Jagdhornbläsergruppen des Kreises

Jeder kann, ob jung oder alt, Jagdhorn blasen und man muss dabei noch nicht mal Jäger sein - und für Anfänger geht's auch ohne Notenkenntnis. Sind die Signale einmal geübt, kann man jederzeit mit Bläserkollegen von nah und fern in einer zufällig entstandenen Formation bei Veranstaltungen spontan oder zufällig bei einer Wanderung ein Ständchen blasen.

Die Altenkirchener Jägerschaft pflegt in 7 Jagdhornbläsergruppen diesen Teil des Brauchtums und sind natürlich immer auf der Suche nach Menschen die Interesse haben diese Tradition des Jagdhorn blasen zu erlernen, zu pflegen und das Brauchtum zu erhalten. Grundvoraussetzung ist nur ein gewisses Gespür für Takt und Melodie.

Wer sich für das Jagdhornblasen interessiert, ist herzlich eingeladen, sich am Horn einmal auszuprobieren. Bitte sprechen Sie die Verantwortlichen der Bläsergruppen an!

Eine Fanfare für den Landesjagdverband

Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV). hat eine eigene Fanfare. Komponist ist der berühmte Blasorchesterdirigent Michael Klostermann.

„Als Jungjäger und Musiker war es mir eine ganz besondere Freude, etwas zu komponieren, das die Jägerschaft in Rheinland-Pfalz unter einem musikalischen Banner vereint", erklärt Michael Klostermann voller Begeisterung. Die „LJV-Fanfare" soll zu allen offiziellen Anlässen des Verbandes gespielt werden – Uraufführung ist am 10. Februar auf der Messe „AnJa – Angeln und Jagen 2012" in Pirmasens.

LJV-Präsident Kurt Alexander Michael zeigt sich vom Engagement Klostermanns, der im Frühjahr 2011 zum Jäger geschlagen wurde, hoch erfreut. „Ich bin Michael Klostermann sehr dankbar. Mit seiner ‚LJV-Fanfare' hat er ein wunderbares Musikstück geschrieben, mit der sich die Jäger im Lande identifizieren können. Ein Landesjagdverband mit einer eigenen Fanfare ist wohl einzigartig in Deutschland."

Bereits 2011 hatte Klostermann für die LJV-Kreisgruppe Bad Kreuznach die „Naheland-Fanfare" komponiert. „Ich hatte sehr viel Spaß bei der Arbeit mit den Bläsern der Kreisgruppe. Daher konnte ich nicht widerstehen, auch für den Verband eine Fanfare zu schreiben", so der Kopf der Gruppe „Michael Klostermann und seine Musikanten". Die Jagdhornbläser im Land haben also allen Grund zur Freude.

Die „LJV-Fanfare" und die „Naheland-Fanfare" stehen inklusive Noten auf der Homepage des LJV zum Download bereit:HP LJV Gensingen Fanfaren und Noten

Mehr Informationen zu „Michael Klostermann und seine Musikanten" finden Sie unter: HP Michael Klostermann

LJV-RLP 11-01-2012

Werdegang der Jagdhornbläsergruppe Alsdorf – Hachenburg

Der Jäger und das Jagdhorn haben schon seit Urzeiten die Fantasie der Menschen beschäftigt und zahlreiche Gedichte, Balladen und Volkslieder ranken sich um dieses Thema.

Im Sinne dieser Tradition begannen im Jahre 1979 auf Initiative von Hornmeister Jürgen Rehard 10 jagdmusikalisch interessierte Alsdorfer Jung´s mit 3 Clewing´schen Taschenhörnern und 7 Fürst-Pless Hörnern in der Stimmung "B" zu proben.

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten gelang es den Alsdorfern nach einigen Monaten intensiver Probenarbeit die allgemeinen deutschen Jagdsignale vorzutragen. Nach der Anschaffung von 2 Parforcehörnern in "B" wurden nun die bekannten Jägermärsche und Jagdstücke in Angriff genommen und bereits im Jahre 1981 konnte die Gruppe erfolgreich an einigen Bläsertreffen teilnehmen.

Da Hornmeister Jürgen Rehard bereits einige Jahre bei der Es-Horngruppe Hachenburg aktiv war lag es nahe, daß auch die Alsdorfer das große Parforcehorn in "Es" anschafften und beide Gruppen sich zusammen schlossen.

Bedauerlicherweise erinnert heute nur noch der Name „Alsdorf-Hachenburg" an die damalige Fusion, da alle Bläser aus dem Hachenburger Raum inzwischen aus Altersgründen ausgeschieden sind.

Mittlerweile reicht das Repertoire der Gruppe von den klassischen Signalen mit Fürst-Pless-Hörnern in "B", über umfangreiche Ventilhornstücke bis hin zu den konzertanten Werken für Parforcehörner in "Es".

Dieses große Horn in "Es", mit einem Windungsdurchmesser von nahezu 50 cm wurde vom ausgehenden Mittelalter bis zur Abschaffung der Parforcejagd Mitte des 19. Jahrhunderts von den Jägern zu Pferde eingesetzt. Heute wird es nur noch zu feierlichen Anlässen wie den traditionellen Hubertusmessen und jagdmusikalischen Konzerten verwendet.

Mit einer Länge von weit über 4 Meter und einem Tonumfang von 18 Tönen ist es auch ohne Ventile konzertant einsetzbar, verlangt aber vom Bläser äußerste Konzentration und ständige Übung, da die Töne sehr dicht zusammenliegen.

Die größte Blütezeit erlebte dieses Musikinstrument zur Zeit Ludwig des XV von Frankreich, dessen Hofjagdmeister der Marquis de Dampierre auch einer der ersten Virtuosen auf dem Parforcehorn war.

In Verbindung mit einem großen Bläsertreffen führte man in Alsdorf bereits im August 1989 zum 10- jährigen Bestehen ein Konzert unter dem Motto „Jagdmusik aus drei Jahrhunderten" auf, welches auf allgemeinen Publikumswunsch bereits ein Jahr später in Hachenburg-Gehlert wiederholt wurde.

Zum 15. Geburtstag der Gruppe im Jahre 1994 unter dem Motto „Variationen historischer Jagdmusik" und zum großen Festkonzert anlässlich des 20 jährigen Bestehens im Jahre 1999 konnten in der vollbesetzten Mehrzweckhalle in Alsdorf viele begeisterte Zuhörer aus dem gesamten Bundesgebiet begrüßt werden.

Auch das 25-jährige Jubiläum am 04.September 2004, war ein voller Publikumserfolg und wurde mit befreundeten Gruppen gebührend gefeiert.

Erstaunlicherweise kann auch das Interesse der Jugend für diese traditionelle Musik immer wieder geweckt werden, immerhin liegt das Durchschnittsalter der 22 Aktiven unter 30 Jahren und z.Zt. werden 4 Nachwuchsbläser im Alter von 10 bis 13 Jahren mit gutem Erfolg ausgebildet.

Die Jagdhornbläsergruppe Alsdorf Hachenburg ist inzwischen durch viele Auftritte und besonders durch die Interpretation der historischen Hubertusmesse, von Rottach Egern am Tegernsee bis nach Undeloh in der Lüneburger Heide, sowie von Luxemburg bis in den Thüringer Wald, weit über die Grenzen des Westerwaldes hinaus bekannt.

Durch beharrliches Proben, zeitweilig 3 mal in der Woche, konnten die Meistertitel bei den Landesmeisterschaften der Jagdhornbläser in Rheinland Pfalz in den Jahren

1992 in Hachenburg, 1994 in Trier, 1996 in Speyer, 1998 in Kastellaun, 2000 in Kaiserslautern, 2002 in Prüm, 2005 am Trifels, 2007 in Manderscheid, 2009 in Bad Münster am Stein und 2011 auf der Festung Ehrenbreitstein in der schwierigsten Klasse "Es" errungen werden.

Bei den Bundesmeisterschaften wurden folgende Platzierungen erreicht: 2005 in Regensburg Platz 6, 2008 in Koblenz Platz 2 und 2010 in Weimar Platz 3.

 

Jürgen Rehard

Hornarten

Naturhorn
Bereits vor Urzeiten wurden Hörner zur Kommunikation unter Jägern bzw. mit den Treibern eingesetzt. Damals benutze man Tierhörner, wie zum Beispiel Stier- oder Ochsenhorn, oder auch Elefantenzahn, den man als Olifant (niederländisches Wort für Elefant) bezeichnet. Dieser Naturhörner hatten aber nur einen begrenzen Tonschatz, die meisten Hörner hatten nur einen Ton, in seltenen Fällen konnte man den Hörnern bis drei Töne entlocken. Im Mittelalter wurden diese Hörner mit prächtigen Schnitzereien, Ornamenten in Edelmetall versehen und dienten der Ritterschaft als Signalhörner und waren ein besonderes Statussymbol

 

Fürst-Pless Hörner
Das Fürst-Pless Horn, benannt nach Hans Heinrich XI., Reichsgraf von Hochberg, Fürst von Pleß, Freiherr von Fürstenstein, der Oberstjägermeister unter den Kaisern Wilhelm I. und Wilhelm II. war, fand ab 1880 immer mehr Einsatz. Als Jagdgebrauchsinstrument fand das kreisförmige Horn Einsatz in das Waidwerk über die Jäger-und Schützengruppierungen des Bundesheeres. Damit unterschied man sich zur Infanterie, die das Bügelhorn zur Signalgebung einsetzen. Heute wird für die sogenannten Jagdleitsignalen bei Gesellschaftjagden, bevorzugt das Fürst-Pless Horn eingesetzt. In Bläsergruppen wird das Fürst-Pless-Horn zusammen mit den Parforcehörner geblasen, dabei ist der Fürst-Pless Horn in B eines der sogenannten „Führstimmen-Hörner“, das wegen seines vergleichsweise hohen und kräftigen Klanges zumeist für die Melodie- und die erste Begleitstimme eingesetzt wird.

Technische Details: Material: Instrumenten-Messing und Silber, Rohrlänge: ca. 130 cm Windungsdurchmesser: ca. 16 cm

Ventilhorn
In der Barockzeit versuchte man dem Jagdhorn eine weiterreichende musikalische. Verwendungsmöglichkeit geben. Dafür wurden die Hörner entwickelt, mit denen außer den Naturtönen auch andere Töne erzeugt werden konnten. Mit dem Einbau von Ventilen wurde eine Verfeinerung des Fürst-Pless-Horns erreicht, und nun konnten zusätzliche Töne mit diesem Instrument erzeugt werden, die für die reinen Naturhörner nicht machbar sind.

 Technische Details: Material: Instrumenten-Messing und Silber, Rohrlänge: ca. 180 cm inkl. Ventil-Rohrverlängerungen, Windungsdurchmesser: ca. 18 cm.

 

Parforcehorn
Die Parforcejagd galt im 17. Jahrhundert in Frankreich als besonders modern und angesagt. Die Parforcejagd - „durch Stärke jagen"- war eine Jagdart wobei die Jäger zu Pferd mit der Hundemeute das Wild, vornehmlich Rotwild, Damwild und Sauen, bis zur Ermattung hetzte. Zur Verständigung setzte man die Trompe de Chasse, in Deutschland alternativ das Parforcehorn ein und informierte so über den Verlauf der Jagd. Die Trompe de Chasse ist vergleichbar mit dem Parforcehorn, allerdings in D gestimmt und gegen Sonnenlicht-Reflexe innen geschwärzt, damit die nachfolgende Pferde nicht geblendet werden. Das ursprüngliche Parforcehorn zum jagdlichen Gebrauch hatte nur eine große Windung, durch das der Reiter Kopf und Arm hindurch stecken konnte, so hatte er beide Hände frei für die Zügelführung. Erst für den Einsatz im Orchester wurde es mehrwindig gebaut. Wie das Fürst-Pless Horn wird das Parforcehorn, mit seinem typischen vollen und harmonischen Naturton-Klang, in jagdlichen Bläsergruppen gespielt. Im Rahmen der Hubertusmesse kann zusätzlich die Orgel eingesetzt werden. Das Parforcehorn klingt deutlich tiefer als das Fürst-Pless-Horn und wird bei gemischter Instrumenten-Besetzung meist für die 3 Begleitstimmen und den „Bass“ eingesetzt.

Technische Details: Material: Instrumenten-Messing, Rohrlänge: ca. 270 cm, Windungsdurchmesser: zwischen 33 und 55 cm, je nach Ausführung

Sauerländischer Halbmond
Dieses halbkreisförmige Horn wird Sauerländer Halbmond oder auch halber Mond genannt. Früher wurde es als einziges Jagdhorn komplett aus Kupfer gefertigt und ist in Teilen mit Messing beschlagen. Heute wird es durchaus auch in Messing hergestellt. Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Halbmond bei den leichten Truppen, den Jägerbataillonen und Schützeneinheiten des Heeres, in den weitauseinandergezogenen Schützenlinien, als Instrument mit großes Reichweite eingesetzt. Typisch am Sauerländer Halbmond ist das Riemenzeug, auch Ledergehänge oder auch Hornsatz genannt, das oft mit dem Wappen oder den Initialen des Besitzers verziert ist. Technisch gesehen weißt der Sauerländer Halbmond die gleiche Rohrlänge auf wie das Fürst-Pless-Horn und hat dadurch auch die gleiche Stimmung in –B-. Früher wurde der Halbmond auch in C gestimmt. Er wird auf der linken Seite mit dem Schalltrichter nach hinten getragen. Der Halbmond ist das Horn der Brackenjäger und war seit dem 17. Jahrhundert im ganzen norddeutschen Raum, von den Niederlanden bis nach Ostpreussen verbreitet. Oft wurden die Halbmonde als Paare hergestellt, denn die Brackenmeuten wurden häufig von zwei Rüdemännern, auch Piköre genannt, angeführt. Zwar hat heute das Blasen bei der Brackenjagd noch Tradtion und aber mit der Entwicklung der kleineren und handlichen Jagdhörnern wurde der Halbmond immer mehr verdrängt. Leider wird der Halbmond nur noch bei den Sauerländer- und Markendorfer Brackenjäger als Standardhorn geblasen. Übrigens ist die Namensgebung „Sauerländer“ Halbmond irreführend, da der Halbmond kein alleiniges Produkt des Sauerlandes ist.

B/Es Umschalt-Parforcehörner
Äußerlich gebaut wie das klassische Parforce-Horn mit einem Windungs-Durchmesser von ca. 440mm hat es jedoch eine Umschaltmechanik, die es dem Bläser ermöglicht, das Horn im Grundton umzustellen. So kann das Umschalt-Parforcehorn auch in der Tonart –Es- als auch in –B- geblasen werden. Auch ist ein schnelles Umschalten während eines Musikstücks in –Es- auf einzelne erforderliche Töne B-Durtonleiter möglich, so kann man auf das schwierige „Stopfen“ verzichten.

Technische Details: Material: Instrumenten-Messing und Silber, Rohrlänge: bis 450 cm, je nach Ausführung, Windungsdurchmesser: ca. 50 cm

 

Taschenjagdhörner
Das Taschenjagdhorn entspricht im Grunde dem Fürst-Pless-Horn nur es wesentlich enger, zu einer Schnecke gewickelt und da durch mehr einen trompetenartigen Ton ab. Das Taschenhorn wird gern vom Jäger aus Platzgründen bei Gesellschaftsjagden mitgeführt.

Technische Details: Windungsdurchmesser ca. 18 cm

Sabine Hochhäuser 2010










    

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