Infrarot-Fotofallen, Restlichtverstärker und andere technische Hilfsmittel zum Einsatz, die aus Tierschutzgründen zumindest fragwürdig und in Deutschland zum Teil sogar verboten sind.

Genf ist kein (Jagd-)Modell für Deutschland – allein schon wegen der Kosten für die staatlichen Regulierungseingriffe. Nach dem Kaffeetassen-Rechenmodell bezahlen die rund 450.000 Genfer Bürger jährlich etwa 1 Million Euro, damit 500 Wildschweine erlegt werden. Also 2000 Euro pro Wildschwein. Bezogen auf Deutschland wären das demnach 3,6 Milliarden Euro für die staatliche Wildschadens- und Seuchenprävention. Denn in Deutschland werden jährlich etwa 1,8 Millionen Wildschweine, Rehe und Hirsche erlegt.

Die Verhältnisse in Genf und Deutschland sind schlichtweg nicht vergleichbar: Genf ist ein urbaner Kanton mit knapp 1.700 Menschen pro Quadratkilometer (Deutschland: 226) und einer Fläche von knapp 290 Quadratkilometern – etwa ein Drittel so groß wie Berlin. Nur 1,5 Prozent des Kantons sind landwirtschaftliche Fläche (Deutschland: mehr als 50 Prozent, 186.500 Quadratkilometer) Die Genfer Waldfläche beträgt lediglich 30 Quadratkilometer, das sind 10 Prozent der Kantonfläche. In Deutschland beträgt die Waldfläche mit 108.000 Quadratkilometer über 30 Prozent.

Quellen: Initiative zur Abschaffung der Jagd; www.swisscommunity.org; www.statistik-portal.de; www.wikipedia.de

Wer ist eigentlich „der deutsche Jäger"?

Den deutschen Jäger gibt es nicht. Die Jägerschaft ist so vielfältig wie die Gesellschaft selbst. Eine DJV-Umfrage unter angehenden Prüflingen hat 2011 gezeigt, dass alle Berufsgruppen vertreten sind – vom Schüler über die Hausfrau, den Arzt bis zum Handwerker oder Büroangestellten. Jägerkurse sind im Preis ähnlich wie die Vorbereitungskurse auf den Führerschein: Rund 1.500 Euro haben die Umfrageteilnehmer im Schnitt bezahlt. Das Durchschnittsalter der Prüflinge lag bei 35 Jahren. Genannte Hauptmotive für die Jagd: Gern in der Natur sein, angewandten Naturschutz betreiben, Freude an der Jagd und Wildbretgenuss.

Quelle: www.jagdverband.de

Weitere Informationen zur Jagd in Deutschland gibt es auf der Internet-Seite www.jagd-fakten.de.



 


Landesjagdschule erweitert

Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) setzt bei der Aus- und Weiterbildung im Bereich Wildbrethygiene und Wildbretmarketing neue Maßstäbe. Die Lehreinrichtungen der Landesjagdschule des LJV werden mit der Anschaffung einer professionellen Wild- und Zerwirkkammer komplettiert.

Der Praxisanteil bei Fortbildungen rund um das Thema Wildbret soll mit der jetzt erfolgten Installation der neuen Wild- und Zerwirkkammer deutlich erweitert werden. „Unsere Dozenten bieten einen hervorragenden Unterricht an. Ab sofort können sie den Schulungsteilnehmern noch detaillierter zeigen, wie die Jägerinnen und Jäger das Maximum aus dem Premiumprodukt Wildbret rausholen können", zeigt sich LJV-Präsident Kurt Alexander Michael von der neuen Einrichtung begeistert.

Die Wild- und Zerwirkkammer aus dem Hause Seiler (Ulm) ist in Modulbauweise konstruiert. Sie hat eine Länge von 6, eine Breite von 2,5 und eine Höhe von 2,75 Meter. Ausgestattet ist das Modul unter anderem mit einer geräumigen Wildkühlzelle, einer Rohrbahnanlage mit Seilwinde, einem Zerwirktisch, zwei Edelstahlwasch-/Ausgussbecken sowie mit einer Messerdesinfektionseinrichtung.

„Praxisnähe steht bei der Aus- und Fortbildung unserer Jägerinnen und Jäger stets im Mittelpunkt", erklärt Michael. „Die jüngste Anschaffung des LJV ist ein weiterer wichtiger Baustein, der es uns ermöglicht, das Angebot in unserer Landesjagdschule weiter zu optimieren." Das Projekt wurde vom Land mit einem Zuschuss aus Mitteln der Jagdabgabe großzügig unterstützt.

Der LJV gründete bereits 1963 die bundesweit erste Landesjagdschule – damals in Oberwiesen (Donnersbergkreis). Für Generationen von Jägern war „Oberwiesen" ein Synonym für eine fundierte Aus- und Weiterbildung. Im Frühjahr 2013 zog die Landesjagdschule auf das Gelände der LJV-Geschäftsstelle nach Gensingen um. Im Sommer dieses Jahres wurde der eigens dafür errichtete Anbau feierlich eingeweiht. Jährlich lassen sich bis zu 1.500 Jägerinnen und Jäger in der Landesjagdschule weiterbilden.

 Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. 13.12.2013


 

„Hausaufgaben gemacht!"

Die Zwischenbilanz bei der Wildschweinjagd in Rheinland-Pfalz kann sich zur Halbzeit des Jagdjahres sehen lassen – obwohl die Schwarzwildstrecke nach aktuellen Zahlen um rund ein Drittel gesunken ist.

In den ersten beiden Quartalen des aktuellen Jagdjahres konnten die rheinland-pfälzischen Jägerinnen und Jäger rund 10.000 Wildschweine erlegen. Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jagdjahres waren es mehr als 15.500 Schwarzkittel. „Die Jägerschaft hat ihre Hausaufgaben gemacht! Die Zahl belegt, dass in diesem Jahr weitaus weniger Wildschweine da sind, die bejagt werden können", betont Kurt Alexander Michael, Präsident des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. (LJV). „Unsere Maßnahmen und erheblichen Anstrengungen waren trotz aller Skepsis von Seiten der Landesregierung und der Bauernverbände erfolgreich."

Im letzten Jagdjahr (1. April 2012 bis 31. März 2013) erlegten die Grünröcke rund 80.000 Wildschweine. Das war die zweithöchste Strecke die je in Rheinland-Pfalz erreicht wurde. „Der strenge Winter und das Fehlen von Eicheln und Bucheckern haben die Reduktion des Schwarzwildes mit jagdlichen Mitteln begünstigt. Diese Entwicklung haben uns weder Landesregierung noch Landwirtschaft zugetraut", sagt LJV-Präsident Michael. Jetzt gelte es, so Michael weiter, nicht nachzulassen und die Population auf niedrigem Niveau zu halten. „Schon jetzt erreichen uns Meldungen, dass auf den herbstlichen Bewegungsjagden viel weniger Wildschweine gesehen beziehungsweise erlegt werden. Das ist ein guter Indikator für die niedrigere Bestandsdichte."

Es sei an der Zeit, dass Bauern, Grundbesitzer und Landesregierung Schluss machten mit den ständigen Schuldzuweisungen an die Jägerschaft, macht Michael klar. „Wir müssen zu einer guten und sachgerechten Diskussion sowie zu einem wirksamen Interessensausgleich zurückfinden. Das schließt auch ein, dass man den Jägern in ihren berechtigten Anliegen entgegen kommen muss." Hierzu zählten nicht nur Bejagungsschneisen zur effektiveren Wildschweinjagd, sondern – mit Blick auf andere Wildarten – auch die Möglichkeit, das Rotwild im Winter mit Heu vor dem Hungertod zu bewahren, sowie abgestimmte Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung für Hase, Rebhuhn und Co.

 

Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. 11.12.2013


 

Gefühllosigkeit wird nicht hingenommen

Jagdverbände verurteilen tierquälerisches Verhalten eines Jägers

(Berlin, 10. Dezember 2013). Das laut Medienberichten brutale Verhalten eines Jägers, der am 7. Dezember in Burladingen einen Hund hinter seinem Auto fast zu Tode geschleift haben soll, ist für den Deutschen Jagdverband (DJV) und den Landesjagdverband Baden-Württemberg unfassbar. Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann und DJV-Präsident Hartwig Fischer sind geschockt: „Sofern sich der Sachverhalt bestätigt, ist das Verhalten in keiner Weise zu entschuldigen, geschweige denn zu tolerieren!" Die zuständige Behörde wird dem Jäger den Jagdschein entziehen, wenn die Vorwürfe sich bestätigen.

Immer wieder melden Erholungssuchende und Jäger, dass frei laufende Hunde Konflikte verursachen und sogar Wildtiere töten. Nicht jeder Hundehalter ist sich im Klaren, dass unbeaufsichtigte Hunde unabhängig von ihrer Größe und Rasse eine Gefahr für Wildtiere darstellen können. „Trotzdem müssen wir stets höflich bleiben in dem Bewusstsein, dass wir Jäger keine Ordnungshüter sind, sondern Naturnutzer wie alle anderen auch. Wir müssen anderen den Respekt entgegenbringen, den wir selbst erwarten." Friedmann und Fischer weiter: „Personen, die in bestimmten Tierarten nur Schädlinge sehen oder Tiere quälen, haben in unseren Reihen nichts verloren!" Friedmann und Fischer setzen auf gegenseitiges Verständnis: „Jäger übernehmen wichtige gesellschaftliche Aufgaben. Dafür braucht es die Gesellschaft als Partner, nicht als Gegner!"

  Deutscher Jagdverband e.V.

 


 

Hochsaison für schmackhaftes Wildbret

 

Traditionell ist der Herbst die Zeit der jagdlichen Ernte. Liebhaber von Wildgerichten finden jetzt ein reichhaltiges Angebot und können für die Weihnachtszeit vorsorgen.

Kulinarische Vielfalt pur! Mit dem Auftakt der Hauptsaison für Rehe, Hirsche und Wildschweine erweitert sich der Speiseplan mit schmackhaftem Wildfleisch (auch Wildbret genannt) aus der Region. Im Jagdjahr 2012/2013 landeten mehr als 4.000 Tonnen Wildbret auf rheinland-pfälzischen Tellern. Mit rund 3.250 Tonnen Wildschweinfleisch führen die Schwarzkittel die leckere Statistik an.

Wildfleisch ist zu dieser Jahreszeit besonders hochwertig, da sich die Tiere vor dem Winter noch einmal „fit" gefuttert haben. Der Fettgehalt in den Muskeln ist etwas höher als im Frühjahr und Sommer, was den Geschmack positiv beeinflusst. Dennoch ist Wildfleisch sehr mager (1,78 Gramm Fett pro 100 Gramm Muskel beim Winterreh) – also genau richtig für ernährungsbewusste Verbraucher. Zudem ist Wildbret reich an essenziellen Omega-3-Fettsäuren. Bei der Gewinnung von Wildfleisch achtet die Jägerschaft stets auf das Prinzip der Nachhaltigkeit.

Wer Appetit auf Wildbret aus heimischen Revieren bekommen hat, kann sich an die Jägerinnen und Jäger in der Nachbarschaft oder direkt an die Geschäftsstelle des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz (LJV) wenden (Tel. 06727 / 8944-0; E-Mail: info@ljv-rlp.de). Beim LJV kann eine kostenlose Informationsbroschüre mit Wildrezepten angefordert werden. Zudem können Interessierte im Internet unter www.wild-aus-der-region.de eine Reihe von Wildrezepten und zahlreiche Kontaktdaten von Jägern, die Wildbret anbieten, finden.

LJV-RLP  24. 10.13

 




DJV kritisiert geplante Verschärfungen des Waffenrechts

EU-Kommission arbeitet mit falschen Zahlen

(Berlin, 23. Oktober 2013). Der Deutsche Jagdverband (DJV) kritisiert den jüngsten Vorstoß der EU-Kommission zur Verschärfung des Waffenrechts. Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehören unter anderem eine europäische Harmonisierung des Waffenrechts und die Einführung biometrischer Sicherungssysteme an der Waffe. Der DJV kritisiert außerdem die von der Kommission zitierten Statistiken. Diese sollen angeblich die Zahl legaler Waffen mit der Gesamtbevölkerung eines EU-Landes in ein Verhältnis setzen. Die zitierte Quelle bezieht sich jedoch auf Zahlen, die den rechtmäßigen und unrechtmäßigen Besitz zusammenzählen. So kommt die Kommission auf ein Mehrfaches des tatsächlichen legalen Waffenbesitzes.

Weitere Kritik übt der DJV an der Umfrage, die ebenfalls dem Maßnahmen-Papier zu Grunde gelegt wurde. Darin fragt die EU nach dem subjektiven Sicherheitsempfinden der EU-Bürger und schreckt dabei vor einer suggestiven Fragestellung nicht zurück. Suggestive Umfragen können nicht Grundlage für ernsthafte Bemühungen um Fortschritte für die innere Sicherheit der EU-Länder sein, betont der DJV.

Schon jetzt macht die EU auch im Waffenrecht den Mitgliedsstaaten Vorgaben. Die europäischen Vorgaben werden in Deutschland nicht nur eingehalten, sondern sogar übererfüllt. „Sinnlose weitere Verschärfungen des Waffenrechts darf es nicht geben", sagt DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke. „Deutschland hat bereits eines der strengsten Waffengesetze der Welt."

Selbst wenn der Umsetzungsbedarf bei einer Neufassung der europäischen Feuerwaffenrichtlinie in Deutschland gering sei, drohten Änderungen, die keine zusätzliche Sicherheit brächten. Die Änderungen bewirkten lediglich mehr unnötige Bürokratie, eine weitere Einschränkung der Grundrechte und Regelungen, die für Jäger praxisfern sind. Die Diskussion über biometrische Sicherungssysteme für Waffen, etwa die Sicherung per Fingerabdruck, wurde in Deutschland bereits vor einigen Jahren geführt. Da die Systeme leicht überwindbar sind und für die Praxis erhebliche Nachteile mit sich bringen, wurde von einer Einführung abgesehen.

 Deutscher Jagdverband e.V. 23.10.2013


 

Wildunfälle in der dunklen Jahreszeit

In den Dämmerungsstunden machen sich viele Wildtiere auf die Nahrungssuche. Wenn aufgrund der Zeitumstellung am 27. Oktober Wildschwein und Co. auf den Berufsverkehr treffen, erhöht sich die Wildunfall-Gefahr.

Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) ruft Autofahrer auf, besonders zu dieser Jahreszeit sehr vorausschauend zu fahren. Der gefährliche Mix aus Dunkelheit und nassen Straßen kann zu gravierenden Unfällen mit Wildtieren führen. Grundsätzlich gilt es, die Warnzeichen „Achtung Wildwechsel" ernst zu nehmen. Angepasste Geschwindigkeit kann vor Wildunfällen schützen.

In Rheinland-Pfalz kam es im Jahr 2012 zu 22.280 Unfällen mit Wildtieren. Dabei wurden 224 Menschen verletzt und zwei getötet. Im Bemühen, Wildunfälle zu verhindern und die Sicherheit von Mensch und Tier zu steigern, startete der LJV im Februar 2013 ein Feldversuch in seinem Lehrrevier bei Bad Kreuznach. Auf einer Gesamtstrecke von rund fünf Kilometern installierte der LJV in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Mobilität sogenannte Wildwarnreflektoren.

Durch eine spezielle, blaue Reflektorfolie wird das Scheinwerferlicht nahender Fahrzeu-ge Richtung Wald und Feld abgelenkt. Die meisten Wildtiere nehmen die Farbe Blau als Signalfarbe wahr. Durch das reflektierende Licht sollen die Wildtiere vor heranfahrenden Fahrzeugen gewarnt und vom Überqueren der Straße abgehalten werden. Die Zahl der Wildunfälle in dem Versuchsgebiet belief sich im Jahr 2012 auf zehn gemeldete Kollisionen mit freilebenden Tieren – die Dunkelziffer der nichtgemeldeten Unfälle könnte durchaus höher sein.

Auch der Deutsche Jagdverband (DJV) führt mit dem ADAC in einem Gemeinschaftsprojekt Untersuchungen zur Wildunfallverhütung durch. Wie die Zwischenbilanz des vierjährigen Forschungsprojekts zeigt, konnte durch den Einsatz von Duftzäunen und blauen Reflektoren die Zahl der Wildunfälle örtlich um bis zu 80 Prozent reduziert werden. Erprobt werden die Präventionsmaßnahmen an 25 Versuchsstrecken in Schleswig-Holstein, an denen besonders oft Wildunfälle passieren.


 LJV-RLP 17.10.2013


 

„Verbot von bleihaltiger Munition nur durch Bundesgesetz"

Bund oder Länder: Wer entscheidet über Verbot von bleihaltiger Munition? / Antworten aus dem BMELV

für einige Verwirrung in der Jägerschaft hat kürzlich ein Brief des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMELV) an die 16 Bundesländer gesorgt. Hintergrund war die Bemühung einiger Länder, die Jagd mit bleihaltiger Büchsenmunition zu verbieten. Der Bund ist überzeugt, dass die Länder durch ein solches Vorgehen ihre Kompetenz überschreiten. Denn eine entsprechende Regelung falle unter das Waffen- und Sprengstoffgesetz – und das ist Bundessache. Wie aber steht es dann um die Staatsforsten? Dürfen die – wie beispielsweise schon in Brandenburg die Regel – die bleifreie Jagd auf ihren Flächen vorschreiben? Muss der Begehungsscheininhaber Folge leisten? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Niederwildjagd an Gewässern mit bleifreien Schroten? Der DJV hat dazu Dr. Axel Heider vom BMELV befragt.

Wir wünschen Ihnen ein erholsames Wochenende und hoffen, dass wir die wichtigsten Fragen zur politischen Diskussion um die bleifreie Jagd beantworten können.

Ihr DJV-Team

Erläuterung zum Interview mit Dr. Axel Heider (BMELV)

Bund oder Länder: Wer entscheidet nun über das Verbot von bleihaltiger Munition? „Der Bund", sagt Dr. Axel Heider aus dem Bundeministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und begründet das damit, dass die Verwendung einer bestimmten Munitionsart zum Waffenrecht gehöre. Und das Waffenrecht darf nur der Bund regeln, es sei denn in einem Bundesgesetz wird es den Ländern für eine bestimmte Frage ausdrücklich erlaubt. Im Jagdrecht können die Länder vom Bundesrecht abweichen, auch das steht im Grundgesetz. Nach Dr. Heider gehört aber das Verbot von bleihaltiger Munition nicht zum Jagdrecht, sondern zum Waffenrecht - selbst wenn es in einem Landesjagdgesetz steht.

Über die sachlichen Verbote im Bundesjagdgesetz (§ 19 Abs. 1) dürfen die Länder – soweit Fragen im Zusammenhang mit Waffen oder Munition betroffen – sind nur hinausgehen, wenn damit dem Tierschutz oder der Waidgerechtigkeit gedient werden soll. Aber darum geht es beim Verbot von bleihaltiger Munition nicht. Deswegen dürften die Länder in dieser Frage nicht selbst entscheiden, sagt Dr. Heider. Aber nicht alle Bundesländer stimmen dieser Auffassung zu.

Beim Verbot der Verwendung von Bleischrot bei der Jagd auf Wasserwild ist es aber anders: Damit sind internationale Abkommen umzusetzen. Das kann der Bund tun, aber die Länder dürfen es auch selbst. Das (landesrechtliche) Verbot, bei der Jagd auf Wasserwild Bleischrot zu verwenden ist deswegen gültig.

Ebenfalls gültig ist die Vorgabe eines Jagdherrn, in seinem Revier nur bleifreie Munition zu verwenden, egal ob es ein Pächter ist, ein privater Eigenjagdbesitzer oder ein Staatsforst.

Die Frage, welche Munition verwendet werden sollte bleibt offen. Noch gibt es nicht in allen Kalibern und Geschosskonstruktionen Munition mit zufriedenstellender Tötungswirkung. Aber das BMELV, die Waffen- und Munitionsindustrie und die betroffenen Verbände arbeiten an einer Lösung um den Bleieintrag durch Munition ins Wildbret zu minimieren.

Interview mit Dr. Axel Heider (BMELV)

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) vertritt in einem aktuellen Schreiben an die Landesregierungen in Sachsen und Schleswig-Holstein die Auffassung, dass Länder bleifreie Jagdmunition nicht grundsätzlich verbieten dürfen. Denn dabei ginge es um das Waffenrecht, für das der Bund nach wie vor die alleinige Gesetzgebungskompetenz hat. Das Waffenrecht regelt eindeutig, dass Länder nicht die Herstellung oder den Handel mit konventioneller Jagdmunition verbieten dürfen. Andererseits wurde mit der Föderalismusreform die Länderkompetenz im Jagdrecht gestärkt. Fällt ein mögliches Verbot der Verwendung von bleihaltiger Jagdmunition jetzt in den Bereich des Waffenrechts oder ins Jagdrecht? Welche Konsequenzen ergeben sich Ihrer Meinung nach für die Länder?

Nach Art. 73 Abs. 1 Nr. 12 Grundgesetz (GG) besteht eine ausschließliche Gesetzgebungskompetenz des Bundes für das Waffen- und das Sprengstoffrecht, die sowohl den Umgang mit Waffen als auch Munition umfasst. Das Waffenrecht wurde mit dem Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes vom 28. August 2006 im Zuge der Föderalismusreform in die ausschließliche Zuständigkeit des Bundes überführt und regelt den Umgang mit Waffen oder Munition. Allein schon aus dem Wortlaut, der keinerlei Einschränkungen enthält, folgt eine umfassende Zuständigkeit des Bundes. Aus der Entstehungsgeschichte ergibt sich außerdem, dass mit der Aufnahme des Kompetenztitels für den Bund die frühere waffenrechtliche Kompetenzaufspaltung zwischen Bund und Ländern beendet und die dringend notwendige einheitliche Gesamtnormierung der Materie ermöglicht werden sollte.

Vor diesem Hintergrund umfasst Art. 73 Abs. 1 Nr. 12 GG insbesondere sowohl sicherheits- als auch wirtschaftsrechtliche Aspekte des Waffenrechts. Erfasst werden im Einzelnen sämtliche Regelungen, die Produktion, Handel, Vertrieb, Erwerb und Besitz, Mitführung und Verwendung oder den sonstigen Umgang mit der Waffe und ihrer Munition betreffen. Daher besteht aus Sicht des BMELV kein Zweifel daran, dass auch die Bestimmung zur Verwendung von bleifreier Munition oder Bleimunition der ausschließlichen Gesetzgebungskompetenz des Bundes unterfällt.

Im Bereich der ausschließlichen Gesetzgebung des Bundes haben die Länder die Befugnis zur Gesetzgebung nur, wenn und soweit sie hierzu in einem Bundesgesetz ausdrücklich ermächtigt werden (Art. 72 Abs. 1 GG). Im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass der Bund die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz für das Waffen- und Munitionsrecht hat und in der praktischen Umsetzung die Bestimmungen/Regelungen in Bezug auf die Verwendung bleihaltiger bzw. bleifreier Munition bei der Jagdausübung aufgrund des Sachzusammenhangs im Bundesjagdgesetz geregelt werden sollten.

Das Jagdwesen unterliegt nach Art. 74 Abs. 1 Nr. 28 GG der konkurrierenden Gesetzgebung. Für die Verwendung von Munition bei der Jagd liegt damit zwar eine zusätzliche Kompetenz des Bundes vor, die im § 19 Abs. 1 Nr. 2 BJagdG detailliert festlegt, welche Waffenarten bei der Jagd auf welches Wild eingesetzt werden dürfen (Büchsenpatronen, Auftreffenergie, Kaliber). Die Ermächtigung der Länder nach § 19 Abs. 2 BJagdG, hiervon abzuweichen, erstreckt sich aber nur auf Erweiterungen und Einschränkungen der Verbote des Absatzes 1, die sich aus dem Regelungsgegenstand und Schutzzweck des § 19 Abs. 1 Nr. 2 BJagdG ergeben, also nur Abweichungen unter dem Aspekt des Tierschutzes und der Waidgerechtigkeit. Für die Festlegung eines generellen Verbotes bleihaltiger Munition bei der Jagd reicht die Ermächtigungsgrundlage des § 19 Abs. 2 BJagdG nicht aus.

Als Fazit ist festzuhalten, dass ein Verbot von bleihaltiger Munition aus verfassungsrechtlichen Gründen nur durch eine bundesgesetzliche Regelung – und zwar im Rahmen einer Änderung des § 19 des BJagdG – erfolgen kann.

Welche Reaktion auf Ihr Schreiben haben Sie aus den Ländern bekommen?

Schleswig-Holstein hat der Rechtsauffassung des BMELV widersprochen. Neben Schleswig-Holstein haben sechs weitere Bundesländer – was politisch nicht unerwartet kam – auf der Agrarministerkonferenz in Würzburg am 30. August 2013 ihre abweichende Auffassung zu Protokoll gegeben, aber zugleich bekräftigt, dass im Bundesgebiet möglichst einheitliche oder inhaltlich vergleichbare Regelungen zum Jagdrecht gelten sollten.

Das BMELV wird auch weiterhin darum bemüht sein, die laufenden Projekte zum Lebensmittelmonitoring und zur Tötungswirkung entsprechender Kugelmunition zu Ende zu führen. Das vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gemanagte Projekt "Lebensmittelsicherheit von jagdlich gewonnenem Wildbret" soll voraussichtlich im Frühjahr 2014 abgeschlossen sein. Hier konnte im Jagdjahr 2012/13 die für eine wissenschaftliche Auswertung erforderliche Mindestzahl zu beprobender erlegter Wildkörper noch nicht erreicht werden. Die Ergebnisse eines vom BMELV außerdem unter Beteiligung von Dr. Kneubühl (Bern) beauftragten Gutachtens zur Tötungswirkung von Munition sowie zu künftigen Anforderungen hieran sollen ebenfalls bis zum Frühjahr 2014 zur Evaluierung vorliegen.

Können Bundesländer in den Staatsforsten die Verwendung bleihaltiger Munition verbieten, wie es ja schon einige Landesforstbetriebe getan haben? Können private Eigenjagdbesitzer bleihaltige Jagdmunition verbieten?

Ja, solche Verbote sind Ausfluss des Rechtes der betreffenden Eigentümer – seien es Staatsforsten oder private Eigenjagdbesitzer –, auf ihren Flächen die Regeln der Jagdausübung selbst vorgeben zu können, solange sich diese Regeln im Rahmen geltender Gesetze bewegen. Die Verwendung bleifreier Munition ist zwar hinsichtlich der Tötungswirkung Gegenstand von Untersuchungen, sie ist aber rechtlich nach derzeitigen Erkenntnissen nicht zu beanstanden.

Warum akzeptiert der Bund die Regelungen der Länder zum Verbot von Bleischrot auf Wasserwild, nicht aber die darüber hinausgehenden Regelungen zum generellen Verbot von Bleischrot?

Die Bundesländer haben beim seinerzeitigen Verbot von Bleischrot an Gewässern höherrangiges internationales Recht umgesetzt, das gegebenenfalls entgegenstehendem Bundesrecht, auch solchem mit Sperrwirkung gegenüber den Ländern, vorgehen würde. Bei „Bleischrot an Gewässern" stellt sich die Frage der Kompetenz des Bundes oder der Länder für ein Verbot bleihaltiger Munition also nicht, hier sind beide – Bund und Länder – regelungsbefugt.

Dem gegenüber unterläge ein generelles Verbot von Bleischrot der ausschließlichen Kompetenz des Bundes für Waffenrecht, so dass die Länder eine solche Regelung nicht selbst treffen können.

Viele Jäger sind jetzt verunsichert, welche Regelung denn nun gilt und wie sie sich verhalten sollen. Müssen Jäger das angeordnete Bleiverbot auf Bewegungsjagden einhalten?

Die Verbote der Verwendung von Bleikugelmunition auf Bewegungsjagden in einigen Staatsjagdrevieren sind zivilrechtlicher Art. Wer an solchen Staatsjagden teilnimmt, verpflichtet sich zur Einhaltung der vom Eigentümer vorgegebenen Regeln. Die Staatsjagden können – wie dargestellt – solche Regeln aufstellen und auch zivilrechtlich durchsetzen.

Eine andere Frage ist, ob bei einer Zuwiderhandlung gegen diese Regeln eine ordnungsbehördliche Sanktion oder gar Strafe droht. Die Antwort darauf lautet: Nein, eine solche Sanktion droht nicht, da es an einem gesetzlichen Verbot bleihaltiger Munition fehlt.

Welche Möglichkeiten gibt es für einzelne Jäger, die Klärung offener Fragen zwischen Bund und Ländern zu beschleunigen?

Der Bund arbeitet – in Abstimmung mit Ländern und Verbänden – mit Nachdruck daran, die Einführung einer Jagdmunition, die keine schädlichen Bleipartikel ins Wildbret abgibt, voranzubringen. Außerdem gilt es, gemeinsam mit den Ländern flankierende Maßnahmen – wie die Nachrüstung von Schießständen – auf den Weg zu bringen. Darüber hinaus wird der wissensbasierte Entscheidungsfindungsprozess von Bund und Ländern durch eine Selbstverpflichtung der Waffen- und Munitionsindustrie flankiert, wonach das gemeinsame Bestreben, jagdlich gewonnenes Wildbret ohne zusätzliche Belastung durch Jagdbüchsengeschosse zu gewinnen, durch entsprechende Weiterentwicklungen unterstützt wird.

Der einzelne Jäger sollte mit diesem Thema aufgeschlossen und sachlich umgehen. Verwendung bleifreier Munition ist auch derzeit schon möglich, auch wenn die Tötungswirkung noch nicht in allen Kalibern beziehungsweise Geschosskonstruktionen als zufriedenstellend angesehen wird. Die Jäger haben zum Beispiel auf Staatsjagden, auf denen bleifreie Munition vorgeschrieben wird, aber auch beim Ansitz im eigenen Revier die Möglichkeit, sich selbst ein Bild zu machen. Dies scheint mir ein besserer Weg zu sein als in Fundamentalopposition zu bestimmten Geschossmaterialien zu verfallen, sei es in Opposition gegenüber blei oder bleifrei.

 Deutscher Jagdverband e.V. 4. Oktober 2013



Radioaktives Wildschweinfleisch in RLP

unter folgendem Link finden Sie einen TV-Bericht des SWR zum im Betreffe genannten Thema:

"Radioaktives Wildschweinfleisch in RLP"

 

 

 


 

Landesjagdverband Rheinland-Pfalz startet Aufklärungskampagne

Mit der Kampagne „Fakten statt Vorurteile" – eine Initiative des Deutschen Jagdverbandes (DJV) – klärt der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) die Öffentlichkeit über Jagd und Jägerschaft auf. Dabei verteilt der LJV „Edgar Freecards" mit Informationen über das Waidwerk in 55 Szenelokalen in Mainz und Kaiserslautern.

Viele Menschen bekennen sich zur Natur. Doch fehlt das Wissen über die Jagd, als nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen. Damit soll nun Schluss sein. Mit der Aufklärungskampagne „Fakten statt Vorurteile" informiert der LJV über das Handeln der Jägerschaft. „Eine repräsentative Umfrage des DJV zeigt, dass mehr als 80 Prozent der Bevölkerung die Jagd akzeptieren", erklärt LJV-Präsident Kurt Alexander Michael. „Trotzdem sind viele Vorurteile über das jagdliche Handwerk – besonders im urbanen Umfeld – stark verbreitet. Daher richtet sich die Kampagne primär an Menschen, die in der Stadt wohnen und wenige Berührungspunkte mit der Jagd haben."

18.000 „Edgar-Freecards" mit vier unterschiedlichen Motiven sind ab heute in 55 Szenelokalen in Mainz und Kaiserslautern zu finden. Dabei gibt es Informationen zum Frauenanteil in der Jägerschaft, zu Naturschutzleistungen der Jägerinnen und Jäger, Wildfleisch als schmackhaftem Naturprodukt und zur Sicherheit bei der Jagd. Die Aktion läuft bis zum 10. Oktober.

Auf den Postkarten ist ein QR-Code zu finden, der direkt zur Seite www.jagd-fakten.de führt. Dort finden Interessierte weitere Fakten zu Artenschutz, Wildschweinpopulation, Wildtieren in der Stadt und Vieles mehr.

Pressemeldung LJV-RLP 26.09.2013

 


 

Wir sind jetzt am Drücker

Am Sonntag sind mehr als 60 Millionen Bundesbürger aufgerufen, mit ihrer Stimme den 18. Deutschen Bundestag zu wählen, unter ihnen auch 357.000 Jägerinnen und Jäger. Wie es um die Jagd in Deutschland steht, was die Wahlprüfsteine des DJV aussagen und warum es wichtig ist, zur Wahl zu gehen, erläutert der Geschäftsführer des Deutschen Jagdverbandes, Andreas Leppmann.

Herr Leppmann, am kommenden Sonntag wird der 18. Deutsche Bundestag gewählt. Warum sollten die Jägerinnen und Jäger zu Wahl gehen?

Das demokratische Instrument „Wahl" sollte jede Jägerin und jeder Jäger nutzen, um durch ihre bzw. seine Stimme die Zukunft der Jagd aktiv mitzubestimmen. Jede Stimme zählt und ist entscheidend für die politische Weichenstellung für die Jagd in Deutschland. Es geht dabei ja nicht allein um die 357.000 deutschen Jägerinnen und Jäger, sondern auch um deren Familien, Freunde und Bekannte. Fordern Sie daher die Menschen in Ihrem Umfeld auf, ihr Wahlrecht wahrzunehmen.

Wir als Dachverband können aktive Lobbyarbeit leisten und unsere Positionen gegenüber der Politik darstellen. Letztlich muss aber die Politik eine möglichst positive Grundhaltung gegenüber der Jagd haben. Und da sind Jäger als Wähler gefragt: Nur wer seine Stimme am Sonntag abgibt, kann etwas bewegen!

Die Antworten der Parteien gelten oft als sehr allgemein und unverfänglich formuliert. Die Programme beinhalten eine Fülle an Themen. Was hat der DJV unternommen, um die Jägerinnen und Jäger durch das Dickicht der Parteienprogramme zu führen?

Wir haben vor einigen Wochen den fünf großen Parteien insgesamt 34 Fragen zu den unterschiedlichsten Themen gestellt. Wie steht es um die Jagd in Deutschland? Wie um das Waffenrecht? Gibt es Änderungsbedarf bei den Jagdzeiten, der Hegeverpflichtung oder dem Katalog der jagdbaren Arten? Soll die Fangjagd erhalten bleiben? Ist der Jagdschutz zeitgemäß? Welche Stellung nimmt die Jagd als wohl extensivste Nutzungsform in unserer Kulturlandschaft ein?

Die Antworten haben wir aufbereitet, übersichtlich dargestellt und kenntlich gemacht, wie die Parteien jeweils zur Jagd stehen. Wenn beispielsweise auf die Frage, ob der Tierschutz bei der Jagd ausreichend berücksichtigt sei, drei von fünf Parteien „nein" antworten, ist das ein deutlicher Weckruf. Gleiches gilt für die Alternativen zur Jagdhundeausbildung hinter lebendem Wild, wo es von einigen Parteien keine klare Position gibt. Offen ist beispielsweise auch, wie sich eine biometrische Sicherung an den Waffen tatsächlich in der praktischen Ausführung umsetzen lässt. Oder ob eine Partei wählbar ist, die eine gebührenpflichtige Kontrolle für die Waffenaufbewahrung und die Zuverlässigkeit von legalen Waffenbesitzern fordert. Ein genauer Blick auf die Wahlprüfsteine lohnt also.

In den DJV-Wahlprüfsteinen beantworten die fünf großen Bundestagsparteien Fragen zu den wichtigsten Themen, die derzeit mit Bezug auf die Jagd diskutiert werden: Natur- und Artenschutz, Tierschutz bei der Jagd, waffenrechtliche Fragen und vieles mehr. Wie steht es aber generell um die Jagd in Deutschland?

Derzeit wird massiv Kritik an der Jagd in Deutschland geübt und eine Änderung im gesamten Jagdwesen in den Ländern forciert. Wir erleben aktuell in den Ländern Novellierungen der Landesjagdgesetze unter dem Vorwand einer Ökologisierung und einer tierschutzgerechteren Jagd. Wir müssen nun umso stärker mit guten Argumenten, handfesten Fakten, Transparenz und einem geschlossenem Auftreten den teilweise willkürlichen und ideologisch gefärbten Änderungswünschen entgegentreten. Das bedeutet nicht, dass Umgestaltungen nicht notwendig sind. Die Jagd war schon immer im Wandel begriffen, wir müssen diesen Prozess aktiv begleiten.

Es bedarf dazu eines geschlossenen Handelns des Verbandes, aber auch die geschlossene Arbeit vom Hegering über den Kreisverband, dem Landesjagdverband bis hin zur Bundesebene. Und – es trägt jeder Einzelne vor Ort Verantwortung. Deshalb ist jeder aufgerufen, am Sonntag seine Stimme abzugeben.

Die Beteiligung bei der Bundestagswahl vor vier Jahren lag bei rund 70 Prozent, knapp 18 Millionen Wahlberechtigte haben auf ihr Wahlrecht verzichtet. Was sagen Sie einem Jäger, der den Gang zur Wahlurne ablehnt mit der Begründung, dass eine Stimme nicht viel bewirken könne?

Wer nicht zur Wahl geht, verspielt sein Recht, sich an demokratischen Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Er kann sich dann später auch nicht über politische Beschlüsse beschweren. Zudem sollte jedem Jäger mit Blick auf die Ergebnisse der letzten Landtagswahlen klar sein, wie knapp Stimmergebnisse ausfallen können. Und letztendlich stärken Nichtwähler die extremen Parteien.

Im Übrigen gilt auch auf Verbandsebene: Wer sich nicht aktiv in die Kreisjägerschaft, in die Gremien der Landesjägerschaft oder des DJV einbringt, der vergibt seine Möglichkeit der Mitgestaltung. Das gilt für die aktive Mitarbeit im Hegering und die Mitgliedschaft in den Verbänden ebenso wie für die Stimmabgabe in der Politik.

Daher rufen wir auf: Seien Sie aktiv in den Verbänden, engagieren Sie sich und gehen Sie am Sonntag zur Wahl! Mobilisieren Sie die Nichtwähler! Wir sind jetzt am Drücker. Geben Sie Ihre Stimme für die Zukunft der Jagd in Deutschland!

Ho Rüd Ho

Die Wahlprüfsteine finden Sie hier.




Tierquälerei oder tierschutzgerechte Ausbildung?

Der Deutsche Jagdverband veröffentlicht Video zur Hundeausbildung am lebenden Tier

Hundeausbildung am lebenden Tier – hat das etwas mit Tierquälerei zu tun? Wie die Prüfung von Jagdhunden abläuft, bereitet der Deutsche Jagdverband (DJV) jetzt medial auf. Im ersten Film zeigt der Verband, dass die Ausbildung in Schwarzwildgattern tierschutzgerecht und notwendig ist. Ähnlich einem Freigehege leben dort zahme, von Hand aufgezogene Wildschweine. Großzügiger Auslauf, Ruhezonen und viel naturnahe Vegetation sind Grundlage einer artegerechten Haltung.

Studien zeigen, dass die Hundeausbildung für Wildschweine in Gattern keinen Stress bedeutet (Erler, Ralf (2010): Untersuchung zur Stressbelastung von Wildschweinen bei der Ausbildung von Hunden zur Verhaltensanpassung im Schwarzwildgatter. Tierärztliche Hochschule Hannover. Link: (http://bit.ly/1elkgop). Vielmehr sind Schwarzwildgatter aus Tierschutzgründen unerlässlich: Die Hunde lernen dort, dass sie Abstand vom Wild halten müssen, um sich und das Tier nicht zu gefährden. Ein brauchbarer Jagdhund muss ein Wildschwein beharrlich in Bewegung halten, soll es aber nicht blindlinks attackieren. Durch die beaufsichtigte Arbeit am lebenden Wild lassen sich aggressive oder ängstliche Hunde frühzeitig erkennen.

Wildschweinen geht es in Deutschland „saugut". Durch den Klimawandel und den vermehrten Anbau von Energiepflanzen wie Mais und Raps, vermehren sie sich jährlich um bis zu 300 Prozent. Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen, in städtischen Vorgärten oder in Naturschutzgebieten sind die Folge. Mehr als 500.000 Wildschweine werden jährlich erlegt. Die Jagd ist ein unerlässliches Mittel, um die Bestände zu reduzieren. Für die waidgerechte Jagd ist die Arbeit mit Hunden unentbehrlich.

Das Video kann auf dem YouTube-Kanal des DJV unter folgendem Link angesehen werden: http://bit.ly/16AMIOm

DJV (Berlin, 19. September 2013)

 



Förster hetzt gegen Jäger

Förster Peter Wohlleben aus Hümmel im Kreis Ahrweiler gibt Jägern Mitschuld an Zeckenplage. Seine Hetze gegen die Grünröcke verbreitete er über den Radiosender SWR 4.

Polemischer geht es kaum noch! Förster Wohlleben wird vom SWR 4 mit der Aussage zitiert, dass Jäger an der Ausbreitung der mit Borreliose-Erregern infizierten Zecken mit verantwortlich sind. „Herr Wohlleben disqualifiziert sich mit dieser Aussage als ernstzunehmender Gesprächspartner", zeigt sich Erhard Bäder, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. (LJV), irritiert. „Wohlleben ist eine Schande für den hoch angesehenen Berufsstand der Förster und gefährdet das gute Verhältnis zwischen Jägern und Forstleuten."

Zudem deskreditiert Wohlleben unzählige Jägerinnen und Jäger pauschal, indem er behauptet, die Jägerschaft würde durch die Notzeitfütterung von Hirsch, Reh und Co. zur Verbreitung von Zecken beitragen. Spricht daraus etwa eine jagd- und/oder wildtierfeindliche Gesinnung?

Auch an den Biologiekenntnissen des Försters zweifelt der LJV-Geschäftsführer. „Mir war nicht bewusst, dass Hirsche Zecken freisetzen, wie er dem SWR sagte", wundert sich Bäder. Zecken sind blutsaugende Parasiten. Sie lauern auf Grashalmen oder Büschen und warten, bis ein passendes Wirtstier – oder ein Mensch – die Pflanze streift, um sich an ihnen festzukrallen. Dann klettern sie am neuen Wirt bis zu einer passenden Stelle, um mit ihrer Blutmahlzeit zu beginnen. „Ich nehme an, dass viele Biologen nun nach Hirschen Ausschau halten werden, die Zecken aktiv freisetzen. Das wäre eine wissenschaftliche Sensation!"

 LJV-RLP 29. Juli 2013



Liebestolle Rehe gefährden Straßenverkehr


Die Paarungszeit des Rehwildes erreicht von Ende Juli bis Mitte August ihren Zenit. Für Verkehrsteilnehmer gilt jetzt erhöhte Aufmerksamkeit, denn es besteht akute Gefahr durch Wildunfälle.

Rehböcke im Liebesrausch! Während der sogenannten Blattzeit – der jagdliche Ausdruck für die Paarungszeit des Rehwildes – durchstreifen die Böcke ihr Revier auf der Suche nach paarungswilligen Ricken und nach Konkurrenten. „Blind vor Liebe" verliert das Rehwild häufig den Blick für die ihm drohenden Gefahren und stürtzt mitunter scheinbar kopflos über Wege und Straßen. Daher gilt erhöhte Vorsicht im Straßenverkehr.

Wildunfälle können gravierende Folgen haben. 2012 kam es in Rheinland-Pfalz 22.280 mal zum Crash mit einem Wildtier. Dabei wurden 224 Menschen verletzt und zwei getötet. Verkehrsunfälle mit Wildtieren dürfen nicht unterschätzt werden. Ein nur 20 Kilogramm schweres Reh erreicht bei einer Kollision mit einem 70 km/h schnellen Fahrzeug ein Aufprallgewicht von fast einer Tonne.

In erster Linie sind die Morgen- und Abendstunden besonders gefährlich. Mit wechselnden Rehen muss aber momentan auch zur Tageszeit gerechnet werden. Kommt es trotz aller Vorsicht dennoch zu einem Unfall mit Wildtieren, muss der Fahrzeugführer die Unfallstelle sichern und umgehend die Polizei und – falls bekannt – auch den zuständigen Jäger informieren. Keinesfalls darf ein verendetes Wildtier mitgenommen werden, denn das wäre Wilderei.

Wer nicht gerade ein Fahrzeug lenken muss, hat jetzt gute Chancen, Rehe beim Liebesspiel zu beobachten. Dabei hinterlassen verliebte Rehe auf Wiesen und Feldern sogenannte Hexenringe, die durch das kreisförmige Treiben entstehen. Der jagdliche Ausdruck „Blattzeit" leitet sich aus der Tradition ab, mit Hilfe eines Buchenblattes die Fieplaute eines weiblichen Rehes zu imitieren und somit brunftige Böcke anzulocken.

LJV-RLP Juli 2013


 

Vorstellungen von NABU und BUND realitätsfern

Laut einer Meldung vom SWR und der dpa fordern NABU und BUND die grundsätzliche Einstellung der Jagd im geplanten rheinland-pfälzischen Nationalpark im Hunsrück. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) hält diese Forderung für unrealistisch.

„Auch im geplanten Nationalpark im Hunsrück muss flächendeckend gejagt werden", stellt LJV-Pressereferent Günther D. Klein fest. „Es gilt, eine Überpopulation von Wildtieren zu vermeiden, um die gewünschte Waldentwicklung zu sichern, und die Gefahr von Wildseuchen und Wildschäden an den angrenzenden landwirtschaftlichen Nutzflächen zu vermeiden", so Klein. Die rheinland-pfälzische Jägerschaft wird ein fachlich fundiertes Wildtiermanagement im Nationalpark zu ihrer Sache machen und mit allen Beteiligten zusammenzuarbeiten", betont der LJV. Das Schutzziel des Nationalparks und die Zusammenarbeit der Naturschutzverbände dürfen nicht durch einseitige und realitätsferne Forderungen gefährdet werden.

Befremdend ist die Aussage eines BUND-Sprechers gegenüber dem SWR, in der er die Jagd im geplanten Nationalpark durch „Experten" fordert. „Wer sollen diese Experten sein, von denen der BUND spricht", fragt der LJV. „Alle Jäger haben eine fundierte, staatlich anerkannte Ausbildung absolviert, die aufgrund des hohen Anspruchs an ein breites Wissen über die Abläufe in der Natur auch das ‚grüne Abitur' genannt wird", betont Klein.

Auch die Aussage von NABU und BUND, der klassischen Jagd gehe es „vor allem um Trophäen" weist Pressereferent Klein strikt zurück. „Diese beiden Naturschutzverbände bedienen mit solch einer Aussage Vorurteile und reißen ideologische Gräben auf, die eigentlich seit langer Zeit durch gemeinsame Aktionen zum Wohle der Natur zugeschüttet waren", zeigt sich Klein enttäuscht. „Jagd ist nachhaltiges Wildtiermanagement. Eigentlich sollte das unseren Partnern von NABU und BUND längst klar sein, genauso wie wir Jäger wissen, dass die Jagd im Nationalpark im Rahmen einer Rechtsverordnung zu regeln ist."

LJV-RLP Juli 2013

 



Die besten Jagdhornbläser Rheinland-Pfalz


Sie haben Alles gegeben und den Sieg errungen:: die besten Jagdhornbläser-Gruppen aus ganz Rheinland-Pfalz. Beim Landesbläserwettbewerb des Landesjagdverbandes Rheinland-Sie haben Alles gegeben und den Sieg errungenPfalz e.V. (LJV) am 16. Juni 2013 in Neuwied traten 25 Jagdhornbläsergruppen in unterschiedlichen Wertungsklassen gegeneinander an.

 

Beeindruckend waren die Darbietungen der teilnehmenden Jagdhornbläsergruppen an der Landesmeisterschaft. Doch nur die Besten unter ihnen setzten sich durch und erreichten den ersten Platz im Klassement ihrer jeweiligen Klassen.

 

Die Jäger der Bläsergruppe „Hellberg-Kirn“ aus der LJV-Kreisgruppe Bad-Kreuznach erreichten in der Klasse A (Fürst-Pless-Hörner, höchstes Leistungsniveau) die Spitze des Siegertreppchens.

 

In der Klasse G/B (Fürst-Pless- und Parforce-Hörner in B gemischt) errang die „Bläsergruppe Rockenhausen“ aus der LJV-Kreisgruppe Donnersbergkreis den Klassensieg. Die „Jagdhornbläsergruppe Eifel-Mosel“ aus der LJV-Kreisgruppe Cochem-Zell ist Landessieger in der Klasse G/A (höchstes Leistungsniveau).

 

In der Klasse ES (Parforce-Hörner in ES) verwies die Bläsergruppe „Alsdorf-Hachenburg“ aus der LJV-Kreisgruppe Altenkirchen die Konkurrenz auf die Plätze.

 

Der Landesbläserwettbewerb ist ein Highlight im Eventkalender des LJV und findet alle zwei Jahre an wechselnden Standorten statt. Die besten Bläsergruppen der Wertungsklassen A und G/A qualifizieren sich für den nächsten Bundesbläserwettbewerb, der 2015 stattfinden wird.

LJV-RLP Juni 2013


 

Landesjagdverband begleitet neues Luchsprojekt im Pfälzerwald


„Wir werden den Aufbau einer Luchspopulation im Pfälzer Wald und dessen Schutz als verlässlicher Partner unterstützen", erklärte heute Kurt Alexander Michael, Präsident des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. (LJV). In einem entscheidenden Arbeitsgespräch des LJV-Präsidiums mit Jochen Krebühl, Geschäftsführer der „Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz", wurden Möglichkeiten einer konstruktiven Kooperation bezüglich der von der Stiftung geplanten Auswilderung von Luchsen im Pfälzerwald abschließend erörtert. Vorausgegangen waren eine intensive jagdfachliche Prüfung der Chancen und Risiken einer Auswilderung sowie ein intensiver Meinungsbildungsprozess im Jagdverband unter Beteiligung der örtlich zuständigen LJV-Untergliederungen.

Nur der Pfälzerwald bietet in Rheinland-Pfalz den notwendigen weiten Lebensraum für eine in sich tragfähige Population. Da eine natürliche Wiederbesiedlung, wie sie immer wieder von den Jagdverbänden bundesweit für alle Tierarten – so auch für den Luchs – grundsätzlich favorisiert wird, im Pfälzerwald ausgeschlossen ist, kann dort nur ein seriös geplantes Auswilderungsprojekt den Erfolg bringen. Die erhoffte natürliche Zuwanderung des Luchses aus den Vogesen, wie es sich alle Experten gewünscht hatten, fand wegen unüberwindbarer Hindernisse – hierzu zählt u. a. die sogenannte „Zaberner Steige" – leider nie im erhofften Umfang statt. Auch sind die Lebendnachweise von Luchsen im Pfälzerwald nicht mehr vorhanden.

Michael und Krebühl einigten sich darauf, dass die rheinland-pfälzische Jägerschaft das Projekt offen und zielführend begleiten wird. Die einzelnen Maßnahmen zur Auswilde-rung der Luchse werden mit zahlreichen Partnern abgestimmt. Im nächsten Schritt gilt es, die Finanzierung zu sichern. Das Projekt sieht vor, mehrere Luchse im Pfälzerwald auszuwildern, um dort eine möglichst stabile und lebensraumangepasste Population aufzubauen.

Schon jetzt beobachten landesweit auch als „Luchsbeauftragte" speziell ausgebildete Jäger die Wiederbesiedlung von Rheinland-Pfalz durch die Großkatze. Sie überprüfen Sichtungen durch Waldbesucher und sichern Spuren, um die Anwesenheit der Pinselohren zu beweisen. Zudem sind die Luchsbeauftragten dahingehend ausgebildet, um po-tentielle Risse von Nutztieren durch Luchse zu identifizieren.

Jägerinnen und Jäger sehen heute im Wolf, Luchs, Bären oder in der Wildkatze keine zu bekämpfenden Konkurrenten mehr. Sie sollen und können Teil eines auch für sie und den Menschen gleichermaßen geeigneten, geschützten und nachhaltig genutzten Lebensraumes werden.

 LJV-RLP Juni 2013

 



„Böse" Pflanzenfresser

Vor dem Hintergrund eines ökonomischen Schadenspotentials unterscheidet das rheinland-pfälzische Umweltministerium offensichtlich Wildarten in „gut und böse". Vor allem unter diesem Aspekt kritisiert Kurt Alexander Michael, Präsident des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. (LJV), auf dem Landesjägertag 2013 in Boppard (26. April) die geplante Landesjagdverordnung aus dem Mainzer Ministerium.

Trotz des berechtigten Protestes der Jägerschaft hält das Umweltministerium bislang am Plan fest, die Schonzeit für Rot-, Dam- und Muffelwild außerhalb ihrer Wildtierghettos abzuschaffen. Mögliche wirtschaftliche Schäden, die diese Wildtiere aufgrund ihrer Essgewohnheiten verursachen könnten, dürfen laut LJV-Präsident Michael nicht für einen Feldzug gegen sie herhalten. „Vereinfacht gesagt, hält Umweltministerin Ulrike Höfken Vegetarier ganz offensichtlich für böse und treibt deren Bekämpfung voran", sagt Präsident Michael.

Das Umweltministerium bringt nun ein weiteres Argument, um den staatlichen Schießbefehl auf die verfolgten Damhirsche und Muffel zu rechtfertigen: Diese Wildtiere seien in Rheinland-Pfalz gebietsfremd und ihre Ausbreitung sei zu verhindern. „Die Definition der ‚gebietsfremden Art' stammt übrigens aus dem Bundesnaturschutzgesetz", erklärt Michael. „Und wollte man sie stringent anwenden, würde sie zwar nicht auf Muffel- und Damwild, sehr wohl aber auf Waschbär, Marderhund und Nilgans zutreffen."

In diesem Lichte sind die Pläne aus Mainz geradezu absurd, dem Trio Marderhund, Waschbär und Nilgans einen weitrechenden Schutz zu spendieren. „Mit der Vergabe einer offiziellen Schonzeit für diese invasiven Arten, öffnet das rheinland-pfälzische Umweltministerium ihnen quasi die Tür für eine ungehemmte Verbreitung", so Michael. Als Beispiel nennt der Verbandspräsident das Schicksal eines Storchenpaares, das Jahrelang auf dem Gelände der LJV-Geschäftsstelle in Gensingen erfolgreich gebrütet hatte. Nilgänse vertrieben in diesem Jahr die Störche und besetzten ihr Nest.

Auch bei den Wildschweinen sollen wirtschaftliche Gründe für die endgültige Aufhebung der Schonzeit herhalten. „Hier wird nicht einmal auf eine konkrete Situation abgehoben, sondern der möglicherweise entstehende Wildschaden reicht aus, um den Grundgedanken des Tierschutzes vollkommen zu ignorieren", ärgert sich Michael. „Ich halte diese Begründung für rechtlich höchst fragwürdig", ergänzt er.

Falschverstandener Tierschutz ist ebenfalls der Grund für die geplante Vollschonung des Iltis'. „Die dramatische Folge des Jagdverbotes auf den Iltis trifft das Niederwild und andere wildlebende Tierarten, denn dieses Raubtier bedroht nicht nur die Gelege von Bodenbrütern", erklärt Michael. „Jeder Meter Krötenschutzzaun entlang der viel befahrenen Straßen unseres Landes beweist, dass ein Großteil seiner Beutetiere – im Gegensatz zum Iltis selbst – sehr wohl in ihrem Bestand gefährdet ist." LJV-Präsident Michael fügt hinzu, dass es keine maßgeblichen Hinweise gebe, denen zufolge der Iltis in Rheinland-Pfalz als gefährdet einzustufen wäre.

LJV-Präsident Michale nutzt die Gelegenheit und übergibt dem anwesenden rheinland-pfälzischen Umweltstaatssekretär Thomas Griese einen Ordner mit mehreren Tausend Unterstützerunterschriften für die vom LJV ins Leben gerufene Petition „PROWild in Rheinland-Pfalz", mit der die Jäger gegen die geplante Landesjagdverordnung protestieren. Bisher haben sich fast 10.000 Menschen dem Protest des LJV angeschlossen. Bis zum 13. Mai können Naturfreunde die Petition auf www.prowild-rlp.de unterstützen.


Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. April 13

 



Frühmahd tierschutzgerecht gestalten

Von innen nach außen mähen rettet Wildtierleben

 Die Mahd von Grünland oder Energiepflanzen wie Grünroggen steht an. Besonders konfliktreich: Der Termin fällt zusammen mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs sicher wähnen. Doch „Ducken und Tarnen" schützt zwar vor dem Fuchs, nicht aber vor dem Kreiselmäher. Darauf machen Bundesverband Lohnunternehmen (BLU), Bundesverband der Maschinenringe (BMR), Deutscher Bauernverband (DBV) und Deutscher Jagdschutzverband (DJV) aufmerksam und empfehlen, den Mähtermin mindestens 24 Stunden vorher mit dem Jagdpächter abzusprechen oder selbst erforderliche Maßnahmen für die Wildtierrettung durchzuführen.

Effektive Wildtierrettung beginnt bereits vor der Mahd, so die Verbände. Entscheidend ist dabei, die anstehenden Grünschnitt-Termine – für Silage oder Biomasseproduktion – rechtzeitig mit dem Jagdpächter abzustimmen und die Mähtechnik dem Tierverhalten anzupassen. Die Verbände empfehlen vor allem, das Feld mit dem Grünlandschnitt grundsätzlich von innen nach außen zu mähen. So haben Feldhasen oder Fasane während der Mahd die Möglichkeit zur Flucht. Bei der Ernte der Ganzpflanzensilage verspricht die Begrenzung der Schnitthöhe auf etwa 15 bis 20 Zentimeter in der kritischen Aufzuchtzeit zusätzlichen Erfolg – gerade bei Rehkitzen, die sich instinktiv ducken.

Der DJV appelliert zugleich an Spaziergänger, Abstand zu halten von Jungtieren: Um keine Fressfeinde wie den Fuchs anzulocken, verstecken Rehe oder Feldhasen ihren gut getarnten Nachwuchs in Wiesen und beobachten ihn aus sicherer Entfernung. Es wäre falsch verstandene Tierliebe, Rehkitze und Junghasen anzufassen oder sogar mitzunehmen.

 Deutscher Jagdschutzverband (Berlin, 26. April 2013)


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Umweltministerium zeigt protestfeindliche Gesinnung

 

In einem Beitrag von "Deutschlandfunk" zur geplanten Landesjagdverordnung wirft Thomas Griese, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Umweltministerium, den Jägern indirekt Unehrlichkeit vor. Beim Protest der Jägerschaft für mehr Tier- und Artenschutz gehe es seiner Meinung nach eher um die Trophäenjagd.

„Herr Griese hat wohl die Ideale seiner Partei, die mit der Protestbewegung in Deutschland groß wurde, nicht nur vergessen, sondern tritt diese mit Füßen!", sagt Günther Diether Klein, Pressereferent des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. (LJV). „Als Bürger dieses Landes haben wir das Recht, gegen Pläne eines Ministeriums zu demonstrieren, wenn alles dafür spricht, dass in weiten Teilen der geplanten Landesjagdverordnung wirtschaftliche Interessen Vorzug vor dem Tier- und Artenschutz erhalten. Der gesamten Jägerschaft öffentlich indirekt Unehrlichkeit vorzuwerfen, ist ein Skandal und attestiert dem grünen Umweltministerium eine protestfeindliche Gesinnung."

Im Deutschlandfunk-Beitrag „Heftiges Wortgefecht ums Hirschgeweih" vom 11. April 2013 wird Thomas Griese mit den Sorgen der Jäger konfrontiert und kommentiert diese folgendermaßen: „Der Ärger der Jäger rührt vor allem daher, dass wir die Trophäenjagd (...) nicht mehr zulassen." Für den Sprecher des LJV zeigt diese Aussage deutlich, dass im Umweltministerium wohl Proteste von anerkannten Naturschutzverbänden nicht ernst genommen werden. „In unserer Petition ‚PROWild in Rheinland-Pfalz' ist mit keiner Silbe eine Trophäenjagd erwähnt. Diese Vorwürfe sind also völlig aus der Luft gegriffen und verdeutlichen den Versuch des Umweltministeriums, berechtigte Kritik zu diskreditieren", so Klein.

Pikanterweise sind es die dem Umweltministerium unterstehenden Landesforsten selbst, die zahlungskräftigen Jägern den Abschuss von Hirschen mit starken Geweihen für hohe Summen verkaufen. „Spielen also doch wirtschaftliche Interessen eine gewisse Rolle bei den Plänen des Ministeriums?", spekuliert Günther Diether Klein.

Pressemeldung LJV-RLP  12.04.2013

 

 


 

Petition gegen geplante Landesjagdverordnung

 

Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) wendet sich mit einer Petition gegen die geplante Landesjagdverordnung an die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken.

„Teile der vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium geplanten Landesjagdverordnung sind tier- und artenschutzfeindlich" betont LJV-Präsident Kurt Alexander Michael. „Um der Artenvielfalt in Rheinland-Pfalz eine Stimme zu geben, richten wir uns mit einer Petition an die für die Jagd zuständige Ministerin Ulrike Höfken."

Der LJV fordert in seiner Petition das zuständige rheinland-pfälzische Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten dazu auf, die einheitliche, landesweit geltende Schonzeit für Rot-, Dam- und Muffelwild auch außerhalb der Bewirtschaftungsbezirke beizubehalten, die Schonzeit für Schwarzwild – vor allem für Bachen – wieder einzuführen, die bisherige Jagdzeitregelung für das Rehwild beizubehalten, die Jagd auf den Beutegreifer Iltis auch weiterhin zu ermöglichen und ein nachhaltiges Rotwildmanagement durch die Beibehaltung der Güteklassen zu ermöglichen.

„Wir möchten mit dieser Petition einen Zwei-Klassen-Tierschutz verhindern, der auf der einen Seite – richtigerweise – Schonzeiten für Füchse vorsieht, doch auf der anderen Seite Wildarten, die sich vegetarisch ernähren, als Waldschädlinge regelrecht bekämpft", erklärt Michael.

Hintergrundinformationen sind auf der Seite www.prowild-rlp.de zu finden. Interessierte können die Petition unterstützen, indem sie sich an der Online-Petition beteiligen, dem LJV eine E-Mail senden (petition@ljv-rlp.de) oder die Unterschriftsliste auf der genannten Homepage downloaden und an folgende Adresse senden:

Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V.

Postfach 27

55453 Gensingen

E-Mail: petition@ljv-rlp.de

 

 

Mit der heute angekündigten, neuen Landesjagdverordnung durch die rheinland-pfälzische Landesregierung könnten für viele Wildtiere schwierige Zeiten anbrechen. Arten- und tierschutzgerechte Jagd sieht anders aus.

Aufhebung der Schonzeit für Rot-, Dam- und Muffelwild außerhalb von Bewirtschaftungsbezirken sowie Streichung der Güteklassen beim männlichen Rotwild, Jagdzeitverlängerung für den Rehbock und Vollschonung für den Iltis: So stellt sich die Landesregierung in Mainz offenbar eine nachhaltige Jagd vor.


Kurt Alexander Michael, Präsident des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. (LJV), kritisiert die Pläne der Landesregierung scharf. „Sollten all diese Vorhaben Wirklichkeit werden, ist kaum noch eine sinnvolle, nachhaltige und revierübergreifende Jagd möglich", zeigt sich Michael verärgert. „Durch die Abschaffung der Schonzeiten für Rot-, Dam- und Muffelwild außerhalb der behördlich festgesetzten Bewirtschaftungsbezirke, werden diese Arten so gut wie vogelfrei. Wann immer beispielsweise ein Stück Rotwild diese Grenzen überschreitet, würde der gesetzliche Schießbefehl gelten. Unsere größte Wildart erhält damit außerhalb der Bewirtschaftungsgebiete den gleichen Schutzstatus wie die Bisamratte." Es müsse daher vielmehr über die Auflösung dieser „Wildtier-Gettos" nachgedacht werden, so Michael weiter.

Auch die Abschaffung der Güteklasseneinteilung beim Rothirsch sei unnötig, ja kontraproduktiv. Eine wirkliche Regulation des Bestandes erreiche man nur über das weibliche Rotwild als Reproduktionsträger, nicht über eine Liberalisierung der Hirscheinteilung. „Gleiches gilt für die Verlängerung der Jagdzeit auf den Rehbock. Studien haben gezeigt, dass trotz Jagdzeitverlängerung keine signifikante Streckensteigerung erzielt wird. Vielmehr verlagert sich das Streckenbild hin zu den Böcken. Nur dumm, dass diese eine zweitrangige Rolle bei der Populationsdynamik spielen", sagt der Verbandspräsident. „Will man den Bestand senken, muss bei den weiblichen Stücken – den Ricken – jagdlich eingegriffen werden!"

Führt die Landesregierung eine ganzjährige Schonzeit für den Iltis ein, kann dieses Raubtier ungehindert Kiebitz, Rebhuhn, Feldhase und Co. dezimieren. „In keinem einzigen Teil von Rheinland-Pfalz ist der Bestand des Iltis' bedroht", erklärt Michael. „Dieser Plan ist für den Tier- und Artenschutz in der ausgeräumten Kulturlandschaft eine Bankrotterklärung. Seltene Tierarten werden es durch das geplante Jagdverbot auf den Iltis noch schwerer haben."

Verbandspräsident Michael sieht eines der nachhaltigsten und tierschutzgerechtesten deutschen Landesjagdgesetze in Gefahr. „Erst 2010 setzte die damalige SPD-Regierung das aktuell gültige rheinland-pfälzische Jagdgesetz in Kraft. Jetzt soll dieses Gesetz durch eine neue, in weiten Teilen ideologisch geprägte Jagdverordnung ausgehölt werden", sagt Michael. „Der LJV appelliert eindringlich an die Landesregierung, die unsinnigen und tierschutzfeindlichen Teile der Verordnung über Bord zu werfen."

 Pressemeldung  LJV-RLP 20.02.2013


Von Wildwuchs und Wildbret

DJV veröffentlicht überarbeitete Broschüren „Jagd ist Naturschutz" und „Wissenswertes zur Jagd"

Annähernd so groß wie 2000 Fußballfelder ist die Fläche der Streuobstwiesen, die Jäger jährlich pflegen und erneuern. Würden die Hecken, denen sich die Waidmänner jedes Jahr widmen, in einem Stück gepflanzt, ergäben sie mit 6000 Kilometern bald die Länge der Chinesischen Mauer. Die Anpflanzungen aus Hartriegel, Schwarzdorn oder Pfaffenhütchen sind also bei weitem kein Wildwuchs, sondern für die Bedürfnisse der Tierwelt angelegt und deren Pflege eine von zahlreichen Aufgaben der Jägerschaft.

Viele weitere listet der DJV in seiner neuen Broschüre „Jagd ist Naturschutz" auf, die bereits im Januar während der Internationalen Grünen Woche in Berlin, der weltgrößten Messe für Landwirtschaft und Ernährung, ein breites Publikum gefunden hat.

Mehr denn je ist es notwendig, die Öffentlichkeit über die Leistungen der Jäger und deren vielfältige Aufgaben zu informieren. Deshalb hat der DJV eine weitere Broschüre überarbeitet und mit aktuellen Fakten versehen. In „Wissenswertes zur Jagd" informiert der DJV beispielsweise über die heutige Jägergeneration.

So ist die Zahl der Jägerinnen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen: Die Umfrage des DJV unter den Jungjägern zeigt, dass in den Vorbereitungskursen zum Jagdschein bereits rund 20 Prozent der Teilnehmer Frauen sind. Zudem liegt der Fokus von „Wissenswertes zur Jagd" auf heimischem Wildbret und die Initiative „Wild aus der Region", informiert über die Jagd- und Schonzeiten, das Jagdrecht und die Verbandsarbeit und die Kontaktmöglichkeiten zu den Landesjagdverbänden.

Die Broschüren sind kostenfrei erhältlich über die DJV-Service- und Marketing GmbH, jedoch zuzüglich Versandkosten.

Kontakt:

DJV-Service- und Marketing GmbH
Friesdorfer Straße 194a
53175 Bonn

Tel.: (0228) 38 72 90-0
Fax: (0228) 38 72 90-25

Mail: info@djv-service.de
Internet: www.djv-service.de


05. Februar 2013 (djv) Berlin

 


„Tierschutz ad absurdum geführt"

In einer Pressemitteilung fordert Helmut Stadtfeld, Vorsitzender des rheinland-pfälzischen Tierschutzbeirats, das Verbot der Kirrjagd. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz (LJV) kritisiert die Aussagen Stadtfelds aufs Schärfste.

„Unter dem Deckmäntelchen des vermeintlichen Tierschutzes soll der Jägerschaft eine effektive und vor allem tierschutzgerechte Art der Jagd auf Wildschweine genommen werden", zeigt sich LJV-Geschäftsführer Erhard Bäder von den Aussagen Stadtfelds empört. „Wissentlich verdreht Stadtfeld die Fakten rund um das Thema Schwarzwild, um seinen ideologischen Vorstellungen Gewicht zu verleihen. Helmut Stadtfeld führt den Tierschutz ad absurdum

Hintergrund ist die jüngste Pressemitteilung des Tierschutzbeirates Rheinland-Pfalz, in dem Stadtfeld den Populationsanstieg beim Schwarzwild mit der Kirrjagd begründet. Bei der Kirrjagd handelt es sich um eine Lockjagdmethode, bei der die Schwarzkittel mit Hilfe von sehr geringen Mengen Mais oder anderem Getreide angelockt werden. Durch das ruhige Verhalten der Tiere an den Kirrstellen, ist es den Jägerinnen und Jägern möglich, die Wildschweine nach Alter, Geschlecht und Konstitution genau auszuwählen und gezielt zu erlegen. „Herr Stadtfeld verkennt, dass bei der Kirrjagd rund 40 Prozent der Wild-schweinstrecke erzielt werden. Damit disqualifiziert er sich als ernstzunehmender Diskussionspartner", so Erhard Bäder.

„Die These, derzufolge die Kirrung für den Anstieg der Wildschweinpopulation ursächlich sein soll, hält keiner ernsthaften Überprüfung stand", erklärt der LJV-Geschäftsführer. „Zudem spielt Stadtfeld die wesentlichen Faktoren – wie den Anstieg des natürlichen Futterangebotes im Wald durch häufigere und vermehrte Fruchtbildung bei Buche und Eiche sowie den Einfluss einer sich veränderten Landwirtschaft mit vermehrtem Maisanbau – bewusst herunter."

Als Frechheit empfindet Bäder die allgemeine Verunglimpfung rheinland-pfälzischer Jägerinnen und Jäger durch Stadtfeld. Der Vorsitzende des Tierschutzbeirates behauptet, dass etliche Revierinhaber gegen die Kirr-Verordnung verstoßen. „Herr Stadtfeld hetzt bewusst gegen Jäger. So ein Verhalten kann nicht einfach hingenommen werden."

Als Jagdscheininhaber sollte Stadtfeld in der Lage sein, diese komplexe Thematik diffe-renzierter zu betrachten, meint Bäder. Sein Rat an den Vorsitzenden des Tierschutzbeirates: „Vielleicht sollte Herr Stadtfeld einen unserer Kurse für Jagdscheinanwärter besuchen, um sein Wissen aufzufrischen. Dann würde er sich vielleicht erinnern, dass mit den Kirrungen nicht nur die Effizienz der Einzeljagd erhöht und eine tierschutzgerechte Jagd ermöglicht werden, sondern dass Kirrungen auch eine Lenkungsfunktion für das Schwarzwild haben und Voraussetzung für die nachhaltige Bekämpfung von Seuchen sind.".

LJV-RLP  Pressemeldung 23.01.2013

 


 Tierische Strategien gegen Winterkälte

Die Einen fahren den Energieverbrauch runter, Andere tragen warme „Funktionskleidung", und Dritte wiederum heizen ihren Bau. Wildtiere entwickelten eindrucksvolle Strategien, um durch die kalte Jahreszeit zu kommen.

Auf 30 Schläge die Minute kann Rotwild den Herzschlag während des Winters halbieren. So können sie eine Menge Energie sparen, denn der Winterspeck muss ja schließlich noch einige Monate reichen, ehe der Frühling einen reichen

Tisch decken kann. Auch das Rehwild hat den „Sparmodus" eingeschaltet. Möglichst wenig Bewegung heißt die Devise – daher braucht das Wild in dieser Jahreszeit besonders viel Ruhe.

Weil das aber bei frostigen Temperaturen oft nicht reicht, haben Wildtiere eine besondere „Wintermode" entwickelt. Rehe haben eine Art „Dauerwelle". Ihr langes, hohles Winterhaar ist im Gegensatz zum kurzen Sommerkleid stark gewellt, wodurch gut isolierende Luftpolster entstehen. Schwarzwild dagegen hat eine dichte Unterwolle, die wie warme, lange Unterwäsche funktioniert.

Zum Ruhen schieben sich die Schwarzkittel unter dichtes Buschwerk, wo sie vor Wind und Wetter geschützt sind.

Für ein gemütliches Zuhause hat der Dachs schon im Herbst vorgesorgt. In dieser Jahreszeit schaffte er genügend Pflanzenmaterial in seinen unterirdischen Bau, das während des Verrottungsprozesses Wärme abgibt und so als „Bio-Heizung" dient. Somit verbraucht er während seiner Winterruhe viel weniger Kalorien.

Siebenschläfer oder Igel machen sich erst gar nicht so viel Arbeit – sie verschlafen einfach den ganzen Winter. Schon im Herbst haben sie sich ein gemütliches Plätzchen gesucht, in dem sie träumend auf den Frühling warten.

LJV-RLP Pressemeldung 21.01.2013

 


Neue Wildscheiben ab Januar 2013

DJV hat Scheiben für das jagdliche Leistungs- und Vergleichsschießen überarbeitet

Ab 1. Januar 2013 gelten für alle Leistungs- und Vergleichsschießen neue DJV-Scheiben. In der Vergangenheit kam es bei den DJV-Wildscheiben und -Spiegeln immer wieder zu erheblichen Farbunterschieden, sowohl bei den Wildkörpern als auch bei den Ringen. Deshalb hat der DJV in Zusammenarbeit mit dem DJV-Schießleiter die Scheiben farblich überarbeitet, die Ringdurchmesser und die Ringstärken neu definiert sowie die Papierqualität deutlich verbessert. Alte, noch vorrätige Scheiben für das Ausbildungs- und Übungsschießen können noch aufgebraucht werden.

Bei den elektronischen Trefferanzeigen gab es immer wieder Probleme durch die starken Abweichungen von Scheibe zu Scheibe. Ab Januar werden die DJV-Wildscheiben deshalb auch auf selbstklebender Folie angeboten, mit Zentrierungsmarkierungen zum exakten Aufbringen.

Zudem endet der Vertrag mit der Firma Wuttke-Druck zum Jahresende. Ab 1. Januar 2013 werden die DJV-Wildscheiben, KK- und LG-Scheiben, Anschussscheiben usw. nur noch von der DJV-Service und Marketing GmbH (DSM) produziert und vertrieben.

Kontakt und Bestellungen:

DJV-Service und Marketing GmbH
Friesdorfer Str. 194a
53175 Bonn

Tel. (0228) 38 72 90-0

(Im Internet unter www.djv-scheiben.de ab 1. Januar 2013)

 


 Nach „Wolfsschützen-Urteil": Landesjagdverband fordert Zusammenarbeit beim Wolfsmanagement

Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz (LJV) nimmt das Urteil des Amtsgerichts Montabaur gegen den 72-jährigen Jäger, der im Frühjahr 2012 den mutmaßlichen Westerwälder Wolf erschoss, zum Anlass, eine enge Zusammenarbeit beim Wolfsmanagementplan zu fordern.

Der LJV fordert eine aktive Beteiligung bei dem von Umweltministerin Ulrike Höfken geplanten Wolfmanagementplan. „Wir sind irritiert über die Aussage von Ministerin Höfken, die Nutztierhalter und Jäger erst in diesen Prozess mit einzubeziehen, wenn ein Entwurf vorliegt", sagt LJV-Präsident Kurt Alexander Michael. „Wir fordern von Ministerin Höfken, mit den Vertretern der rheinland-pfälzischen Jägerinnen und Jägern – als eine der am stärksten betroffenen Interessensgruppen – schon bei der Ausarbeitung des geplanten Managementplans zusammenzuarbeiten. Einen ohne das Knowhow der Jägerschaft erarbeiteten Entwurf einfach „abzunicken", ist uns als anerkannter Naturschutzverband zu wenig!"

„Der Wolfsschütze ist nach meiner Einschätzung zu Recht verurteilt worden", kommentiert LJV-Präsident Kurt Alexander Michael die Verurteilung des nordrhein-westfälischen Jägers zu einer hohen Geldstrafe. „Das Vorgehen des Schützen hat der Jägerschaft schweren Schaden zugefügt. Deswegen gehen wir davon aus, dass der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen verbandsinterne Disziplinarmaßnahmen einleiten wird."


LJV-RLP Pressemeldung 18.01.2013



Jagd in Deutschland ist tierschutzgerecht

Zum Welttierschutztag erklärt der Deutsche Jagdschutzverband warum dies so ist

(Berlin, 04. Oktober 2012). Die Jagd in Deutschland ist eine ursprüngliche und tierschutzkonforme Beschaffung tierischer Nahrungsmittel, darauf macht der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) anlässlich des Welttierschutztages aufmerksam. Nachhaltige Jagd, wie sie in Deutschland ausgeübt wird, hat die Weltnaturschutzunion (IUCN) sogar bereits 2000 als eine Form des Naturschutzes anerkannt.

Anders als im Schlachthof, trifft der Schuss des Jägers das Tier unvorbereitet. Jagdgeschosse sind so konstruiert, dass sie schnell und damit tierschutzgerecht töten. Zudem verbringen Wildtiere ein Leben in der freien Natur. Medikamente, Kraftfutter oder Tiertransporte sind nicht notwendig. Auch Lebend- und Totfangfallen sind tierschutzgerecht. Anders als beispielsweise frei verkäufliche Mausefallen unterliegen sie strengen Vorgaben. Jäger lernen außerdem während ihrer Ausbildung den sicheren Umgang mit Fanggeräten.

Die Ausübung der Jagd basiert auf klaren gesetzlichen Vorschriften. Viele Teile des Jagdrechts dienen ausschließlich dem Tierschutz. Zum Beispiel dürfen Elterntiere während der Jungenaufzucht nicht bejagt werden (§22 Abs. 4 BJagdG). Es ist nicht erlaubt, Wild an seinen Wohnstätten zu beunruhigen und zahlreiche Jagdmethoden sind verboten (§19 BJagdG). Weidmänner absolvieren eine umfangreiche staatliche Prüfung, bevor sie den Jagdschein erhalten. Fachbereiche wie Biologie von Tieren und Pflanzen, Fleischhygiene, Waffenrecht und -handhabung, Naturschutz-, Waffen- oder Lebensmittelrecht werden in den Jagdschulen unterrichtet. Für das sogenannte „Grüne Abitur" pauken sie im Regelfall mindestens 120 Stunden Theorie – plus Praxiseinheiten in vielen Fächern. Zum Vergleich: Für den Fahrzeugführerschein sind etwa 40 Stunden Theorie üblich.

Die Jagd ist viel mehr als nur das Erlegen von Tieren. So hegen und pflegen Jäger jährlich Hecken – als Lebensraum vieler Tierarten –, die so lang sind wie die Chinesische Mauer. Die Hegeverpflichtung umfasst sogar besonders gefährdete und streng geschützte Arten wie Luchs, Fischotter, Seehund und Seeadler: Weil sie allesamt dem Jagdrecht unterliegen, sind Jäger verpflichtet, lebensraumverbessernde Maßnahmen umzusetzen. Jäger haben beispielsweise die Wiederbesiedlung Schleswig-Holsteins mit Seeadlern und Uhus maßgeblich unterstützt. Dass der Seeadler 2009 von der Liste bedrohter Arten genommen werden konnte, ist auch einer ihrer Verdienste.

 Deutscher Jagdschutzverband e.V. Pressemeldung 04.10.2012


Safety First

Die Hauptjagdsaison beginnt im Oktober. Dabei wird Sicherheit groß geschrieben. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) appelliert an Erholungssuchende, auf Warnhinweise zu achten.

Im Herbst und Winter gehen die sogenannten Bewegungsjagden los. Während dieser Zeit gelten für Jäger strenge Unfallverhütungsvorschriften, die beispielsweise Warnkleidung in Signalfarben vorschreiben.

„Jäger achten bei Bewegungsjagden auf höchste Sicherheitsstandards", betont LJV-Präsident Kurt Alexander Michael. „Rot umrandete Dreiecke mit Aufdrucken wie ‚Treibjagd' oder ‚Vorsicht Jagd' machen an Straßen sowie Wald- und Feldwegen auf Bewegungsjagden aufmerksam.

Wir bitten Naturfreunde, diese Warnschilder zu beachten."

Bei den Bewegungsjagden ziehen zahleiche Treiber und Hunde langsam durch den Wald. Durch die dabei entstehende Unruhe werden Rehe, Wildschweine und Co. auf die Läufe gebracht und ohne Hast in Richtung der Schützen „gedrückt". So habend die Jägerinnen und Jäger die Möglichkeit, Alter, Geschlecht und Konstitution der Wildtiere besser zu erkennen und einen Schuss sicherer zu platzieren.

Mit den Bewegungsjagden wird nicht nur ein Großteil der gesetzlichen vorgegebenen Abschusspläne waidgerecht erfüllt. Der Herbst ist zudem die Zeit der jagdlichen Ernte. Jägerinnen und Jäger produzieren dabei ein hochwertiges, regionales Lebensmittel aus nachhaltiger Nutzung. Wildbretliebhaber finden jetzt ein reichhaltiges Angebot und können für die Weihnachtszeit vorsorgen.

Bewegungsjagden werden im Herbst und Winter durchgeführt, wenn die Felder abgeerntet sind und die Bäume kein Laub mehr tragen. Wildbiologische und tierschutzrechtliche Aspekte spielen ebenfalls eine Rolle: Im Winterhalbjahr ist die Aufzucht der Jungen in der Regel abgeschlossen.

Wie gefährlich ist Jagd?

Für das Jahr 2010 sind im Archiv der Deutschen Presse-Agentur (dpa) genau 3 tödliche Jagdunfälle mit Waffen verzeichnet. Bei 351.000 Jägern liegt die Wahrscheinlichkeit, als Jagdbeteiligter tödlich zu verunglücken, bei 0,00085 Prozent. Hingegen lag 2010 das Risiko, im Hausbereich tödlich zu verunglücken, bei etwa 0,009 Prozent (7.500 tödliche Unfälle bei 81 Millionen Deutschen). Kurzum: Der Durchschnittsdeutsche lebt in den eigenen vier Wänden 10-mal gefährlicher als der Jäger bei der Jagd. Auf der Straße geht es ebenfalls risikoreich zu: 2010 gab es 3.648 Verkehrstote bei 54 Millionen Führerscheininhabern. Die Wahrscheinlichkeit, als Verkehrsteilnehmer zu sterben, liegt demnach bei 0,007 Prozent. Näherungsweise ist Autofahren also etwa 8-mal gefährlicher. Bergwandern ist fast 5-mal gefährlicher als Jagen: 45 der rund 900.000 Mitglieder des Deutschen Alpenvereines verunglückten 2010 tödlich (0,004 Prozent).

 

Pressemeldung -  LJV-RLP -01.10.2012


Tatsachen unterschlagen

Tendenziöse Berichterstattung im Südwestrundfunk (SWR). Behauptungen der Winzerin Sarah Maria Gänz, die Antrag auf Austritt der Jagdgenossenschaft gestellt hat, wurden in der Sendung „Im Grünen" nicht hinterfragt. Pikant dabei: Dem verantwortlichen Redakteur Andreas Heerwig war bekannt, dass die Winzerin Fakten unterschlägt. LJV und Deutscher Jagdschutzverband (DJV) protestieren gegen die unsachliche Darstellung der Redaktion „Im Grünen".

Kommentarlos durfte Winzerin Sarah Maria Gänz in der SWR-Sendung „Im Grünen" behaupten, ihr Weingut hätte mit den ansässigen Jägern eine „einvernehmliche Regelung" gefunden, dass auf ihrem Land nicht mehr gejagt wird. Diese Aussage ist falsch. Der verantwortliche Jagdpächter weist diese Aussage entschieden zurück, denn eine „einvernehmliche Regelung" sei nie getroffen worden. Noch vor Ausstrahlung der Sendung wies der Landesjagdverband Rheinland Pfalz e.V. (LJV) die „Im Grünen"-Redaktion auf diese Tatsache hin, die jedoch im Beitrag völlig unbeachtet gelassen wurde.

Winzerin Gänz behauptete weiterhin im Interview, dass Wildtiere zu ihnen gehörten und dass sie Teil ihrer Lebensgrundlage darstellten. Trotz aller Tierliebe lässt sich die Winzerin aber vom Jagdpächter Wildschaden bezahlen. Das verschweigt sie – geflissentlich? – vor der Kamera. Diese an Zynismus grenzende Haltung wurde im Beitrag ebenfalls nicht hinterfragt, obwohl dies der Redaktion bekannt war. Hätte Redakteur Andreas Heerwig den Jagdpächter in seinem Beitrag zu Wort kommen lassen, wäre eine faire, ausgewogene und sorgfältige Berichterstattung gewährleistet gewesen.

Auch das anschließende Interview mit Harald Hoos von „pro iure animalis" – eine der totalitären Sekte „Universelles Leben" nahestehende Organisation, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird – ist ein Beleg für die in diesem Fall tendenziöse Berichterstattung der SWR-Sendung „Im Grünen". Moderatorin Ulrike Nehrbaß gab schon mit ihrer ersten Frage, ob denn die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zur Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften „ein Sieg auf ganzer Linie für den Tierschutz" sei, die Richtung vor. Auch die Harald Hoos zur Verfügung gestellte Redezeit zeigt ein unausgewogenes Bild in der Berichterstattung.

LJV und Deutscher Jagdschutzverband (DJV) protestieren gegen die tendenziöse Darstellung der Redaktion „Im Grünen" und rufen dazu auf, sich bei der Redaktion sachlich zu beschweren.

Kontakt:

Im Grünen

SÜDWESTRUNDFUNK

Mario Schmiedecke
Am Fort Gonsenheim 139
55122 Mainz
E-Mail: mario.schmiedecke@swr.de
andreas.heerwig@swr.de

Landessenderdirektion Rheinland-Pfalz

SÜDWESTRUNDFUNK

Dr. Simone Sanftenberg
Am Fort Gonsenheim 139
55122 Mainz

E-Mail: simone.sanftenberg@swr.de

 

Pressemeldung -  LJV-RLP -29.08.2012


Nutzerverbände fordern bundeseinheitliche Umsetzung des EGMR-Urteils

Jagdgesetz muss Allgemeinwohl und Rechte Dritter berücksichtigen

(Berlin, 13. Juli 2012). In einem gemeinsamen Standpunktepapier haben sich die vom Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) betroffenen Verbände für eine bundeseinheitliche Anpassung des Bundesjagdgesetzes ausgesprochen, die sich ausschließlich auf die Umsetzung des Urteils beschränkt. Mit seiner Entscheidung kritisierte der EGMR einen Teilaspekt des deutschen Jagdrechtssystems, das grundsätzlich in hervorragender Weise das Allgemeinwohl und die Rechte Dritter schütze. Eine Umsetzung des Urteils durch den Gesetzgeber dürfe daher auf keinen Fall zu einer Zersplitterung des Jagdrechtes führen oder die Zielsetzung des Bundesjagdgesetzes gefährden, sind sich die unterzeichnenden Verbände einig.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE), der Deutsche Jagdschutzverband (DJV), der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR), der Deutsche Bauernverband (DBV), die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) und die Arbeitsgemeinschaft der Grundbesitzerverbände (ARGE) stimmen darin überein, dass eine aus dem Urteil resultierende Möglichkeit zur Aufhebung der Bejagungspflicht für einzelne Grundstücke auf zu begründende Ausnahmefälle beschränkt werden muss. Die Verbände betonen, dass sich die Entscheidung des Gerichtshofes nur auf den Fall der Ablehnung der Jagd aus Gewissensgründen bezieht. Wichtige Belange des Allgemeinwohls wie z.B. Tierseuchenprävention sowie die grundrechtlich geschützten Interessen Dritter müssen ebenso berücksichtigt werden wie die Fragen zur Regelung der Wildschadenshaftung.

Der EGMR hatte in seinem Urteil vom 26. Juni 2012 entschieden, dass ein Grundbesitzer, der die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt, unverhältnismäßig in seinem Eigentumsrecht verletzt sein kann, wenn er die Jagdausübung auf seinen Grundstücken dulden muss. Die vom Gerichtshof angenommene Verletzung der Eigentumsrechte bezieht sich damit ausschließlich auf die flächendeckende Bejagungspflicht. Weder die Jagdgenossenschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts noch die Pflichtmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften wurden von den Richtern kritisiert. Dies ist vor allem aus Sicht der direkt betroffenen Vertreter der Jagdgenossenschaften entscheidend. Bis zu einer Umsetzung des Urteils gilt die bestehende Rechtslage fort. Insbesondere ermöglicht das Urteil noch keinen Austritt aus der Jagdgenossenschaft, da Gerichte und Verwaltung einer neuen gesetzlichen Regelung nicht vorgreifen dürfen. Jetzt schon eingehende Anträge müssen daher zurückgestellt werden.

djv12

 


 Deutsches Reviersystem bleibt erhalten

Die geltende Gesetzeslage ist nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom 26. Juni weiterhin gültig. Der Gesetzgeber muss jetzt für Klarheit sorgen.

Die Jagdbehörden im Land sind auch nach dem Urteil an dem bestehenden Gesetzestext gebunden. „Hier hat der EGMR nur im konkreten Einzelfall (Herrmann gegen Deutschland) festgestellt, dass die Menschenrechtskonvention verletzt wurde", erklärt Kurt Alexander Michael, Präsident des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. (LJV). „Jetzt ist eine Regelung durch den Gesetzgeber gefragt, die die Verletzung des Grundrechts – wie vom EGMR bemängelt – beseitigt", so Michael weiter.

Das deutsche Reviersystem beinhaltet die Hegeverpflichtung und baut auf das Prinzip einer flächendeckenden Bejagung. Daher fordert LJV-Präsident Michael eine sorgfältige Prüfung des Urteils und warnt vor Schnellschüssen. „Eine Beseitigung des bewährten Reviersystems hätte negativen Einfluss auf die Land- und Forstwirtschaft sowie den Tierschutz. Die Vermeidung von Wildschäden, die Bekämpfung von Tierseuchen und eine tierschutzgerechte Nachsuche müssen weiterhin möglich bleiben", so Michael.

Der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) informiert, dass derzeit Gespräche auf der Arbeitsebene zwischen dem Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV), dem DJV und den anderen betroffenen Verbänden laufen, um eine künftige Regelung zu gestalten.

 LJV-RLP Pressemeldung 28.06.2012


Fragen und Antworten zu den möglichen Konsequenzen des EGMR-Urteils

Pressemeldung

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Fragen und Antworten zu den möglichen Konsequenzen des EGMR-Urteils

– Aktuelle Rechtslage gilt vorerst weiter

(Berlin, 28. Juni 2012) Jägerinnen und Jäger haben Fragen zum EGMR-Urteil gestellt. Hier antwortet der Verband.

Welche Auswirkung hat das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) auf das Bundesjagdgesetz? Darf das Urteil als „Rüge" verstanden werden oder ist die Bundesrepublik zum Handeln verpflichtet?

Das Urteil vom 26. Juni stellt lediglich fest, dass in dem konkreten Einzelfall (Herrmann gegen Deutschland) die Menschenrechtskonvention verletzt wurde. Damit ist die geltende Gesetzeslage nicht ungültig. Das Urteil hat zudem keinen direkt rechtsändernden Charakter. Allerdings ist der Gesetzgeber aufgefordert, eine Regelung zu schaffen, die die Verletzung des Grundrechts, wie vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) bemängelt, beseitigt. Dabei hat der Gesetzgeber aber einen erheblichen Gestaltungsspielraum.

Darf jetzt jeder selbst entscheiden, ob auf seinen Flächen gejagt werden darf?

Nein. Das ist schon nach der geltenden Rechtslage nicht möglich. Auch in der zu erwartenden künftigen Rechtslage wir es keinen Automatismus geben.

Gilt dies nur für Grundstücksbesitzer mit weniger als 75 Hektar Land?

Das Urteil bezieht sich auf die Situation eines Jagdgenossen, also eines Grundstücksbesitzers mit weniger als 75 Hektar Land.

Ändert sich etwas für die Eigenjagden?

Aus dem Urteil unmittelbar ergibt sich für Eigenjagden keine Änderung. Inwiefern es Auswirkungen haben wird, kann jetzt noch nicht gesagt werden. Die Situation ist in vieler Hinsicht nicht vergleichbar.

Wer übernimmt die Wildschäden auf den Flächen? Wer übernimmt Wildschäden auf angrenzenden Flächen, wenn die jagdlich stillgelegten Flächen Einstände für das Wildschaden verursachende Wild bieten?

Auch diese Fragen sind noch nicht geklärt. Es kommt darauf an, wie das Urteil letztlich umgesetzt wird. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass jemand, der die Jagd auf seinem Grundstück nicht duldet, keinen Anspruch auf Wildschadensersatz hat. Darüber hinaus muss unserer Ansicht nach für den Wildschaden an den umliegenden Flächen Mithaftung bestehen– und zwar überproportional.

Wird die stillgelegte Fläche aus der Jagdpacht rausgerechnet (wenn sie ursprünglich mit bejagt werden durfte)?

Für die Fläche wird keine Jagdpacht bezahlt werden müssen. Allerding sollte sie weiter – ähnlich wie bei einem befriedeten Bezirk – zum Jagdbezirk gehören.

Könnte die Jagdpacht auf angrenzenden Flächen sinken?

Das ist möglich, wenn der Jagdwert sinkt.

Wer übernimmt die Fallwildentsorgung wenn es sich um private Flächen handelt, die inmitten oder entlang von verkehrstechnischer Infrastruktur liegen?

Die Fallwildentsorgung wurde von den Jagdausübungsberechtigten bisher freiwillig übernommen. An sich ist der Träger der Straßenbaulast – in der Regel die Gemeinde, der Landkreis oder das Land – zur Beseitigung verpflichtet. Dies gilt dann auch für die betroffenen jagdfreien Flächen.

Was passiert mit Wildfolge bei angeschweißten Tieren?

Allein aus dem Tierschutzgedanken heraus muss der Gesetzgeber sicherstellen, dass weiterhin eine Wildfolge möglich ist. Auch die Verwertung des Wildbrets durch den Jagdausübungsberechtigten sollte sichergestellt sein.

Was passiert mit der Hege auf stillgelegten Flächen? Wie steht es um Fütterungen in Notzeiten, Rettung der Kitze bei Wiesenmahd, Angelegen von Suhlen, Salzlecken, Brutkästen etc.?

All dies wäre wohl nicht möglich, beziehungsweise nur so weit wie es bislang in befriedeten Bezirken auch geregelt ist.

Gilt das Urteil auch umgekehrt? Also könnte ein Jäger auch sagen, er bejagt Flächen von bestimmten Eigentümern nicht?

Nein, beziehungsweise nur so weit er das jetzt auch schon kann, zum Beispiel als Teil einer Wildruhezone im Revier.

Deutscher Jagdschutzverband e.V. (Berlin, 28. Juni 2012)

 


Jagdgegner vor Europäischen Gerichtshof erfolgreich


Deutsches Reviersystem bleibt grundsätzlich erhalten

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat heute in Straßburg einem Beschwerdeführer und Jagdgegner Recht gegeben. Ein 57-Jähriger aus Stutensee in Baden Württemberg hat gegen die automatische Mitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft geklagt.

„Es ist ein schwerer Schlag gegen die Jagd in Deutschland", bedauert Kurt Alexander Michael, Präsident des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. (LJV), das Urteil des EGMR. „Das Reviersystem dient dem öffentlichen Interesse. Die Vermeidung von Wildschäden sowie die Prävention von Tierseuchen wie Schweinepest, Maul- und Klauenseuche oder Vogelgrippe kann nur mit einer flächendeckende Jagd gewährleistet werden."

Der EGMR hat in dem heute verkündeten Urteil entschieden, dass im Fall des Grundstückseigentümers und Jagdgegners die Europäische Menschenrechtskonvention verletzt wurde (Herrmann gg. Deutschland, Nr. 9300/07). Der Kläger besitzt ein kleines Grundstück in Rheinland-Pfalz und lehnt die Jagd aus ethischen Gründen ab. Da sein Grundstück noch nicht einmal ein Hektar aufweist, ist er nach deutschem Recht automatisch Mitglied in einer Jagdgenossenschaft. Somit muss er die Jagd auf seinem Grundstück dulden. Für Besitzer von Ländereien über 75 Hektar gilt diese automatische Mitgliedschaft nicht.

Anders als noch die Kleine Kammer des Gerichtshofs in ihrem Urteil vom 20. Januar 2011 im gleichen Verfahren, entschied nun die Große Kammer, dass mit der gesetzlichen Mitgliedschaft in der Jagdgenossenschaft das Grundrecht auf Schutz des Eigentums verletzt wurde. Die Beseitigung des Reviersystems fordert der EGMR aber nicht. Dies hätte fatale Folgen für die Land- und Forstwirtschaft sowie für die Jagd.

LJV-RLP Pressemeldung 26.06.2012



Standortbestimmung Jagd: DJV verabschiedet Diskussionspapier


Basisdemokratischer Entscheidungsprozess wird eingeleitet

(Berlin/Pforzheim, 8. Juni 2012). Der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) hat heute auf dem Bundesjägertag in Pforzheim das 16 Punkte umfassendes Diskussionspapier „Standortbestimmung Jagd" vorgestellt, das den Auftakt bildet für einen basisdemokratischen Entscheidungsprozess. Bis zum nächsten Bundesjägertag sollen auf allen Verbandsebenen Vorschläge für eine zukunftsfähige Jagd erarbeitet werden, die dann 2013 verabschiedet werden sollen. „Wir brauchen klare jagdpolitische Leitlinien. Den Weg dorthin können wir aber nur gemeinsam entwickeln, deshalb ist es uns wichtig, die Basis einzubinden", erklärte DJV-Präsident Hartwig Fischer.

In dem Papier wird unter anderem festgeschrieben, dass Jagd eine schonende Nutzung natürlicher Ressourcen ist. „Nachhaltige Jagd ist moderner Naturschutz, das Käseglockenprinzip der 1990er Jahre hat ausgedient", so Fischer. Bestätigt werde dies durch die internationale Konvention zur Biologischen Vielfalt, die Deutschland unterzeichnet hat. Allerdings sei die Tatsache, dass Nutzen und Schützen sich bei der Jagd bedingen, noch nicht bei jedem angekommen.

Auf dem Bundesjägertag in Pforzheim werden unter dem Motto „Zukunft der Jagd – Jäger der Zukunft" weitere Themen diskutiert. Unter anderem die Windenergienutzung im Wald sowie die Ausbreitung von eingewanderten Arten.

Das DJV-Diskussionspapier „Standortbestimmung der Jagd" gibt es hier und im Internet unter www.jagdnetz.de/positionen.

DJV 08.06.2012

 


Tierische Invasoren breiten sich schnell aus

Monitoring der Jäger liefert fundierte Daten für Waschbär, Marderhund und Mink

(Berlin/Pforzheim, 8. Juni 2012). In mehr als 27.000 Jagdrevieren – etwa der Hälfte der unbebauten Fläche Deutschlands – haben Jäger 2011 das Vorkommen von so genannten invasiven Arten ermittelt und über das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) wissenschaftlich auswerten lassen. Diese dritte, in dieser Größenordnung einmalige Bestandsaufnahme nach 2006 und 2009 zeigt eindeutig: Mink, Marderhund und allen voran der Waschbär breiten sich rasant aus – mit negativen Folgen für die heimische Tierwelt. Die aktuellen Verbreitungskarten stellte der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) heute auf dem Bundesjägertag in Pforzheim vor. Der Verband forderte von der Bundesregierung auf Basis des Bundesnaturschutzgesetzes ein verstärktes Monitoring nichtheimischer Arten sowie deren effektive Kontrolle. Unabdingbar ist dabei der Einsatz von Fallen, da Waschbär, Marderhund und Mink nachtaktiv sind. „Ein Verbot der Fallenjagd wie von manchen Kreisen gefordert, wäre kontraproduktiv für den Naturschutz", betont DJV-Präsident Hartwig Fischer. Als Grundlage für das Monitoring bieten die Jäger WILD an, mit dem bereits zahlreiche Tierarten erfasst werden.

Mittlerweile kommt der Waschbär von Nordrhein-Westfalen über Hessen bis nach Brandenburg vor, wie WILD-Daten zeigen. Besonders schnell verbreitet er sich in Brandenburg: Dort konnten Jäger ihn im Vergleich zu 2005 in knapp einem Drittel mehr Revieren nachweisen. Der aus Nordamerika stammende Kleinbär ist im Kerngebiet (Hessen, Thüringen, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt) in 66 Prozent der Jagdreviere vertreten. 2005 waren es lediglich 45 Prozent.

Der Marderhund erreichte das größte Plus im Fünf-Jahres-Vergleich in Sachsen-Anhalt mit 20 Prozentpunkten. Staupe und Räude haben seine Bestände allerdings in den letzten Jahren regional dezimiert, sodass er in Mecklenburg-Vorpommern in fünf Prozent weniger Revieren gesichtet wurde. Der Marderhund hat sich seit den 1990er Jahren von Russland bis an die deutsche Nordsee ausgebreitet. In seinem Hauptverbreitungsgebiet (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt) wurde der ursprünglich aus China stammende Exot in 76 Prozent aller Jagdreviere nachgewiesen, 64 Prozent waren es 2005.Der Mink – oder Amerikanische Nerz – hat dasselbe Kerngebiet wie der Marderhund, allerdings nur einstellige Zuwächse beim Vorkommen in Jagdrevieren. Von 2005 bis 2011 lagen die Steigerungen bei bis zu sieben Prozentpunkten (Brandenburg). Der Mink kann in europäischen Vogelschutzgebieten bei Wasservögeln einen Totalverlust der Gelege verursachen. Dort wo sich der Räuber etabliert, verdrängt er sofern noch vorhanden, den Europäischen Nerz und macht eine Wiederansiedlung unmöglich. Der Europäisch Nerz gilt als eines der am stärksten vom Aussterben bedrohte heimische Säugetier.

Invasive Arten sind extrem anpassungsfähig in Bezug auf Nahrung und Lebensraum und sie erobern in Ökosystemen bisher unbesetzte Nischen. Ihr Einfluss auf die heimische Tierwelt in Deutschland ist nachgewiesen. Der Waschbär beispielsweise wird verantwortlich gemacht für den Niedergang der stark gefährdeten Europäischen Sumpfschildkröte in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Gefährdet sind nicht nur die Eier der Reptilien, sondern auch erwachsene Exemplare. In Sachsen-Anhalt hat der Waschbär Europas größte Graureiher-Kolonie mit bis zu 420 Brutpaaren auf dem Gewissen. Und in Thüringen haben Waschbären bereits jeden fünften Horst des Uhus, unserer größten heimischen Eulenart, erobert. Auch international werden tierische Neubürger mit Argwohn betrachtet: Die EU-Kommission listet Marderhund, Mink und Waschbär unter den 100 schlimmsten invasiven Arten, die Berner Konvention empfiehlt, diese Arten streng zu kontrollieren, da sie die Biologische Vielfalt gefährden.

Weitere Informationen zu WILD und die aktuellen Ergebnisse der flächendeckenden Einschätzung von Marderhund, Waschbär und Mink gibt es im Internet unter www.jagdnetz.de/wild.

DJV 08.06.2012

 


Kirrungen sind für die Jagd in Deutschland unerlässlich

Steigende Schwarzwildbestände fordern adäquates Werkzeug zum Wildtiermanagement

(Berlin/Pforzheim, 8. Juni 2012). In der immer intensiver genutzten Kulturlandschaft Deutschlands ist die Jagd auf Schwarzwild an Kirrungen ein wichtiges und notwendiges Mittel des Wildtiermanagements. Besonders um Wildschäden in unübersichtlichen Anbauflächen für Mais, Raps oder Getreide zu vermeiden, müssen Wildschweine an feste Plätze gelenkt werden, um sie dort tierschutzgerecht zu erlegen. Bei der Kirrjagd werden in Deutschland zwischen 35 und 50 Prozent aller Wildschweine erbeutet. Neben der herbstlichen Bewegungsjagd im Wald ist sie eine effektive Methode der Bestandsregulierung – besonders in landwirtschaftlich geprägten Räumen. Ein Positionspapier zum Thema Kirrungen verabschiedete das Präsidium des Deutschen Jagdschutzverbandes auf dem Bundesjägertag in Pforzheim am 8. Juni.

Kirrungen sind – entgegen herrschender Vorurteile – keine Fütterungen! An Kirrungen werden kleine Mengen artgerechter Futtermittel ausgebracht, um Wildschweine gezielt anzulocken. Jedoch sind es nicht die geringen Futtermengen, die die Tiere ins Feld oder Grünland zieht, sondern die in hohem Maße verfügbare Nahrung in der Agrarlandschaft. Allein mit Mais waren im Jahr 2011 mehr als 15 Prozent der Gesamtackerfläche bedeckt.

Wildschweine haben in unserer Kulturlandschaft mit die höchste, bekannte Reproduktionsrate. Gründe dafür sind die leicht verfügbare, energiereiche Nahrung, deren Verfügbarkeit mit den stetig wachsenden Anbauflächen für Energiepflanzen steigt. Neben den Eichen- und Buchenmasten der vergangenen Jahre haben auch die milden Winter dafür gesorgt, dass mehr Frischlinge die kalte Zeit überleben.

Schwarzwild kommt in Deutschland flächendeckend vor. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Jagdstrecke annähernd verdoppelt. Im Jagdjahr 2010/11 lag sie bei etwa 525.000 Stück – fünf Mal so hoch wie 1975. Auch im europäischen Ausland zeichnet sich ein solcher Trend ab: In Österreich stieg die Jagdstrecke in 35 Jahren um den Faktor 10, in Polen um den Faktor 4.

Auf dem Bundesjägertag werden weitere Positionen veröffentlicht, unter anderem ein Papier zur „Windenergienutzung im Wald" sowie ein „Diskussionspapier zur Jagd".

DJV 08.06.2012



 „Nur gucken, nicht anfassen"


Landauf, landab werden im Mai Kitze geboren. Ihre Überlebensstrategie bereitet den Youngsters aber immer mehr Probleme. Falschverstandene Tierliebe macht sie zu Waisen.

Spaziergänger finden ein einsames Kitz im hohen Gras einer Wiese liegen. Instinktiv mag man denken, es sei krank, weil es nicht flüchtet. Oder es ist verlassen worden, da das Muttertier nicht zu sehen ist. Aus Tierliebe nimmt man das scheinbar verwaiste Tier mit, damit es nicht leiden muss. Doch mit diesem Verhalten erreicht man genau das Gegenteil.

„Es gehört zur Überlebensstrategie von Rehkindern, sich ins hohe Gras zu drücken und voll und ganz auf ihre Tarnung zu vertrauen", erklärt Kurt Alexander Michael, Präsident des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. (LJV). Die Ricke ist aber stets in der Nähe und kommt regelmäßig, um das Kitz zu säugen. „Bewegungs- und geruchlos bleiben Kitze von Fressfeinden unauffindbar. Werden Sie jedoch von Menschen angefasst oder kommen mit Hunden in Kontakt, nehmen sie den fremden Duft an – mit fatalen Folgen." Ist das Rehkitz mit solchen Gerüchen „kontaminiert", wird es nicht mehr vom Muttertier angenommen und muss verhungern.

Aber nicht nur Rehe ziehen zurzeit ihre Jungen auf. Auch bei Hasen und zahlreiche Bodenbrütern (Kiebitz, Fasan oder Rebhuhn) ist die Setz- und Aufzuchtzeit voll im Gange. Es gilt das Motto: „Nur gucken, nicht anfassen." Auch die vierbeinigen Familienmitglieder sollten bei Spaziergängen in der Natur angeleint bleiben – den Jungtieren zuliebe.

 

 

 LJV-RLP 10. Mai 2012


Tierschutzgerechte Wiesenmahd

 

 

Die Mahd von Grünland oder Energiepflanzen, wie Grünroggen, steht an. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) und der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) informieren gemeinsam, wie Mähverluste bei Jungwild-tieren verhindert werden können.


Der Zeitraum, in dem die Wiesenmahd vollzogen wird, fällt mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere zusammen. Damit Jungtiere nicht unter die Messer der Kreiselmäher geraten, arbeiten Jäger und Landwirte Hand in Hand. „Wir rufen unsere Mitglieder dazu auf, gemeinsame Aktionen zur Rettung von Jungwildtieren durchzuführen", betont LJV-Präsident Kurt Alexander Michael. „Daher haben wir zahlreiche Empfehlungen für Jäger und Landwirte in einem Info-Flyer zusammengefasst und zeigen damit auf, wie man durch enge Zusammenarbeit Mähverluste verhindern kann."


Es gibt einige einfache – und effektive – Methoden, die den Jungtieren das Leben retten können. Haben die Landwirte den Jägern den Mahdtermin rechtzeitig mitgeteilt, können die Waidmänner mindestens 24 Stunden vorher die Wiesen absuchen und das Wild vertreiben. Knistertüten, Flatterbänder oder Kofferradios, die an den Wiesen aufgestellt werden, halten die Wildtiere davon ab, die Grünflächen als Rückzugsgebiete zu nutzen. Rehmütter empfinden die Wiesen dann als nicht mehr sicher genug und ziehen mit ihren Kitzen um.


Bei der Mahd sollten Landwirte möglichst nur von innen nach außen mähen, denn das eröffnet den Wildtieren Fluchtmöglichkeiten. Hingegen wird den Wildtieren mit der konventionellen Mähmethode (von außen nach innen) die Flucht erschwert. Vor allem Kitze fliehen bei herannahender Gefahr nicht – sie drücken sich ins Gras und vertrauen auf ihre Tarnung. Daher werden sie oft vom Mähwerk erfasst und getötet oder verstümmelt. Darüber hinaus sollten Landwirte sogenannte „Wildretter" nutzen. Das sind Anbaugeräte, die das Wild anzeigen (Infrarottechnik) oder hochschrecken (mechanische Berührung) und es so zur Flucht „ermuntern" sollen.


Jäger und Landwirte können die vom LJV und der Landwirtschaftkammer Rheinland-Pfalz veröffentlichte Info-Broschüre „Wildtiere schonen – von innen nach außen mähen!" kostenlos anfordern (Tel. 06727-89440 oder Info@LJV-RLP.de). Darin werden unter anderem wildtierfreundliche Mähtechniken erklärt. „Es freut mich, dass Jäger und Landwirte auch auf diesem Gebiet im Interesse des Tierschutzes so eng zusammenarbeiten", resümiert Leo Blum, Präsident des BWV. „Denn diese Aufgabe können wir nur gemeinsam lösen."


LJV-RLP 30.04.2012

 



Mutmaßlicher Wolf-Schütze meldet sich

71-Jähriger gibt Schüsse zu

Ein 71-Jähriger hat offenbar den Wolf im Westerwald erschossen. Der Mann habe sich bei der Kriminalinspektion Montabaur gemeldet und zugegeben, am vergangenen Samstag die Schüsse abgegeben zu haben, teilte die Polizei am Dienstag mit. Das Motiv und weitere Details seien bislang nicht bekannt. Spaziergänger hatten den Kadaver am Samstag nahe Hartenfels im Westerwaldkreis gefunden. Ein Gentest soll klären, ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. Die Ergebnisse dürften nach Angaben des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums erst am Mittwoch vorliegen.

Laut Polizei wurde das Tier mit einer großkalibrigen Waffe erschossen. Es dürfte sich um den Wolf handeln, der erst Ende Februar bei Steimel im Kreis Neuwied im Westerwald entdeckt und fotografiert worden war. Es war die erste mit Bildern belegte Sichtung eines solchen heulenden Zeitgenossen seit 123 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz. Experten des Nabu hatten den Wolf als ungefährlich eingeschätzt.

«Wir gehen zu 99 Prozent davon aus, dass es sich bei dem toten Tier um den Wolf handelt», hatte ein Sprecher des Landesjagdverbands Rheinland-Pfalz am Montag gesagt. Verbandspräsident Kurt Alexander Michael hatte betont, der Wolf-Abschuss müsse lückenlos aufgeklärt und der Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden. «Sollte es sich dabei um einen Jäger handeln, hat dieser mit einer hohen Geldstrafe und dem Entzug des Jagdscheins zu rechnen.» Ein Tiernahrungsmittelhersteller aus Langenhahn erhöhte die vom Landesjagdverband ausgesetzte Belohnung von 1000 Euro für Hinweise um weitere 4000 Euro, wie das Unternehmen mitteilte.

Bevor die Identität des mutmaßlichen Schützen bekanntwurde, hatte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) bei der Staatsanwaltschaft Koblenz Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. «Die Tötung des Wolfes ist eine hinterhältige Tat», sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller laut Mitteilung in Berlin. Naturschutzreferent Olaf Strub vom Nabu Rheinland-Pfalz sagte, bei dem Tier handele es sich um eine streng geschützte Tierart. Dem Täter drohe eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

http://www.jagdnetz.de/ 24. April 2012 (dpa) Gensingen


 1.000,- Euro Belohnung

Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) und der Deutsche Jagdschutzverband in Berlin (DJV) verurteilen den Wolfsabschuss auf das Schärfste. Die Organisationen setzen eine Belohnung von 1.000,- Euro für sachdienliche Hinweise aus, die zur Ermittlung des Wolfs-Schützen führen.

„Wir sind entsetzt über diese traurige Nachricht", sagt Kurt Alexander Michael, Präsident des LJV. „Der Wolfsabschuss muss lückenlos aufgeklärt und der Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden! Sollte es sich dabei um einen Jäger handeln, hat dieser mit einer hohen Geldstrafe und dem Entzug des Jagdscheins zu rechnen." Bei Mitgliedschaft des Wolfs-Schützen im LJV, werden verbandsinterne Disziplinarmaßnahmen eingeleitet, verspricht Michael.

„Von einem Jäger wird – zurecht – mehr Sachverstand erwartet", betont Michael. „Bei dieser Tat handelt es sich um einen schweren Verstoß gegen das Naturschutzgesetz. Die rheinland-pfälzische Jägerschaft bedauert diesen Vorfall zutiefst."

Ende März wurde bekannt, dass ein Wolf im Westerwald gesichtet wurde. LJV-Präsident Michael hieß im Namen der Jägerinnen und Jäger des Landes den Wolf willkommen. Um Hürden und Vorurteile abzubauen, war – und ist – der LJV entschlossen, in Zusammenarbeit mit Experten und den verantwortlichen Behörden, einen Wolfsmanagementplan auszuarbeiten. Zudem verspricht Michael, auch in der Jägerschaft für mehr Akzeptanz für den Wolf zu werben.

LJV-RLP 23.04.2012


Wolf aus Westerwald ist offenbar erschossen worden

Schwerer Verstoß gegen das Naturschutzgesetz

Der erste gesichtete Wolf im Westerwald seit mehr als 120 Jahren ist mehrere Wochen nach seiner Entdeckung offenbar erschossen worden. «Wir gehen zu 99 Prozent davon aus, dass es sich bei dem toten Tier um den Wolf handelt», sagte ein Sprecher des Landesjagdverbands Rheinland-Pfalz am Montag in Gensingen. Untersuchungen des Landesveterinäramts sollen endgültige Gewissheit bringen. Spaziergänger hatten das Tier am Wochenende gefunden.

Der Wolf wurde nach Angaben des Verbands mit einer großkalibrigen Waffe erschossen. Wurde diese legal erworben, komme ein Jäger für die Tat infrage, erklärte der Verbandssprecher. Er verurteilte den Abschuss. «Der Wolf-Abschuss muss lückenlos aufgeklärt und der Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden», forderte Verbandspräsident Kurt Alexander Michael. «Sollte es sich dabei um einen Jäger handeln, hat dieser mit einer hohen Geldstrafe und dem Entzug des Jagdscheins zu rechnen.» Bei der Tat handele es sich um einen schweren Verstoß gegen das Naturschutzgesetz.

Der Wolf war Ende Februar in der Nähe von Steimel im Kreis Neuwied im Westerwald beobachtet und fotografiert worden. Damit wurde erstmals seit 123 Jahren wieder ein heulender Zeitgenosse in Rheinland-Pfalz erblickt. Experten des Naturschutzbunds Deutschland hatten den Wolf als ungefährlich eingeschätzt.

 DJV 23.04.2012


Landesjagdverband stellt Naturschutzstrategie vor

Am 27. April stellt der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) seine neue Resolution zur Naturschutzstrategie auf dem Landesjägertag 2012 in Neuwied vor. LJV-Präsident Kurt Alexander Michael stellt dabei klar, dass effektiver Naturschutz nur in Zusammenarbeit mit der Jägerschaft möglich ist.

Der LJV schärft sein Naturschutzprofil noch weiter. Mit Resolutionen zu Naturschutz, zum Rebhuhn und zur Windenergienutzung im Wald bezieht der Verband klar Position. „Wir Jäger wissen, dass ein abwechslungsreicher Lebensraum ein Garant für eine vielfältige Fauna und Flora ist", sagt Michael. „Aus diesem Grund werden wir unsere Forderungen zu Positionen – wie zum Beispiel zur Niederwildmisere, zu Windkraft und Großraubwild – deutlich formulieren, akzentuieren und deren Umsetzung aktiv mitgestalten."

Bereits im Vorfeld der Novellierung des rheinland-pfälzischen Landesjagdgesetzes (LJG) wies der Verband darauf hin, dass der Gesetzgeber „bei all seiner Regulierungswut für die Waldflächen" wohl den Rest der Landesfläche vergessen hatte – nämlich das Offenland. „Felder, Weinberge, Wiesen und Weiden – alle dort lebenden Tier- und Pflanzenarten finden sich im neuen LJG überhaupt nicht wieder", so der LJV-Präsident. Daher ruft der LJV das Rebhuhn als Leitwildart für die Feldflur aus und fordert ein „Aufbauprogramm Rebhuhn 2020" zum Nutzen zahlreicher Arten. „Die Jägerinnen und Jäger in Rheinland-Pfalz sind bereit, ihren Beitrag zu leisten", stellt Michael klar.

Auch zur Windenergienutzung im Wald bezieht der LJV Stellung: „Die ungelenkte Anlage von Windkraftanlagen im Wald betrachten wir aus Jagd- und Naturschutzsicht mit großer Sorge", erklärt Präsident Michael. Der Verband fordert unter Anderem größte Sorgfalt bei der Auswahl des Standortes für Windkraftanlagen, eine landesweit einheitliche Untersuchungs- und Genehmigungspraxis. „Auch die Auswirkungen der Windkraftanlagen auf das heimische Wild müssen untersucht werden", fordert der LJV.

„Die Rückkehr der Großsäuger wird zur Realität in Rheinland-Pfalz", betont LJV-Präsident Michael. Daher müsse sich die Jägerschaft aktiv mit der Frage auseinandersetzen, wie mit Wolf und Luchs umzugehen sei. „Als direkt Betroffene tragen wir eine besondere Verantwortung und müssen eine herausragende Position in der gesellschaftlichen Diskussion einnehmen", so Michael.

In Anbetracht der gesellschaftlichen und politischen Großwetterlage verspricht Michael, die Interessen der rheinland-pfälzischen Jägerschaft offensiv zu vertreten. Tragfähige Kompromisse – ohne die Identität der Jagd zu verwässern – ist das erklärte Ziel des LJV-Präsidenten für die Zukunft. „Die Jagd, wie wir sie kennen und lieben, muss auch noch für unsere künftigen Generationen erhalten bleiben", so Kurt Alexander Michael. „Aber Erhalten heißt nicht nur, sich gegen Veränderungen abzuschotten, sondern Erhalten heißt auch, Veränderungen mitzubestimmen."

Programm:

REPRÄSENTATIVE JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG

Freitag, 27. April 2012, 14.30 Uhr, in der Stadthalle „Heimathaus", Luisenstr. 2, 56564 Neuwied

Tagesordnung:

Darbietung der Jagdhornbläser

1. Begrüßung durch LJV-Präsident Kurt-Alexander Michael

2. Grußworte der Gäste

3. Jagd- und verbandspolitische Ausführungen von LJV-Präsident Kurt-Alexander Michael

4. Jagdpolitik aus Sicht der Landesregierung, Staatssekretär Dr. Thomas Griese

Darbietung der Jagdhornbläser

5. Ehrungen

6. Verleihung des Ehrenpreises für Natur- und Umweltschutz des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V.

Darbietung der Jagdhornbläser

LJV 17.04.2012

 


Jagdschneisen im Mais: nützlich und notwendig

Leitfaden für neue Wege in der Schwarzwildbewirtschaftung

(Berlin, 05. April 2012). Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), der Deutscher Bauernverband (DBV) und der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) haben heute die Broschüre „Schwarzwildbewirtschaftung in der Agrarlandschaft – Probleme und Maßnahmen" veröffentlicht. Die Information basiert auf einem Modellvorhaben, das in den Jahren 2008 bis 2010 auf Initiative des BMELV durchgeführt wurde. Hintergrund sind die jüngsten Entwicklungen im Energiepflanzenanbau. Oftmals wird die Bejagung des Schwarzwilds durch größer werdende Produktionsflächen und eine starke regionale Konzentration im Maisanbau erschwert.

Ziel des Modellvorhabens war es, auf Grundlage der sich verändernden jagdlichen Rahmenbedingungen in der Agrarlandschaft neue Erkenntnisse zu gewinnen, wie die Schwarzwildstrecke erhöht und gleichzeitig die Wildschäden gesenkt werden können und welche ackerbaulichen und jagdlichen Maßnahmen dabei hilfreich sind. In sechs Bundesländern wurden dafür Bejagungsschneisen in Maisschlägen angelegt und deren Zweckmäßigkeit nach ökonomischen, jagdlichen und naturschutzfachlichen Aspekten ausgewertet. Dabei hat sich gezeigt, dass Schwarzwild auf den Schneisen deutlich effektiver erlegt werden konnte. Zugleich konnten dadurch Wildschäden im Feld gemindert, teils sogar ganz vermieden werden.

Mit konkreten Empfehlungen für die Praxis, denen die wissenschaftlichen Auswertungen und praktischen Erfahrungen aller Beteiligten zu Grunde liegen, ist die Broschüre ein hilfreicher Leitfaden für Landwirte und Jäger. Die Infobroschüre ist online auf  www.jagdnetz.dewww.bauernverband.de sowie auf www.bmelv.de abrufbar. Einzelne Druckexemplare können kostenfrei direkt beim DJV bezogen werden (DJV-Service und Marketing GmbH, Koblenzer Straße 149a, 53177 Bonn, info@djv-service.de).

DJV- April 2012


 



Jäger begrüßen Rückkehr des Wolfes

Kurt Alexander Michael, Präsident des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e. V. (LJV), zeigt sich nicht überrascht über die Einwanderung von Wölfen in Rheinland-Pfalz.

Wie kürzlich erst bekannt wurde, ist offensichtlich ein Wolf in der Nähe der Westerwald-Ortschaft Steimel im Landkreis Neuwied gesichtet worden. Für die Jägerschaft ist der Wolf – nachdem im vergangenen Jahr bereits mehrfach Wölfe in Hessen bestätigt wurden – in Rheinland-Pfalz keine Überraschung. LJV-Präsident Michael: „Die Tatsache, dass er von selbst zuwandert, ist für mich ein Indiz, dass es auch in Rheinland-Pfalz geeignete Lebensräume gibt, in denen sich Isegrim wohlfühlt."

Als ehemals heimische Art tragen Wölfe zur Bereicherung der Artenvielfalt in Deutschland bei. Ihre Wiederausbreitung ist nicht zuletzt ein Resultat der Schutzbemühungen auf nationaler und internationaler Ebene. „Um Hürden und Vorurteile abzubauen, wird der LJV in Zusammenarbeit mit Experten und den verantwortlichen Behörden so zeitnah wie möglich ein Wolfsmanagementplan ausarbeiten", erklärt Michael. Die Initiative der Jägerschaft soll dem Schutz und der Erhaltung dieser Art dienen und möglichen Konflikten vorbeugen. „Wir müssen sicherstellen, dass diese Wildtiere in unserer Kulturlandschaft leben können, ohne dass die Sicherheit der Menschen und die Interessen der Nutztierhalter für Konfliktstoff sorgen. Seine Rückwanderung ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, und dabei ist die Einbindung aller Betroffenen unabdingbar."

Bei der Einrichtung von Monitoring-Programmen stellt Präsident Michael die Hilfe der Jägerinnen und Jäger in Aussicht. „Die Jägerschaft wird bei der Rückkehr des Wolfes die Augen offen halten und zum Schutz dieser Art beitragen." Er sei schon sehr gespannt, wann und wo sich der nächste Grauhund blicken lässt, gesteht Michael.

LJV-RLP 28.03.2012

 


Geplante Bremer Waffensteuer vom Tisch

Aber: Jetzt sollen Kontrollgebühren eingeführt werden / DJV lehnt diese ab

Die Landesjägerschaft Bremen und der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) begrüßen die Entscheidung des Bremer Senats gegen eine Waffensteuer. Laut Weser-Kurier sieht der Senat ein „erhebliches Prozessrisiko". Bereits mehrere Kommunen haben bundesweit von der Einführung einer Waffensteuer abgesehen, da diese rechtswidrig ist. Dies zeigt ein Gutachten im Auftrag des Forum Waffenrechts mit dem DJV, dem Deutschen Schützenbund und dem Verband der Hersteller von Jagd- und Sportwaffen. Knapp 30.000 Menschen haben zudem bereits eine Online-Petition gegen eine Waffensteuer mitgezeichnet, die der DJV unterstützt.

Nun will Bremen Gebühren für die Kontrolle der Waffenaufbewahrung einführen. „Diese sind rechtlich sehr umstritten und werden von uns nicht akzeptiert", betont Dr. Dieter Deuschle, Präsident des Landesjagdverbandes Baden-Württemberg und zuständig für Rechtsfragen im DJV-Präsidium. Gebühren dürfen laut DJV nicht erhoben werden, da die Kontrolle der Waffenaufbewahrung im öffentlichen Interesse erfolgt. Diese Position vertritt auch das Bundesinnenministerium in der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Waffengesetz. Die Landesjagdverbände Baden-Württemberg und Brandenburg unterstützen bereits Klagen gegen eine Gebührenpflicht von Kontrollen der Waffenaufbewahrung. Auch in Bremen wird eine gerichtliche Prüfung der geplanten Gebühren angestrebt.

21. März 2012 (djv) Berlin


Achtung: Unfallgefahr durch Zeitumstellung

Wenn am 25. März die Uhren auf Sommerzeit umgestellt werden, ist erhöhte Achtsamkeit im Straßenverkehr gefragt. Die Gefahr für Wildunfälle ist jetzt wieder besonders hoch.

Zeitgleich mit dem früh einsetzenden Berufsverkehr sind auch viele Wildtiere auf Nahrungssuche. In den Dämmerungsstunden machen sich die Tiere auf die Nahrungssuche oder kehren in ihre Tageseinstände zurück. Dabei überqueren sie nicht selten einige Straßen. Für den baldigen Fellwechsel, baldigen Geburten und Geweihaufbau brauchen die Tiere jetzt besonders viel Energie. Die blühenden Wiesen auf der anderen Straßenseite wirken da verlockend.

Im Jahr 2011 kam es in Rheinland-Pfalz rund 19.000 Mal zu einem Unfall mit Wildtieren. Zudem gibt es eine sehr hohe Dunkelziffer von Zusammenstößen mit Wild, die der Polizei nicht gemeldet werden. Erfreulicherweise kamen in 2011 keine Menschen bei einer Kollision mit Wildtieren ums Leben. Bei 41 Unfällen gab es Schwerverletzte, bei 161 Unfällen kamen Menschen mit leichten Verletzungen davon. In 2010 gab es zwei tödliche Wildunfällen, 40 mit Schwer- und 154 mit Leichtverletzten.

Viele Unfälle mit Wild ließen sich vermeiden. Autofahrer sollten vor allem in waldreichen Gebieten ihre Geschwindigkeit anpassen und auf Lichtpunkte am Straßenrand achten. Das Scheinwerferlich wird nämlich von den Augen der Wildtiere reflektiert. Zudem ist darauf zu achten, dass viele Tiere keineswegs alleine umherziehen. Familienverbände sind keine Seltenheit. Grundsätzlich gilt es die Warnzeichen „Achtung Wildwechsel" ernst zu nehmen. Das richtige Verhalten bei einer Begegnung mit Hirsch und Co. im Straßenverkehr: Licht abblenden, bremsen und hupen – keinesfalls versuchen auszuweichen.

Ist es aber zum Crash gekommen, gilt es, die Unfallstelle zu sichern und die Polizei zu verständigen. Ist das Tier noch am Leben, verständigt die Polizei den zuständigen Jäger, damit dieser das Wildtier von seinen Leiden erlöst. Vorsicht bei verletzten Tieren, denn sie könnten sich zusätzlich bedroht fühlen und den vermeintlichen Helfer angreifen. Verendete Tiere dürfen keinesfalls mitgenommen werden, denn das wäre Wilderei.

LJV-Pressemeldung 19.03.2012



Königliche Osterhasensuche


Die 3. rheinland-pfälzische Jagdkönigin, Melanie I., eröffnet im Revier Münchweiler (bei Winnweiler, Donnersbergkreis) am 19. März eine einwöchige Osterhasensuche für die Kinder der „Schule am Donnersberg" mit den Förderschwerpunkten Lernen, ganzheitliche und motorische Entwicklung (Förderschule) in Rockenhausen.

Eine Woche lang sind Kinder und Lehrer dem Osterhasen auf der Spur. Die Kids haben in dieser Woche die Möglichkeit, Spuren zu lesen, Wildtiere zu beobachten und sogar „Schätze" zu identifizieren. Ihre Majestät Melanie I. hilft den Kindern bei der Suche und bringt ihnen die Natur näher. Startpunkt der Suche ist die Heuberghütte des Schäferhundevereins Lohnsfeld, wo sich die Schüler bei einem echten Jägerfrühstück für den Tag stärken können.

Der Fachausschuss Jägerinnen im Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) organisiert und finanziert die Aktion. „Seit dem Jahr 2000 veranstalten wir die Osterhasensuche für die Kinder der ‚Schule am Donnersberg'", erklärt Renate Bickmann, Sprecherin des Fachausschusses. „Und es freut mich ganz besonders, dass die Jagdkönigin den Kindern einen Besuch abstatten wird."

Die Natur hautnah zu erleben, ist für viele Kinder fremd geworden. Daher sieht es Bickmann als eine Aufgabe der Jäger an, den Jüngsten dieses Erlebnis zu ermöglichen. Gerade für Kinder aus Förderschulen ist ein Tag in der freien Natur eine ganz besondere Erfahrung. „Wir haben für die Kinder eine schöne Woche mit vielen Aktionen und Überraschungen vorbereitet", verrät Bickmann. „Ich kann es kaum noch erwarten, in ihre strahlenden Gesichter zu blicken."

Foto: Melanie Hombach Müller (Melanie I.),
3. Rheinland-pfälzische Jagdkönigin

 


Frankenthal erhebt keine Jagdsteuer mehr

Die kreisfreie Stadt Frankenthal beschließt, ab dem 1. April auf die Erhebung der Jagdsteuer zu verzichten. Damit erweitert sich der Kreis jener, die diese Steuer nicht mehr erheben.

Im Gegenzug erklären sich die Jagdausübungsberechtigten weiterhin freiwillig bereit, Unfallwild kostenfrei zu entsorgen. Zudem unterstützen die Jagdausübungsberechtigten die Stadt Frankenthal bei der Bekämpfung von Tierseuchen und setzen ihr bisheriges Engagement zu Gunsten von Natur und Landschaft im Stadtgebiet fort. Die Vereinbarung gilt zunächst für fünf Jahre.

„Wir freuen uns sehr, dass die Politik in Frankenthal die zahlreichen Leistungen der Jägerschaft für die Gesellschaft anerkennt und diese durch den Verzicht auf die Jagdsteuer honoriert", freut sich Kurt Alexander Michael, Präsident des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. (LJV). „Wir hoffen nun, dass auch weitere kreisfreie Städte und Landkreise dem positivem Signal der Stadtverwaltung folgen und ebenfalls auf diese anachronistische Steuer verzichten." Neben Frankenthal verzichten bereits der Rhein-Pfalz-Kreis, Bad Dürkheim, Speyer und Worms auf die Erhebung der Jagdsteuer. Der Landkreis Birkenfeld senkte die Abgabe um 25 Prozent.

Michael gratuliert den Jägerinnen und Jägern der LJV-Kreisgruppe Ludwigshafen – allen voran dem Vorsitzenden Frank Deutsch und dem Kreisjagdmeister Bernhard Sona – sehr herzlich. Die Jägerschaft der Stadt Frankenthal hat voll und ganz auf Kooperation und konstruktive Gespräche mit den verantwortlichen Verwaltungen gesetzt und so mit ihren Leistungen überzeugen können. „Wir Jäger verstehen uns als kompetente Partner in Sachen Jagd und Natur vor Ort"; so Kreisgruppenvorsitzender Deutsch.

Seit Oktober 2010 weigern sich fast alle im LJV organisierten Jäger, verendetes Unfallwild von den Straßen zu entsorgen. LJV-Präsident Michael fühlt sich bestätigt: „Es zeigt sich, dass vor allem die Verweigerung der Fallwildentsorgung in Verbindung mit konstruktiven Gesprächen und einer offensiven Öffentlichkeitsarbeit der richtige Weg ist." Die Jägerschaft wird weiterhin daran arbeiten, dass auch die anderen Städte und Landkreise dem Beispiel Frankenthals folgen.

LJV-Pressemeldung 16.03.2012



 

--- Gemeinsame Pressemitteilung von BUND und DJV vom 29. Februar 2012 ---

Bundeskabinett beschließt Bundesprogramm Wiedervernetzung

Bundesländer müssen Finanzmittel für Wildtierbrücken zügig abrufen

(Berlin, 29. Februar 2012). Der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordern die Bundesländer auf, zügig mehr als 90 neue Wildtierbrücken zu planen und zu bauen. Nachdem das Bundeskabinett heute ein deutschlandweites Programm zum Bau von Wildtierbrücken beschlossen hat, müssen die Bundesländer nun umgehend die dafür bereitstehenden Gelder abrufen, sagten übereinstimmend der BUND-Vorsitzende Prof. Hubert Weiger und Dr. Klaus-Hinnerk Baasch, Präsident des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein und zuständig im DJV-Präsidium für Naturschutz.

Das Bundesverkehrsministerium hatte das „Bundesprogramm Wiedervernetzung" monatelang hauptsächlich aus finanziellen Gründen blockiert. Seine Verabschiedung durch das Bundeskabinett ist endlich ein Schritt nach vorn. Leider enthalte der Bundeshaushalt 2012 nur einen allgemeinen Titel für den Bau von Grünbrücken und kein fixes Finanzvolumen für die Umsetzung des Programms, so wie es BUND und DJV gefordert hatten. „Deshalb sind jetzt die Länder am Zuge", so Prof. Weiger und Dr. Baasch.

Neben dem Tod von jährlich hunderttausenden Tieren auf Deutschlands Straßen führt die Zerschneidung ihrer natürlichen Lebensräume auch zur Isolierung der Teilpopulationen vieler Tier- und Pflanzenarten. Genetische Verarmung - wie sie bereits in Schleswig-Holstein an einer Rotwildpopulation nachgewiesen wurde - und die Verhinderung der Wiederausbreitung seltener Arten wie etwa Luchs oder Wildkatze sind oft die Folge. Das „Bundesprogramm Wiedervernetzung" schafft endlich die Voraussetzungen, an 93 prioritären Straßenabschnitten in den nächsten Jahren nachträglich Grünbrücken zu bauen. „Damit können Wildtiere in den wichtigsten Lebensraumkorridoren wieder gefahrlos die Barriere Straße queren und für Autofahrer sinkt die Gefahr von Wildunfällen", so DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Baasch.

„Grünbrücken dürfen jedoch nicht als Feigenblatt herhalten, um den Neubau von Straßen oder Autobahnen zu rechtfertigen", sagte Prof. Weiger. „Zuerst müssen alle Straßenbaupläne auf ihren Sinn hin überprüft und mögliche Alternativen untersucht werden. Damit die weitere Zerschneidung von Lebensräumen und Biotopen durch neue Bauvorhaben gestoppt wird, ist der Verzicht auf ein Projekt immer erste Wahl. Wildtierbrücken können Schäden lediglich nachträglich mildern, die ein solches Projekt verursachen würde", sagte Prof. Weiger.

Der Deutsche Jagdschutzverband hat seit 2000 maßgeblich die Entwicklung des bundesweiten Konzeptes der Lebensraumkorridore vorangetrieben und engagiert sich derzeit mit weiteren Partnern im Forschungsvorhaben „Holsteiner Lebensraumkorridore", einem bundesweiten Leuchtturmprojekt für die optimale Anbindung von Grünbrücken ans Hinterland. Der BUND unterstützt die Wiedervernetzung von Biotopen und Waldlebensräumen bereits seit 2004 mit dem Projekt „Rettungsnetz Wildkatze". „Ziel ist es, voneinander isolierte Waldgebiete durch das Anpflanzen von grünen Korridoren aus Bäumen und Büschen wieder zu verknüpfen. Wildtierbrücken über stark befahrene Straßenabschnitte sind eine wichtige Ergänzung dieser Arbeit", sagte Prof. Weiger.

Der Wildkatzenwegeplan des BUND wurde von der Freiburger Firma geOps interaktiv aufbereitet. Sie finden ihn im Internet unter www.bund.net/wildkatzenwegeplan. Dort sind auch die Standorte der geplanten Grünbrücken aus dem „Bundesprogramm Wiedervernetzung" ersichtlich.

Informationen zu den Holsteiner Lebensraumkorridoren gibt es unter hier!


Torsten Reinwald,
Pressesprecher DJV;
E-Mail: pressestelle@jagdschutzverband.de
www.jagdnetz.de
Dr. Friederike Scholz,
Koordinatorin Pilotprojekte „Rettungsnetz Wildkatze",
EMail: friederike.scholz@bund.net
Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, 
E-Mail: presse@bund.net, www.bund.net

 


Jagdeinrichtungen im Visier von Jagdgegnern

DJV stellt Strafanzeige gegen Betreiber der Internet-Seite hochsitzindex.net

Der DJV hat gegen die Betreiber der Internet-Seite hochsitzindex.net Strafanzeige gestellt. Auf der Seite können bundesweit Hochsitze, Kirrungen oder Luderplätze mit Koordinaten und Fotos eingetragen werden. Zwar behauptet der Betreiber - der laut Impressum in Hong Kong sitzt -, die Seite diene nur dazu in Deutschland "Waldbesucher vor den Gefahren warnen zu wollen, die von Hochsitzen ausgehen". Die zahlreichen Links zu Internetseiten von militanten Jagdgegnern, Meldungen über die Zerstörung von Hochsitzen, eine "Geschichte der Hochsitzabsägungen" oder der Tipp "einfach mal ausprobieren" zeigen, worum es wirklich geht: Der Betreiber ruft dazu auf, die Jagd zu sabotieren.

Der DJV hat die Landesjagdverbände informiert und diese gebeten, in den besonders betroffenen Regionen die Revierinhaber zu warnen. Revierinhaber können die Internet-Seite hochsitzindex.net auch ohne Anmeldung nutzen, um festzustellen, ob ihre Einrichtungen erfasst und damit besonders gefährdet sind.


(Quelle DJV Februar 2012)

 


Jäger schult Polizisten

Jäger-Ausbilder Harald Wolf schulte Gesetzeshüter im Umgang mit Unfallwild. Ziel der Fortbildung: Wildtiere, die in Unfälle mit Pkw verwickelt sind, schnellstmöglich von ihren Leiden erlösen.

Eine gemeinsame Initiative von Jägern und Polizei wirkt dem langen Leiden an den Straßenrändern in Rheinland-Pfalz entgegen. Am 23. Januar bildete Harald Wolf, Ausbildungsleiter der im Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) organisierten Kreisjägerschaft Bad Kreuznach, elf Polizisten darin aus, verunfalltes Wild tierschutzgerecht zu töten. Ausbildungsort war das Schieß- und Einsatztrainingszentrum Mainz.

„Nicht selten müssen Wildtiere unter quälenden Schmerzen am Unfallort ausharren, bis ein Jäger eintrifft, der sie schließlich erlöst", erklärt Wolf. „Mit dieser Fortbildung für Polizeibeamte will ich diesem Umstand ein Ende bereiten". Die Veranstaltung war aufgeteilt in Theorie und Praxis. Anhand von verschiedenen Tiertafeln – einige mit Darstellungen der Organe – zeigte der Jagdausbilder ausführlich, wohin die Polizisten einen für das verletzte Wild tödlichen Schuss setzen müssen.

Die geschulten Beamten, die dem Polizeipräsidium Mainz angehören, waren von der Fortbildung begeistert. „Das Hintergrundwissen bezüglich der Tierphysiologie, das Herr Wolf den Teilnehmern vermittelt hat, gibt den Beamten mehr Sicherheit im Umgang mit verletzten Wildtieren", betont Polizeihauptkommissar Frank Krumbiegel, Leiter des Schieß- und Einsatztrainingszentrums Mainz. „Auch bei der Polizei hat der Tierschutzgedanke einen hohen Stellenwert, und es freut uns natürlich sehr, dass wir diesen Gedanken nun effektiver umsetzen können."

Anfang Februar stellt Krumbiegel diese Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft und Polizei seinen Kollegen in den anderen rheinland-pfälzischen Polizeipräsidien vor. Macht diese Fortbildung Schule, wird es das Leiden angefahrener Wildtiere verkürzen.














Foto: Jagdausbilder Harald Wolf (Bildmitte) erklärt den Polizeibeamten, wo die wichtigen Organe bei einem Reh liegen.

LJV-RLP 27.01.2012

 


Rückschau: Schwarzkittel im Schlaraffenland

Die ARD (daserste) hält in ihrer Mediathek "W wie Wissen" einen interessenten Beitrag über Wildschweine  bereit. Der Beitrag dauert ca. 5 Minuten. Die Sendung wurde am Sonntag dem 8. Januar 2012 ausgestrahlt, wer sie am Sonntag verpaßt hat,  kann sich den Beitrag hier anschauen.

Inhalt Video

Video: Schwarzkittel im Schlaraffenland

(Das Erste Mediathek- erstes deutsches Fernsehn ARD)

 



Eine Fanfare für den Landesjagdverband

Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV). hat eine eigene Fanfare. Komponist ist der berühmte Blasorchesterdirigent Michael Klostermann.

„Als Jungjäger und Musiker war es mir eine ganz besondere Freude, etwas zu komponieren, das die Jägerschaft in Rheinland-Pfalz unter einem musikalischen Banner vereint", erklärt Michael Klostermann voller Begeisterung. Die „LJV-Fanfare" soll zu allen offiziellen Anlässen des Verbandes gespielt werden – Uraufführung ist am 10. Februar auf der Messe „AnJa – Angeln und Jagen 2012" in Pirmasens.

LJV-Präsident Kurt Alexander Michael zeigt sich vom Engagement Klostermanns, der im Frühjahr 2011 zum Jäger geschlagen wurde, hoch erfreut. „Ich bin Michael Klostermann sehr dankbar. Mit seiner ‚LJV-Fanfare' hat er ein wunderbares Musikstück geschrieben, mit der sich die Jäger im Lande identifizieren können. Ein Landesjagdverband mit einer eigenen Fanfare ist wohl einzigartig in Deutschland."

Bereits 2011 hatte Klostermann für die LJV-Kreisgruppe Bad Kreuznach die „Naheland-Fanfare" komponiert. „Ich hatte sehr viel Spaß bei der Arbeit mit den Bläsern der Kreisgruppe. Daher konnte ich nicht widerstehen, auch für den Verband eine Fanfare zu schreiben", so der Kopf der Gruppe „Michael Klostermann und seine Musikanten". Die Jagdhornbläser im Land haben also allen Grund zur Freude.

Die „LJV-Fanfare" und die „Naheland-Fanfare" stehen inklusive Noten auf der Homepage des LJV zum Download bereit: HP LJV Gensingen Fanfaren

Mehr Informationen zu „Michael Klostermann und seine Musikanten" finden Sie unter: HP Michael KLostermann

LJV-RLP 11.01.2012

 


Der LJV sucht die besten Natur- und Jagdfotografen

Ein Bild sagt mehr 1.000 Worte. Daher startet der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) in 2012 einen Fotowettbewerb.

Ab sofort können Hobby- und Profifotografen mit Jagdszenen, Wildtieren oder beeindruckenden Landschaften am Fotowettbewerb des LJV teilnehmen. Jeden Monat wählt die LJV-Redaktion die drei besten Fotos aus. Den Gewinnern winken tolle Preise – von lichtstarken LED-Taschenlampen bis hin zu hochwertigen Jagdmessern. Zudem werden die Gewinnerfotos in „Jagd & Jäger" sowie auf der Homepage des LJV (www.ljv-rlp.de) veröffentlicht.

Mit der Teilnahme am Wettbewerb erklären sich die Fotografen damit einverstanden, dass die eingesandten Bilder für nichtgewerbliche Zwecke durch den LJV genutzt werden können – zum Beispiel zur Bebilderung von LJV-Pressemeldungen oder Artikeln in unseren Online-Medien, für Infomaterial oder für die Verwendung durch die Medien. Bei der Nutzung der Fotografien würde der LJV die Urheber selbstverständlich als Autoren nennen.

Bitte senden Sie Ihre Fotos an:

E-Mail: fotowettbewerb@ljv-rlp.de

Auf dem Postweg:

Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V.
Egon-Anheuser-Haus
55457 Gensingen

1. Preis: Jagdmesser

2. Preis: LED-Taschenlampe

3. Preis: LJV-Baseball-Mütze


 


Zu Weihnachten nur das Beste

Wildbret als Weihnachtsschmaus ist immer was Besonderes. Daher sollten Wildliebhaber die letzten Tage vor dem Fest nutzen, um sich den Wildbraten zu sichern.

Wild aus der Region liegt voll im Trend. Daher überrascht es nicht, dass Wildgerichte besonders zu Weihnachten beliebt sind. Auch nach der Diskussion um mit Bleimunition erlegtes Wild müssen Verbraucher nicht verunsichert sein. In einem schriftlichen Bericht der Bundesregierung an den Ernährungsausschuss des Bundestages von Ende November heißt es: „Bei Normalverbrauchern sind sowohl Durchschnitts- als auch Hochverzehr von Wildbret, das mit Bleimunition erlegt wurde, mit keinem erhöhten gesundheitlichen Risiko verbunden."

Bezogen auf die Gesamtbelastung liege die aus dem Normalverzehr ableitbare zusätzliche Bleiaufnahme über Wildbret bei weniger als 0,1 Prozent und sei damit toxikologisch unbedeutend. Mit einem Anteil von 0,3 Prozent an der Gesamtbelastung wäre die Bleiexposition selbst bei Vielverzehrern – mit mehr als zehn Wildmahlzeiten pro Jahr – vernachlässigbar.

In der Jagdsaison 2010/2011 sind mehr als 25.000 Tonnen heimisches Wildbret von Schalenwild (Reh, Wildschwein etc.) in Deutschland verzehrt worden. Die beliebteste Wildart in deutschen Küchen: Schwarzwild, mit mehr als 13.000 Tonnen Rohwildbret. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Verzehrmenge um 12 Prozent (2009/2010: 22.300 Tonnen). Auch die Nachfrage nach Wildbret von Rehwild (etwa 8.000 Tonnen) sowie Rot- und Damwild (zusammen rund 3.600 Tonnen) nimmt zu.

In Rheinland-Pfalz kommen jährlich im Durchschnitt 2.800 Tonnen Rohwildbret zusam-men. Wildfleisch ist ein sehr gesundes Nahrungsmittel, das reich an Mineralstoffen und überaus fettarm ist. Zudem hat Wildbret aus regionalen Revieren eine gute Ökobilanz, da es im Vergleich zu Importfleisch sehr kurze Transportwege zurücklegen muss. Bei der Wildbretgewinnung achtet die Jägerschaft stets auf das Prinzip der Nachhaltigkeit – es wird also nur so viel aus der Natur entnommen, wie auch „nachwachsen" kann.

(LJV-RLP 15. Dezember 2011)


Ohne Jagd geht es nicht!

Heute, 30. November, findet die mündliche Anhörung vor der großen Kammer des Eu-ropäischen Gerichtshofes für Menschenrechte zur Pflichtmitgliedschaft in Jagdgenos-senschaften statt. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) sieht eine flä-chendeckende Jagd als dringend notwendig an.

Der Kläger, ein Grundstücksbesitzer aus Baden-Württemberg, wollte die Jagdaus-übung auf seinem Grundstück in Rheinland-Pfalz verbieten lassen. Die kleine Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg (EGMR) entschied be-reits in Januar 2011, dass die Jagd auf frei liegenden Feld- oder Waldgrundstücken rechtens ist. Damit wurde die Klage des Grundeigentümers abgewiesen, der sich gegen die Ausübung der Jagd auf seinem Besitz und gegen die Zwangsmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft gewehrt hatte.

 

Mit der weiteren Begründung, dass die Ziele des Bundesjagdgesetzes unter anderem eine angemessene Bewirtschaftung der Wildbestände und die Gewährleistung von Artenvielfalt seien, argumentierten die Richter in Straßburg bereits für die Jagd.LJV-Präsident Kurt Alexander Michael ist überzeugt: „Ohne Jagd geht es nicht. Die Prä-vention von Tierseuchen wie Schweinepest, Maul- und Klauenseuche oder Vogelgrippe dient dem öffentlichen Interesse und sollte Vorrang vor moralischen Bedenken Einzel-ner haben." Ein Flickenteppich von bejagbaren und nicht bejagbaren Flächen in Deutschland führt dazu, dass sich Wildtiere - insbesondere anpassungsfähige wie Wildschwein oder Fuchs - explosionsartig vermehren können. „Ein Übergriff der Schweinepest - deren Ausbruch durch hohe Bestände von Wildschweinen begünstigt wird - auf Nutztiere hätte gravierende wirtschaftliche Folgen", gibt Michael zu bedenken. Zudem haben hohe Wildbestände große Wildschäden in Wald und Feld zur Folge.

 

Die Klage kam vor dem EGMR zur Anhörung, da der Kläger zuvor bereits durch alle deutschen Instanzen ging – ohne Erfolg.

(LJV-RLP 30.11.2011)


Mit Wild zu Deutschlands bester Wursttheke


Der REWE-Markt von Jörg Schäfer in Bad Neuenahr hat die renommierte Auszeich-nung „Deutschlands beste Wursttheke 2011" erhalten. Im Angebot der Wursttheke: Wild aus Rheinland-Pfalz.

Am 24. Oktober nahm Jörg Schäfer, Geschäftsführer der REWE OHG in Bad Neue-nahr, den Preis entgegen. „Der Verkauf von heimischem Wild und unser Fachpersonal an der neuen Theke haben dazu geführt, dass wir in diesem Jahr den Wettbewerb ‚Deutschlands beste Wursttheke 2011' gewonnen haben", so der 45jährige. Das Wildbret stammt ausschließlich aus dem eigenen Revier, wie Schäfer, der seit sieben Jahren selbst zur Jagd geht, betont. „Nur so haben wir direkten Einfluss auf die Qualität." Rund 1.500 Kilogramm veredeltes Wildbret gehen über die Wursttheke von Jörg Schäfer – Tendenz steigend.

Das Unternehmen „REWE Jörg Schäfer OHG" überzeugte die acht Juroren, darunter Starkoch Johann Lafer, und bekam – neben neun weiteren Finalisten aus ganz Deutschland – die Auszeichnung. Der Wettbewerb „Deutschlands beste Wursttheke 2011" ist eine gemeinsame Initiative der Zeitschrift „essen & trinken Für jeden Tag" und des Salamispezialisten Wiltmann. „Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung", so Schäfer.

Wildfleisch enthält viele Mineralstoffe und ist dabei fettarm. Das hängt mit der ausge-wogenen Ernährung der Wildtiere zusammen, die weder mit Futterzusätzen noch Medikamenten gemästet werden. Rund 2.800 Tonnen Rohwildbret liefern die rheinland-pfälzischen Jägerinnen und Jäger durchschnittlich im Jahr. Dabei wird das Wildfleisch an Wildbrethändler, an die Gastronomie und an die Endverbraucher geliefert. Bei der Gewinnung von Wildbret achtet die Jägerschaft stets auf das Prinzip der Nachhaltigkeit.

Unter www.wild-aus-der-region.de können Wild-Begeisterte sowohl zahlreiche Rezepte als auch Wildbretanbieter in ihrer Nachbarschaft finden. Auch die Geschäftsstelle des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. (Tel.: 06727 / 89440, E-Mail: info@ljv-rlp.de) kann Kontakte zu Jägern vermitteln, die frisches Wildfleisch anbieten.

 (LJV-RLP 16.11.2011)


 Tagung zum Thema „Jagdmunition und Blei im Wildbret" jetzt zum Nachlesen

Viele Fragen noch ungeklärt

Tagung zum Thema „Jagdmunition und Blei im Wildbret" jetzt zum Nachlesen

Mehr als 400 Interessierte haben die Tagung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) am 3. und 4. November 2011 über den Live-Ticker des Deutschen Jagdschutzverbandes (DJV) im Internet verfolgt. Das Ticker-Protokoll gibt es nun zum Herunterladen auf Jagdnetz.de.

Zwei Tage lang diskutierten Vertreter aus Forschung, Wissenschaft, Verbänden und Politik in Berlin über den Einsatz alternativer Materialien bei Jagdmunition. Auch der Verbraucherschutz wurde debattiert. Im Fokus stand die mögliche Bleibelastung von Wildbret, die auf den Einsatz bleihaltiger Jagdmunition zurückgeführt wird. Die Position des DJV präsentierte Vize-Präsident Dr. Wolfgang Bethe anhand eines Fünf-Punkte-Papiers.

Am Ende der Tagung bleiben noch viele Fragen offen. Der Deutsche Jagdschutzverband plädiert wie auch die Mehrheit der BfR-Tagungsteilnehmer abschließend dafür, die Einführung bleifreier Munition zum jetzigen Zeitpunkt noch auszusetzen, da deren Tötungswirkung wie auch die Toxizität der Alternativen noch nicht hinreichend erforscht sind. Liegen diese Ergebnisse vor, soll in ähnlicher Runde erneut diskutiert werden.

Das DJV-Ticker-Protokoll nachzulesen unter DJV-Ticker Protokoll                                             

                                                                                                                            (Quelle:http://www.jagdnetz.de)

 


Jägerschaft gedenkt ihres Schutzheiligen

Am 3. November gedenken Jägerinnern und Jäger dem heiligen Hubertus.

Wenn sich in Deutschland und anderen europäischen Städte die Kirchen mit besonders vielen Jägern füllen, dann ist Hubertustag. An diesem Tag wird des heiligen Hubertus' (655 – 727 n. Chr.) gedacht, dem Schutzpatron der Jäger. Der Legende nach war Hubertus, Pfalzgraf von Burgund, Anfangs kein Vorbild für die Jägerschaft.

Nach dem Tod seiner Frau ging Hubertus einem zügellosen Leben nach, und übte die Jagd rücksichtslos aus. Als ihm an einem Karfreitag ein kapitaler Hirsch begegnete, freute er sich zunächst über die potentielle Beute. Doch plötzlich leuchtete zwischen dem Geweih des Tieres ein Kruzifix auf, woraufhin Hubertus vor Ehrfurcht auf die Knie sank und Besserung gelobte. Nach dieser Begegnung widmete er sein Leben der Kirche, was ihm später den Bischofssitz in Lüttich und die Heiligsprechung einbrachte.

Zudem kann er als Begründer einer nachhaltigen und waidgerechten Jagd angesehen werden. Diese Leitlinie wird bis heute von den Jägerinnen und Jägern gelebt. Durch die Finanzierung von Arten- und Biotopschutzprojekten, die Hilfe bei der Seuchenbekämp-fung sowie – darüber hinaus – durch weitere ehrenamtliche und soziale Dienstleistungen beweist die Jägerschaft ihr Engagement für den Naturschutz – ganz nach dem Vorbild von Sankt Hubertus.

(Quelle LJV-RLP)

 


Zeitumstellung birgt Gefahr

 

Wildtiere kennen weder Sommer- noch Winterzeit. Wenn sich durch die Zeitumstellung am 30. Oktober der Berufsverkehr in die Dämmerungsstunden verlagert, erhöht sich die Wildunfall-Gefahr.

In den Dämmerungsstunden machen sich viele Wildtiere auf die Nahrungssuche oder kehren in ihre Tageseinstände zurück. Dabei überqueren sie nicht selten einige Straßen. Autofahrer sollten zu dieser Zeit besonders aufmerksam sein. In Rheinland-Pfalz kam es in einem Zeitraum von 12 Monaten mehr als 19.000 mal zum Crash mit Wildtieren. Rehe führen mit rund 16.800 Unfallopfern die traurige Statistik an. Schwarzwild (1.999), Rotwild (377) und Damwild (47) folgen. Die Dunkelziffer ist aber ungleich höher, da viele Unfälle mit Wildtieren nicht gemeldet werden.

Die rheinland-pfälzische Jägerschaft engagiert sich aktiv, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. In einigen Gemeinden brachten Jäger in Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung Wild-Warn-Reflektoren an besonders gefährdeten Strecken an. Die Zahl der Wildunfälle reduzierte sich dort sofort merklich.

Auch Autofahrer können mit dem richtigen Verhalten selbst Wildunfälle vermeiden. Zunächst sollten Pkw-Führer in waldreichen Gebieten ihre Geschwindigkeit anpassen. Wechselt ein Stück Wild über die Straße, sollte der Fahrer das Licht abblenden, hupen und bremsen – keinesfalls versuchen, auszuweichen. Ist es trotz aller Vorsicht zu einem Unfall gekommen, sollte der Autofahrer die Unfallstelle sichern und die Polizei verständigen. Ist das Stück noch am Leben, verständigt die Polizei den zuständigen Jäger, damit dieser das Tier von seinen Leiden erlöst. Keinesfalls darf das Tier in das eigene Fahrzeug „eingepackt" werden, denn das wäre Wilderei.

LJV-RLP

 


 

12.10.2011 (djv) Berlin  Mitglieder im Dialog mit der DJV-Spitze

Präsident Hartwig Fischer und Vize-Präsident Hermann Hallermann im Chat

Fragen an die Verbandspitze? Anregungen oder Kritik an der Arbeit des DJV? Am 28. November haben LJV-Mitglieder erstmalig die Möglichkeit, DJV-Präsident Hartwig Fischer und Vize-Präsident Dr. Hermann Hallermann ihre Anliegen, Wünsche und Meinungen direkt mitzuteilen. Zwischen 17 und 19 Uhr chatten die beiden Präsidiumsmitglieder live aus der Geschäftsstelle in Berlin. Interessierte Jägerinnen und Jäger müssen sich dazu nicht anmelden oder einloggen, sondern lediglich einem Link auf www.jagdnetz.de folgen, der zur Echtzeit-Blogging-Plattform „Coveritlive" führt.

Damit Sie den Chat nicht verpassen, können Sie hier Ihre E-Mail-Adresse eintragen, um sich zur rechten Zeit erinnern zu lassen.

 (Quelle: www.jagdnetz.de/news)


 07.10.11 (djv) Hauptjagdsaison hat begonnen

Sicherheit wird groß geschrieben / Naturfreunde sollen Warnhinweise beachten

Die Hauptjagdsaison hat begonnen und damit wird das Angebot an Wildbret wieder größer: Darauf weist der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) heute in Berlin hin und bittet Spaziergänger, Jogger, Reiter und andere Naturfreunde, Warnhinweise zu beachten. Rot umrandete Dreiecke mit Aufdrucken wie "Treibjagd" oder "Vorsicht Jagd" machen am Wegesrand auf Gemeinschaftsjagden ebenso aufmerksam wie Jäger mit Warnflaggen an Straßenrändern. Die oftmals Revier übergreifenden Bewegungsjagden dauern mehrere Stunden. In dieser Zeit sollten laut DJV die markierten Flächen nicht betreten werden, auf den Straßen entlang des Jagdgebietes gelten dann vorübergehende Tempolimits.

Für Jäger gelten bei der Jagd strenge Unfallverhütungsvorschriften, die beispielsweise Warnkleidung in Signalfarben vorschreiben. Hochsitze dienen ebenfalls der Sicherheit: Durch die erhöhte Position des Schützen geht ein abgegebener Schuss in Richtung Boden – die Reichweite der Kugel wird dadurch stark begrenzt.

Im Winterhalbjahr stellen Jäger verstärkt Rehen, Hirschen oder Wildschweinen nach. Die Jäger produzieren dabei mit Wildbret ein hochwertiges Lebensmittel aus nachhaltiger Nutzung und erfüllen gleichzeitig einen Großteil der staatlichen Abschusspläne. Das ist wichtig, denn ohne Bejagung würden sich Pflanzenfresser wie das Reh in unserer Kulturlandschaft vermehren und junge Bäume im Wald stark schädigen. Die fortpflanzungsfreudigen Wildschweine würden ohne Jagd pro Jahr ihren Bestand verdreifachen und Weizen-, Raps- oder Maisfelder kahl fressen. Anpassungsfähige Räuber wie der Fuchs könnten ohne Jagd ohnehin schon stark bedrohte, in Wiesen brütende Vogelarten regional auslöschen..

Zahlreiche Treiber und Hunde ziehen bei so genannten Bewegungsjagden langsam durch den Wald, Rehwild oder Wildschweine setzen sich ohne Hast in Richtung der Schützen in Bewegung. Die Jäger können so Alter und Geschlecht der Tiere besser erkennen und den Schuss sicher platzieren.

Bewegungsjagden werden im Herbst und Winter durchgeführt, wenn die Felder abgeerntet und die Bäume kahl sind. Die Schützen haben so die bestmögliche Sicht. Genauso wichtig ist der wildbiologische Aspekt: Im Winterhalbjahr ist die Aufzucht der Jungen abgeschlossen.

(Quelle www.jagdnetz.de/news)

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